ACHTUNG, LEICHTE SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Die Prämisse ist eigentlich recht interessant: wie aus dem Nichts
hört einfach alles auf zu funktionieren. Sämtliche strombetriebenen oder mechanische
Gerätschaften, Maschinen etc. geben den Geist auf, „physics went insane“. Im
Umkehrschluss muss sich die Menschheit neu orientieren, Regierungen werden
nichtig bzw. neu gegründet, man betreibt eigene Agrar- und Jagdwirtschaft, um
nicht wie viele andere vor die Hunde zu gehen. Metropolen sind vom Grünwuchs
überwuchert, Miliztruppen kontrollieren das Geschehen. Also alles schon ein
wenig apokalyptisch. Wenn es denn auch so aussehen würde. Revolution hat stilistisch
etwas vom gefloppten Terra Nova, rundgeluscht und knallig-bunt, sehr hell und
extrem CGI-lastig. Das ist wiederum nicht all zu schlimm, wenn es den seinen
Zweck erfüllt. Revolution mag stellenweise recht schmuck aussehen, jedoch für
meinen Geschmack auch viel zu sauber, um als post-apokalyptische Welt-ohne-Strom
durchzugehen. Am deutlichsten sieht man das an den Darsteller, den sich dem
Umstand entsprechend feiner nicht kleiden könnten. Das wirkt auf mich eher wie
Familienurlaub im Survival Camp, ins Setting passt keiner so recht.
Ach, und die Darsteller selbst. Die wunderhübsche, emotional
ambivalente, notfalls bestimmt auch richtig toughe Protagonistin, die ihren
asthmageplagten, aber nach „Ich geh' viermal die Woche ins Fitness, trotz
Apokalypse!“ aussehenden Bruder retten muss, nachdem deren Vater, welcher
irgendwas ganz wichtiges über den totalen Stromausfall weiß, getötet und
Brüderchen an dessen Stelle von der Militia, mit Gustavo Fring
als Befehlshabener (Giancarlo Esposito
ist die ärmste Sau, wird er doch von jetzt an bis in alle Ewigkeit nur noch type-gecastet), entführt wurde, um ihm zu irgendeinen voll gefährlichen
Diktator-Typen zu bringen. Dazukommt dann der krasse Schwertkampf-Onkel,
welchen Bright Eyes anbettelt, ihr zu
helfen, weil Familie und so. Dann gibt’s noch so einen krassen, muskelbepackten
Samoaner, der eigentlich böse ist, dann aber doch nett, oder auch nicht, keine
Ahnung, klassisches Device, wird bestimmt noch superspannend. Eine akzentuöse
Ziehmutter, die vergifteten Schnaps mit sich rumschleppt und der (Achtung,
Überraschung!) Nerd, ACDC-T-Shirt tragend und ein ehemaliges hohes Tier bei so
einem Konzern namens Google. Logisch.
Positiv zu erwähnen ist, dass es doch schon ein wenig zur Sache
geht und wesentlich „blutiger“ ist, als ich erwartet hatte. Gut, ansonsten hätte
sich Jon Favreau, welcher beim Piloten Regie führte, wohl auch nicht darauf eingelassen.
Aber ansonsten… Da J.J. Abrams (ich mag ihn ganz gerne) und Eric Kripke produzieren, wird sicherlich noch ziemlich krass
rumgetwistet, eine kleine Vorschau gibt es schon zum Ende der ersten Episode,
als eine Frau via mysteriöses USB-Stick-Medaillon einen Rechner zum Laufen
bringt und geheimnisvoll mit Mister X chattet. Aufregend! Insgesamt ist mir
Revolution viel zu platt und langweilig, es schlägt in die gleiche Kerbe wie so
vieles andere zuvor, überseichte Unterhaltung, dann kommt demnächst bestimmt
noch reichlich Liebesgeplänkel dazu, irgendjemand vom Haupt-Cast wird recht
zügig das Zeitliche segnen etc. pp., kurzum, nix für mich. Revolution wurde jedoch kürzlich um neun weitere Folgen auf insgesamt 22 Episoden verlängert und bekommt somit eine volle erste Staffel, also scheint es einen gewissen Appeal zu haben. Mir hat schon der Pilot gereicht, aber
wer seinen Spaß mit dieser Serie hat, soll ihn sich von mir nicht nehmen
lassen.
