Dienstag, 17. Juli 2012

Breaking Bad - Season 5 Episode 1 Staffelauftakt - Live Free or Die


ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!

Breaking Bad geht in die fünfte und letzte Staffel (welche wiederum in zwei Hälften á 8 Episoden aufgeteilt wird) und die ganze Welt ist aus dem Häuschen. Gut, die ganze Welt ist vielleicht ein wenig übertrieben. Sagen wir einfach mal, dass es ganz viele Menschen gibt, die auf den 15. Juli 2012 hingefiebert haben und es kaum erwarten konnten, endlich wieder von Heisenberg und Co. in ihren Bann gezogen zu werden. So auch ich. Speziell darauf hingefiebert habe ich jetzt zwar nicht, aber ich freue schon sehr, dass es mit „BB“ endlich weitergeht. Was ist der Plan? Wie endet die Geschichte rund um Walter White? Die Erwartungen sind hoch, zu Recht möchte man meinen, denn Breaking Bad gehört zu dem visuell und schauspielerisch Besten, Spannenden, Fesselnden, Atemraubenden etc. pp., was das (amerikanische) Fernsehen zu bieten hat.

Long story short: Breaking Bad ist super und an dieser Stelle möchte ich wöchentlich meinen Senf zu den einzelnen Episoden der finalen 5. Staffel abgeben. Ich werde es zumindest versuchen. Dabei liste ich nur ein paar Gedanken meinerseits zur jeweiligen Episode auf, was mir aufgefallen ist, was mir (mehr oder weniger gut) gefallen hat, was mich ins Grübeln brachte usw. Eine in-depth-Analyse sollte man aber nicht unbedingt erwarten. Dafür aber den einen oder anderen Spoiler. Also weiterlesen auf eigene Gefahr. Ich möchte hier niemanden irgendetwas versauen.

ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!

Und es geht gleich ganz unverblümt mit Episode 1 der 5. Staffel los, „Live Free or Die“. 


Gleich zu Beginn nochmal: Es geht weiter!
Nach dem grandiosen Staffelfinale der 4. Season (Episode 13, Face Off), dem Ende von Gustavo „Gus“ Fring und dem Resultat, dass offensichtlich kein direkter Konkurrent mehr für Walter White in Sachen Herstellung von Methamphetamin sowie dem Verkauf desselbigen zu Gegend ist, wird es interessant. Steigt Walter zum „King“ auf? Dreht sich die moralische Abwärtsspirale unaufhörlich weiter? We’ll see…    

Live Free or Die
Walt's neues Lebensmotto/ Credo? (Mal abgesehen vom Nummernschild des Wagens in der Post-Opening-Scene.) Naheliegend. Dass diese neue Überzeugung für Walt selbst irgendwann etwas durchaus Schlechtes hervorbringen und ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen könnte, steht wohl außer Frage.

Opening
Walt sieht etwas haarig (ungewohnt) und mitgenommen aus. Er trifft sich in einem schäbigen Denny’s mit dem Waffenhändler, an welchen man sich vielleicht noch aus Episode 2 der 4. Staffel (Thirty-Eight Snub) erinnern könnte. Diesmal bekommt Walt aber etwas Größeres als eine popelige Handfeuerwaffe. Klassisch Breaking Bad. Wie so oft kann man mit einem Opening wie diesem nicht viel anfangen. Der Zeitpunkt dieser Handlungsebene interessiert mich natürlich am meisten, ein kleiner Hinweis bietet die Geburtstags-Speck-52 auf Walter's Teller. Auf alles weitere müssen wir uns wohl gedulden… (Parallele zur zweiten Staffel, Flugzeugabsturz etc.) 

„I won.“
Walt zu Skyler. Skyler hat Angst. Vor Walt. Mit Recht. Walt ist skrupel- und reuelos (geworden). Man bekommt sogar das Gefühl, er sei außerordentlich stolz auf sich und seine Taten. Unbewusste Persönlichkeitsentwicklung oder schlicht und einfach Akzeptanz des neuen Ichs? Letzteres.  

Gus umbringen, Imperium übernehmen, sich freuen. 
So einfach geht’s nicht.
Gus’ Laptop (Schwager Hank ist dran) macht Walter, Jesse und Mike zu schaffen. Darauf befinden sich noch die Aufnahmen aus dem High-End-Drogenlabor unter Gus’ Wäscherei. Und der Laptop liegt bereits in der Asservatenkammer der hiesigen Polizei. Ein Plan muss her. Daher... 