Revolution läuft seit 17. September immer montagabends auf NBC.
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Unser aller Lieblingsserienkiller geht in die siebte Runde
und mal ganz ehrlich: Reicht’s nicht langsam? Keine Frage, Dexter ist ein
wunderbar unterhaltsames Format, mit spannenden Wendungen und diesem unheimlich
angenehmen Appeal, einen kaltblütigen Serienmörder bei dessen Drahtseilakt
zwischen vorgegaukelter Normalität und seinem Dark Passenger zuzusehen. Der
Cast ist einem (größenteils) sausympathisch und Michael C. Hall hat sich mit seinem
Charakter Dexter Morgan schon längst ein Denkmal gesetzt.
Ich bin ein großer Fan dieser Serie. Es ist zwar unfassbar seicht, doch
macht mir diese nach wie vor interessante Prämisse, einen krankhaften
Psychopathen zu beobachten, ihn zu verachten, mit ihm zu sympathisieren etc. großen Spaß, Dexter anzuschauen.
Jedoch muss man auch ehrlich zugeben, dass Dexter schon
wesentlich bessere Zeiten gesehen hat. Die 6. Staffel hatte ihre Höhen, doch
war es für mich nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Vielleicht ein wenig zu
spirituell, zu viel halb-inzestuöses "Schwester-Bruder"-Gedöhns zwischen Debra (Jennifer Carpenter) und
Dex, vielleicht sogar ein bisschen zu abgedreht? Und auch die 5. Staffel hatte
mich nicht wirklich vom Hocker gerissen, seit Trinity und Staffel 4 hat mir in
den beiden darauf folgenden Staffeln immer irgendetwas gefehlt.
In der Auftaktfolge zur 7. Staffel sehen wir, wie Dexter und
Debra mit dem neuen Umstand, dass Dexter jemand vor Debras Augen umgebracht
hat und sein eigentlicher Charakter nun zum Vorschein kommt, zu kämpfen haben. Dabei trifft es Debra ein wenig härter, da sie so etwas
nie im Leben erwartet hätte. Dex hingegen hatte sich schon oft ausgemalt, wie
es sein würde, wenn gerade Debra sein wahres Ich erkennen würde. Doch auch er
hat schwer daran zu knabbern, hat er doch jetzt einen Sohn, um den sich kümmern
muss und niemals in Stich lassen möchte.
Nebenbei wird ein klassischer Sub-Plot eingeführt,
irgendwelche ukrainischen Mobster, die ihr Geld mit Zwangsprostitution und
höchstwahrscheinlich auch Drogenhandel verdienen. Hier wird in einer kurzen
Szene auch Ray Stevenson eingeführt, welcher als Oberboss dieser kriminellen
Organisation in dieser Season noch so einiges an Screentime abgreifen wird.
Dann gibt es noch den creepy Freund von Dexter’s
Babysitterin / Batista’s Schwester, namentlich Louis, welcher irgendeinen
Narren an Dexter gefressen hat und diesem anscheinend ordentlich auf die Nerven
gehen will. Detective Anderson wird gleich in den ersten Minuten umgepustet,
Schauspieler Billy Brown feiert also nur ein kurzes Intermezzo. Debra fühlt
sich fürchterlich an Ice Truck Killer Brian / Rudy erinnert und zieht
Parallelen, Dexter macht seinen obligatorisch Kill, bla bla bla, alles gar
nicht so wichtig, denn hängenbleiben wird den meisten wohl eh nur die finale Szene, der Höhepunkt dieser Episode. Dex kommt nach Hause kommt und Debra hat all sein „Werkzeug“
und seine „Sammlung“ vor ihm aufgebahrt. Die Szene in Are you…?, in welcher
Dexter es Debra gegenüber auch zugibt. „Did you kill all these people? (Debra) „I did.“ (Dexter) „Are you… are
you a serial killer?“ (Debra) “Yes.” (Dexter). Eine wahnsinnig gute, intensive Szene, in welcher Dexter über seinen Schatten springt und nach seinem Bekenntnis fast ein wenig erleichtert die Augen schließt. Es ist (endlich) raus.
Es könnte diese Staffel wirklich sehr interessant werden. Früher
oder später musste es so kommen, Debra weiß nun, wer bzw. „was“ Dexter wirklich ist (obwohl, eigentlich ist sie erst an der Spitze des blutgetränkten Eisberges), er hat sich
schon immer vor diesen Moment gefürchtet, muss jetzt aber mit dieser neuen
Situation leben. Spannung sollte in dieser Staffel garantiert sein, ich hoffe
nur, dass man sich nicht verrennt und zu viel vornimmt. Zum einen können
diverse Story Arcs ordentlich für Nervenkitzel und Suspense sorgen, zum anderen kann zu
viel auch schnell zu viel des Guten werden und das Gesamtergebnis einfach
überladen. Ich bin gespannt, wie man an diese Sache rangeht. Man befindet sich
auf der Zielgeraden, also könnte Staffel 7 locker eine (oder mehrere) große
Überraschung mit sich bringen. Klassisches Device: Der Tod einer arrivierten
Serienfigur. Passend zur Serie. Noch elf Folgen und wir sind um einiges
schlauer. Und dann wird wahrscheinlich das große Warten auf’s Finale losgehen.
Die siebte Staffel von Dexter läuft seit 30. September 2012 wöchentlich immer
sonntagabends auf Showtime.
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Es ist schon eine ganze Weile her, als
ich die erste Staffel von The Walking Dead gesehen habe. Negativ
hängengeblieben sind ein paar zweifelhafte Entscheidungen und das ab
und an für meinen Geschmack unlogische Verhalten einiger Charaktere,
sowie eine schrecklich mit anzuschauende und daher unvergessliche
CGI-Explosion zum Staffelfinale. Hinzukam die Anzahl von gerade mal 6
Episoden, wodurch sich die Handlung teilweise etwas sprunghaft und
überhastet präsentierte. Aber im Großen und Ganzen war es doch
recht gelungen. Das Thema Zombie-Apokalypse ist zwar nicht wirklich
neu, doch in Form einer Serie mit längeren Handlungsbogen könnte
sich so etwas als sehr vielversprechend gestalten. Dazu sah es noch
ganz wunderbar aus, tolle Kulissen und ein ansehnlich gestaltetes
Setting konnten überzeugen.
Jetzt, wenige Wochen vor der Premiere
der dritten, habe ich mir die zweite Staffel von The Walking Dead
angesehen. Ich bin größtenteils ohne Erwartungen an die Sache
herangegangen. Die erste Staffel war gut, hatte mich aber nicht von
den Socken gerissen. Und auch die zweite Staffel macht einige Sachen
gut, doch insgesamt muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin. Was
ganz interessant anfängt, entwickelt sich nämlich, mit ein paar
Höhenpunkten mittendrin, immer mehr zu einer Seifenoper, die
irgendwann nur noch nervt und mir ein Staffelfinale liefert, dass
mich skeptisch auf die demnächst erscheinende dritte Staffel blicken
lässt.
The Walking Dead sieht auch in der
zweiten Staffel sehr gut aus, Setting, Requisiten, die Walker, das
passt vorne und hinten. Durch die Erhöhung der Anzahl der Episoden
von 6 auf 13 hat man wesentlich mehr Zeit, genauer auf die
einzelnen Charaktere einzugehen, was mir persönlich gefällt, da es
mich natürlich interessiert, wie jeder Einzelne tickt bzw. wie er/sie sich in die Gruppe um Rick (Andrew Lincoln) einbringt. Dass der
Zuschauer das mehr zu sehen bekommt ist gut und wichtig. Und es
gelingt auch, die verschiedener Charaktere in ihren Ansichten und
Überzeugungen deutlicher als noch in Staffel 1 zu präsentieren, doch
zeigt sich ein großes Manko: Zu viel Interaktion. Sprich zu viel
Beziehungsnonsens, zu viele aufgesetzte Streitereien und zu viel
ödes, voraussagbares Palaver.