„Yeah Bitch! Magnets! Owww!“ 
Der Plan. Coole Idee. Aber doch ein bisschen einfach oder? Wie Mike so mal schnell das Tor knackt, oder dass niemand mitbekommt, wie er die Überwachungskamera „verdunkelt“? Egal, Korinthenkackerei. Die Umsetzung ist gelungen und der Laptop scheint erfolgreich zerstört. Aber auch ein neues Detail kommt ans Licht: Die Fotografie von Gus und seinem „Hermano“ samt kleiner Notiz. "Bancsuisse Cayman". Wenn das mal nicht noch sehr interessant wird. 

„Ted’s dead.“ Kind of...  
Holy crap, Ted looks bad. Wir erinnern uns Folge 11, letzte Season, Crawl Space? Oh boy, das war hart, aber ganz ehrlich, ich musste (vor Erstaunen/ Überraschung) schon ein wenig lachen. Hatte etwas von der legendären Rasenmäher-Folge in Mad Men (Guy Walks Into an Advertising Agency, S03E06). Zurück zu Ted Beneke. Und Skyler. Ted liegt im Krankenhaus und sah auch schon mal besser aus (jetzt läuft’s…). Interessanterweise hat er vor Skyler so viel Angst wie Skyler vor Walter. Deswegen wird Ted auch kein Sterbenswörtchen über die ganze Angelegenheit verlieren. Skyler findet das „good“. Aber so richtig „good“ sieht sie dabei nicht aus. Epiphanie? Wie viel (indirekte) Mitschuld trägt sie an Ted’s Umstand? Schon ein bisschen. Ein bisschen viel...

Mike
Ich mag Mike so sehr. Extrem fähig, keine „half measures“ und ein richtiger Badass. Insbesondere gegenüber Walter, welchem er am liebsten sofort eine Kugel zwischen die Augen gesetzt hätte. Wäre da nicht Jesse. Jesse wird noch eine äußerst interessante Rolle zwischen den beiden spielen. Und Mike, ich hab das Gefühl, der wird das Zeitliche segnen. Irgendwie. Irgendwann. Und das fände ich echt traurig. Und warum? 

…wegen Walt?
Walter hat’s akzeptiert. Seine Rolle, seine Taten und die Erwartungen, die er an sich selbst stellt. Kaltblütig, unemotional, stolz. Stolz auf das, was er vollbracht hat. Zu allem bereit. Diesen Anschein macht er zumindest auf mich. Wie er tiefenentspannt auf Mike’s Verhalten reagiert, seine Konfrontation mit Saul ("We're done when I say we're done.") und wie er am Ende dieser Episode Skyler die wohl verstörendste Umarmung überhaupt gibt. Walter's Welt und Wahrnehmung hat sich wie zu erwarten war komplett geändert. Und Bryan Cranston war wieder einmal ganz groß.

„I forgive you.“ 
(Walt zu Skyler) Ohne Worte.

Gesamteindruck
Sehr ordentlich. Man hat schon Besseres gesehen, aber das hier ist nur der Aufgalopp. Es wird eskalieren, so viel ist schon mal klar. Aber wann und auf welche Art und Weise, das macht es gerade so spannend. In freudiger (oder ängstlicher?) Erwartung auf die nächste Episode.


Diese Woche Sonntag, den 22. Juli, läuft Madrigal, die zweite Episode der 5. Staffel von Breaking Bad. Meine Gedanken dazu dann in gut einer Woche wieder hier auf bommebastisch.

Samstag, 14. Juli 2012

The Boardwalk Empire


Ich habe mir vor kurzem die zweite Staffel von HBO’s The Boardwalk Empire angesehen. Großartiges Ding. Dennoch werde ich bei dieser ausgezeichneten Serie das Gefühl nicht los, dass sie kaum wahrgenommen wird, besonders hier in Deutschland. Warum ist das so? Nischenthematik? Zu speziell? Kann sich der Otto-Normal-Seriengucker nicht darauf einlassen, auch wenn er zeitgleich ähnlich komplexe Serien schaut, deren größter Unterschied oft nur die Grundthematik an sich ist?

In The Boardwalk Empire dreht sich alles um eine wunderbare Zeit, welche ich mir schon damals im Geschichtsunterricht dermaßen lebhaft und aufregend vorgestellt habe: The Roaring Twenties, die Goldenen 20er. Der Fokus liegt hierbei auf Atlantic City, ein Paradies für Glücksspieler, Lebemänner und korrupte Politiker. Dieses „Paradies“ ist in der Hand eines Mannes, Enoch „Nucky“ Thompson (Steve Buscemi), Stadtkämmerer, aber zugleich auch der mächtigste Mann in AC. Über seinen Tisch geht alles, er hält alle Fäden in der Hand. Diese Macht rührt vor allem daher, dass in den USA soeben die Prohibition durchgesetzt wurde und „Nucky“ nun sämtliche Räder in Bewegung setzen lässt, um sein „Boardwalk Empire“ nicht trocken werden zu lassen. Seine vorteilhafte Position und seine Beziehungen zu diversen wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft spielen ihm hierbei selbstverständlich in die Karten. Doch wo Macht ist, sind auch Neider. Und schnell wird klar, dass das Leben an der Strandpromenade (engl. boardwalk) sich doch gar nicht so einfach gestalten lässt, wie es sich ein mancher wünschen würde…