Aber halt, bevor ich mich dazu äußere
ein paar Worte zum Plot. Die Gruppe rund um Rick, seine Frau Lori
(Sarah Wayne Callies) und Heißsporn Shane (Jon Bernthal) findet sich
am Anfang dieser Staffel auf einem Highway wieder, als plötzlich
eine Zombie-Horde über besagte Schnellstraße schlendert. Sophia (Madison Lintz),
die Tochter von Carol (Melissa McBride) wird panisch und flüchtet
vor einem Walker in den angrenzenden Wald. Rick sprintet sofort
hinterher, verliert sie jedoch aus den Augen. Und zack haben wir das
Trigger-Event für mehr als die Hälfte der sich hinziehenden
Handlung dieser Staffel. Sophia geht verloren und muss gesucht
werden, Rick macht sich Vorwürfe, andere halten die Suche für
sinnlos. Und dann wird auch noch Rick und Lori's Sohn Carl (Chandler Riggs)
versehentlich angeschossen, wodurch die Gruppe auf der Farm des
Veterinärmediziners Hershel (Scott Wilson) plus Familie/Freunde landet, welche von
nun an der Mittelpunkt jedweder Handlung ist. So ein
verkappter Unsere kleine Farm/Alle unter einem Dach + [insert random
zombie flick right here]- Hybrid.
Klar, es werden neue Figuren
eingeführt, was interessant ist. Doch finde ich es persönlich nach
einer Weile anstrengend. Da alle ständig auf einem Haufen sind,
fliegen öfters mal die Fetzen, doch wirklich entnervend ist dann das
aufgezwungene Liebesgetue. Das Liebesdreieck Rick-Lori-Shane macht
natürlich weiterhin den Großteil des Techtelmechtels aus, dazukommt
der junge Glenn (Steven Yeun), welcher sich in Hershel's Tochter Maggie (Lauren Cohen) verguckt.
Selbst Carol zeigt Gefühle für Einzelgänger Daryl (Norman Reedus), welche aber vermutlich
eher auf einem Mutter-Sohn-Aspekt beruhen. Ähnlich wie bei Dale (Jeffrey DeMunn), der
weiterhin versucht, sich väterlich um Andrea (Laurie Holden) zu kümmern, ohne
Erfolg. Zusätzlich gibt's immer wiederkehrenden Stress zwischen
Anführer Rick und dem inoffiziellen Vize Shane. Man sieht viel
zwischenmenschliche Interaktion, viel Reibung. Zu viel. Weniger ist
manchmal mehr, und genau so sieht es hier in der zweiten Staffel aus.
Es gibt einfach zu viel Problemherde, zu oft musste ich mit den Augen
rollen und gelangweilt gähnen, auch aufgrund schon viel zu oft
dagewesener Verhaltensmuster.
Neben nach wie vor einigen seltsamen
Entscheidungen der Charaktere (Hallo, Zombie-Apokalypse, nachdenken!)
und einem sehr anstrengenden Carl Grimes gibt es aber natürlich auch
ein paar gute Dinge in dieser Season. Als persönliche Höhepunkte gelten die
siebte (Pretty Much Dead Already; leicht offensichtliche, aber auch
clevere Auflösung des Verschwundene-Sophia-Plots), die zehnte (18 Miles Out; übefällige und gelungene Solonummer zwischen Rick und Shane), sowie die elfte
Episode (Judge, Jury, Executioner; Good Bye Dale. Schade, aber
äußerst effektiv. Auch wenn der Walker, welcher Dale reißt ein
bisschen sehr leise/ stealthy ist...). Zwar ist die
Charakterentwicklung stets arg stereotypisch und oft vorhersehbar,
doch punktet die zweite Staffel auch dadurch, dass Figuren wie Dale
(guter Mann mit moralischer Relevanz für die Gruppe, trotz stetigem
Pathos) oder Daryl (lässiger I-don't-give-a-damn-Stereotyp-Redneck,
der Laune macht) mehr Spielraum bekommen.
Obwohl, im Vergleich zum
Figurentrio Rick, Shane und Lori ist das immer noch viel zu wenig.
Die Beziehung zwischen diesen drei Personen steht im absoulten
Mittelpunkt und schaukelt sich immer höher, Lori's unerwartete
Schwangerschaft sorgt gleich für noch etwas mehr Sprengstoff. Und
dass es zwischen Rick und Shane irgendwann krachen musste, konnte sich
ein jeder denken. So kommt es in der zwölften Folge (Better Angels) auch zum
Showdown, welche meiner Meinung nach aber ein wenig ernüchternd
ausfällt. Dass dann noch Rick's Sohn Carl den zum Walker
wiederauferstandenen Shane umpustet, setzt der dramaturgischen
Plattheit die Krone auf. Wieder einmal zu viel des Guten.
Zum Staffelfinale bekommen wir dann
noch einmal eine große Ballerei zu sehen. Unzählige Walker aus dem
Nichts, deren Auftauchen auf der scheinbar so sicheren Farm (ganz
ehrlich, was macht ihr da eigentlich den ganzen Tag außer euch zu
zoffen bzw. lieben bzw. in moralischen Grundsatzdiskussionen zu
verlieren? Ich würde versuchen mir eine derartige Verteidigung zu
errichten...) in drei schnellen Cuts erklärt ist. Dumm. "Für
ein geiles Season-Finale brauchen wir nochmal krass viele Zombies und
Schrotflinten-Action (nichts gegen Schrotflinten-Action!) und ein
paar semi-tragische Opfertode!" Ja, schon irgendwie okay, aber
viel zu platt und einfach, um das wirklich richtig gut finden zu können. Im
Endeffekt muss die Belegschaft in einzelnen Splittergruppen von der
Farm flüchten, um sich dann etwas später erneut auf dem Highway
wiederzutreffen. Und was hat uns dann dieses Farm-Intermezzo
gebracht, außer ein paar aussortierte bzw. neue Charaktere, sich
wiederholenden Beef und überschwängerte Beziehungskomplikationen
unter allen Beteiligten?
Klar, die Figuren haben sich (weiter)
entwickelt bzw. gewandelt. Vor allem Rick, der am Ende deutlich
macht, dass er von nun der einzig wahre, unumstrittene Boss ist. Doch
braucht man für eine derartige Rollenetablierung eine ganze Staffel?
Die Übriggeblieben sitzen wieder einmal verängstigt vor einem Feuer
und stehen vor dem Nichts, doch wenn sie etwas können, dann ist es
das Hoffen und Glauben an eine bessere Zeit. Ganz toll. Die zweite
Staffel bringt mich persönlich nicht weiter bzw. liefert mir
inhaltlich zu wenig Wesentliches und zu viel Banales.
Ich bin alles in allem doch etwas
enttäuscht von der zweiten Staffel von The Walking Dead. Anfangs
keimte in mir wieder das Gefühl der Lust auf diese Serie auf, cooles
Setting, ordentliches Konfliktpotenzial zwischen den Charakteren,
welches man eigentlich nur noch geschickt und vor allem subtil
ausnutzen musste. Doch dann werden so viele einfache Fehler gemacht,
dass es mich im Verlauf der Season immer mehr geärgert hat. Es gibt
diese (besagten) Highlights, welche mich von Zeit zu Zeit haben hoffen
lassen, doch verfällt die Serie zu schnell wieder in ihren
altbekannten, vorhersehbaren Trott.
Demnächst geht es dann mit der dritten
Staffel weiter (am 14. Oktober 2012) und auch da bin ich skeptisch. In den letzen Zügen
der dreizehnten Episode Beside Dying Fire sehen wir die
alleingelassene Andrea von Zombies verfolgt durch den Wald hetzen,
als eine vermummte Person mit einem Katana bewaffnet den Andrea
angreifenden Walker enthauptet. Zusätzlich führt der/DIE Unbekannte
noch zwei armlose, aneinandergekettete Zombies mit sich herum. Alles klar. Es
folgt noch eine verhängnisvolle Totale auf ein Gefängnis, in
welchem sich auch ein Großteil der Handlung der dritten Season
abspielen wird. Rick und co. haben ihr sporadisches Lager
nichtsahnend unweit von diesem Trakt aufgeschlagen. Super. Ersetze
Farm mit Gefängnis. Dazu eine potenzielle Gefahr durch andere
Menschen, welche auch ums Überleben kämpfen. Survival of the Fittest. Wurde schon während dieser Season aufgegriffen und sorgte
(Überraschung!) für noch mehr Beef und wird wohl in Staffel drei
keine ganz unwichtige Rolle einnehmen. Kann, wenn man es richtig
angeht, gut werden. Kann.
Einige Genrefans werden wohl nach wie
vor ihren Spaß mit The Walking Dead haben, ich persönlich werde mir
die dritte Staffel erst einmal nicht zu Gemüte führen. Vielleicht
macht sie ja einiges besser, aber ich habe da meine Zweifel. The
Walking Dead schafft es immer noch zu unterhalten, doch haben ich von
diesem Serienformat etwas mehr erwartet. Mehr Tiefe zum Beispiel. So
sackt es leider in Richtung Oberflächlichkeit ab.
Seid ihr große Walking Dead-Fans und
wollt mir contra geben? Her damit! Ich freue mich über jede Art des
konstruktiven Inputs, auch Kritik und Anregungen sind hier sehr gerne
gesehen. Wie fandet ihr die zweite Staffel und freut ihr euch auf die
dritte, was muss besser werden, was wünscht ihr euch? Ab in den
Kommentarbereich damit.
The Walking Dead - Season 2 - Trailer
The Walking Dead - Season 3 - Trailer - ComicCon 2012
Ich habe mir vor kurzem die zweite Staffel von HBO’s The Boardwalk Empire angesehen. Großartiges
Ding. Dennoch werde ich bei dieser ausgezeichneten Serie das Gefühl nicht los, dass
sie kaum wahrgenommen wird, besonders hier in Deutschland. Warum ist das so?
Nischenthematik? Zu speziell? Kann sich der Otto-Normal-Seriengucker nicht
darauf einlassen, auch wenn er zeitgleich ähnlich komplexe Serien schaut, deren
größter Unterschied oft nur die Grundthematik an sich ist?
In The Boardwalk Empire dreht sich alles um eine wunderbare
Zeit, welche ich mir schon damals im Geschichtsunterricht dermaßen lebhaft und
aufregend vorgestellt habe: The Roaring Twenties, die Goldenen 20er. Der Fokus liegt
hierbei auf Atlantic City, ein Paradies für Glücksspieler, Lebemänner und
korrupte Politiker. Dieses „Paradies“ ist in der Hand eines Mannes, Enoch
„Nucky“ Thompson (Steve Buscemi), Stadtkämmerer, aber zugleich auch der
mächtigste Mann in AC. Über seinen Tisch geht alles, er hält alle Fäden in der
Hand. Diese Macht rührt vor allem daher, dass in den USA soeben die Prohibition
durchgesetzt wurde und „Nucky“ nun sämtliche Räder in Bewegung setzen lässt, um
sein „Boardwalk Empire“ nicht trocken werden zu lassen. Seine vorteilhafte
Position und seine Beziehungen zu diversen wichtigen Persönlichkeiten aus
Politik und Wirtschaft spielen ihm hierbei selbstverständlich in die Karten.
Doch wo Macht ist, sind auch Neider. Und schnell wird klar, dass das Leben an
der Strandpromenade (engl. boardwalk) sich doch gar nicht so einfach gestalten lässt, wie es sich
ein mancher wünschen würde…
Ich möchte eigentlich gar nichts weiter zu den Inhalten der
ersten und zweiten Staffel von The Boardwalk Empire verlieren. Doch, um diese
Serie einem schmackhaft zu machen, sollte man schon wissen, auf was man sich
ungefähr einlässt. Stichwort die 20er. Der Stil dieser Epoche ist
unvergleichbar, von der Ausstattung bewegt sich The Boardwalk Empire auf einer
Ebene mit Mad Men. Geschmeidige Anzüge, wunderbare Kulissen, hohe
Produktionswerte, The Boardwalk Empire sieht einfach hervorragend aus und
versteht es, einen präzisen Einblick in eine gänzlich andere Zeit zu liefern.
Was sollte man anderes erwarten, immerhin produziert HBO. Und Martin Scorsese. Dieser führte auch bei der Pilotfolge Regie und bekam dafür prompt einen Emmy. Wenn
das nichts ist.
Generell ist The Boardwalk Empire großartig geschrieben. Wo
die erste Staffel noch viele einzelne Handlungsebenen separat aufbaut und Stück für Stück zusammenführt, entwickelt die zweite Staffel eine Dynamik, die einen
dranbleiben und mitfiebern lässt, inklusive unerwarteten Vorkommnissen und
Wendungen á la Sopranos. Wo wir schon bei den Sopranos sind, wer
sich gerne Gangstergeschichten, hier speziell aus den 30er und 40er Jahren, anschaut, der
sollte sich für The Boardwalk Empire begeistern lassen können, auch wenn sich
erst in der zweiten Staffel derartigen Tendenzen klarer herauskristallisieren
als noch in der vorangegangenen Staffel.
Doch hier werden einige Kritiker laut, was ich teilweise
nachvollziehen kann. The Boardwalk Empire kann sich allein seiner Komplexität und diversen Charaktere wegen hinziehen. Es lässt sich
Zeit. Viel Zeit. Hinzukommt für den europäischen Zuschauer, dass man sich weit
mehr auf die spezielle Thematik der Prohibition und ebenso den Umständen zu
Beginn der 1920er Jahre in den USA einlassen und sicherlich etwas Interesse dafür mitbringen
muss.
Neben diesen allgemeinen Eindrücken muss man natürlich die
ausgezeichnete Besetzung erwähnen, allen voran Steve Buscemi, dessen
abscheuliche Glubschaugen mich für immer verfolgen werden, aber nichts daran
ändern, dass er ein außergewöhnlicher Schauspieler ist. So auch Michael Pitt,
Kelly Macdonald oder Michael Shannon, auch wenn in dieser Serie jeder von ihnen etwas mehr oder
weniger unangenehmes an sich hat. Das ist es auch, was „TBE“ ausmacht: Jede
einzelne Figur hat Dreck am Stecken, in welcher Form auch immer. Der Zuschauer
lüftet Geheimnisse und erfährt Schritt für Schritt mehr über diese dubiosen
Charaktere, ob es nun eine unerwartete positive oder nur eine weitere negative
Eigenschaft der jeweiligen Figur ist.
Also warum nicht? Warum erfährt The Boardwalk Empire, eine der beliebtesten Serie des Senders HBO, nicht
den Hype, wie viele andere, ähnliche Serienprodukte? TBE geht unter die Haut und verlangt dem Zuschauer Aufmerksamkeit und Interpretationslust
ab, doch welche gut funktionierende Serie tut das heutzutage nicht? Geht es nur
mir so, dass ich diese nostalgischen Aufnahmen einer längst vergangenen Zeit
wie in The Boardwalk Empire (oder vergleichsweise eben Mad Men) so gerne sehe oder fühlt sich der
Großteil des (deutschen) Publikums von solchen Serien schlicht und einfach
gelangweilt? Hier wird leider von vielen sehr gutes Fernsehen links
liegen gelassen. Doch HBO macht weiter, wofür man sie zu schätzen weiß, Mitte
September diesen Jahres läuft die dritte Staffel an.
Ich möchte The Boardwalk Empire pushen. Warum um den
heißen Brei herumreden. Schaut euch diese Serie an oder gebt zumindest der
Pilotfolge eine Chance. Besser sogar den ersten vier Folgen, denn The Boardwalk
Empire braucht, wie bereits geschrieben, seine Zeit, doch es kann sich wirklich lohnen.
Staffel 1 von The Boardwalk Empire ist hierzulande bereits auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Die zweite Staffel lief bis vor kurzem noch auf dem Pay-TV-Sender TNT Serie und kommt in Deutschland am 5. Oktober 2012 auf den Markt. Die dritte Staffel startet in den USA am 16. September 2012 und wird zeitnah auf Sky Atlantic HD in Deutschland zu sehen sein.