Ich möchte eigentlich gar nichts weiter zu den Inhalten der ersten und zweiten Staffel von The Boardwalk Empire verlieren. Doch, um diese Serie einem schmackhaft zu machen, sollte man schon wissen, auf was man sich ungefähr einlässt. Stichwort die 20er. Der Stil dieser Epoche ist unvergleichbar, von der Ausstattung bewegt sich The Boardwalk Empire auf einer Ebene mit Mad Men. Geschmeidige Anzüge, wunderbare Kulissen, hohe Produktionswerte, The Boardwalk Empire sieht einfach hervorragend aus und versteht es, einen präzisen Einblick in eine gänzlich andere Zeit zu liefern. Was sollte man anderes erwarten, immerhin produziert HBO. Und Martin Scorsese. Dieser führte auch bei der Pilotfolge Regie und bekam dafür prompt einen Emmy. Wenn das nichts ist.

Generell ist The Boardwalk Empire großartig geschrieben. Wo die erste Staffel noch viele einzelne Handlungsebenen separat aufbaut und Stück für Stück zusammenführt, entwickelt die zweite Staffel eine Dynamik, die einen dranbleiben und mitfiebern lässt, inklusive unerwarteten Vorkommnissen und Wendungen á la Sopranos. Wo wir schon bei den Sopranos sind, wer sich gerne Gangstergeschichten, hier speziell aus den 30er und 40er Jahren, anschaut, der sollte sich für The Boardwalk Empire begeistern lassen können, auch wenn sich erst in der zweiten Staffel derartigen Tendenzen klarer herauskristallisieren als noch in der vorangegangenen Staffel.

Doch hier werden einige Kritiker laut, was ich teilweise nachvollziehen kann. The Boardwalk Empire kann sich allein seiner Komplexität und diversen Charaktere wegen hinziehen. Es lässt sich Zeit. Viel Zeit. Hinzukommt für den europäischen Zuschauer, dass man sich weit mehr auf die spezielle Thematik der Prohibition und ebenso den Umständen zu Beginn der 1920er Jahre in den USA einlassen und sicherlich etwas Interesse dafür mitbringen muss.

Neben diesen allgemeinen Eindrücken muss man natürlich die ausgezeichnete Besetzung erwähnen, allen voran Steve Buscemi, dessen abscheuliche Glubschaugen mich für immer verfolgen werden, aber nichts daran ändern, dass er ein außergewöhnlicher Schauspieler ist. So auch Michael Pitt, Kelly Macdonald oder Michael Shannon, auch wenn in dieser Serie jeder von ihnen etwas mehr oder weniger unangenehmes an sich hat. Das ist es auch, was „TBE“ ausmacht: Jede einzelne Figur hat Dreck am Stecken, in welcher Form auch immer. Der Zuschauer lüftet Geheimnisse und erfährt Schritt für Schritt mehr über diese dubiosen Charaktere, ob es nun eine unerwartete positive oder nur eine weitere negative Eigenschaft der jeweiligen Figur ist.

Also warum nicht? Warum erfährt The Boardwalk Empire, eine der beliebtesten Serie des Senders HBO, nicht den Hype, wie viele andere, ähnliche Serienprodukte? TBE geht unter die Haut und verlangt dem Zuschauer Aufmerksamkeit und Interpretationslust ab, doch welche gut funktionierende Serie tut das heutzutage nicht? Geht es nur mir so, dass ich diese nostalgischen Aufnahmen einer längst vergangenen Zeit wie in The Boardwalk Empire (oder vergleichsweise eben Mad Men) so gerne sehe oder fühlt sich der Großteil des (deutschen) Publikums von solchen Serien schlicht und einfach gelangweilt? Hier wird leider von vielen sehr gutes Fernsehen links liegen gelassen. Doch HBO macht weiter, wofür man sie zu schätzen weiß, Mitte September diesen Jahres läuft die dritte Staffel an.

Ich möchte The Boardwalk Empire pushen. Warum um den heißen Brei herumreden. Schaut euch diese Serie an oder gebt zumindest der Pilotfolge eine Chance. Besser sogar den ersten vier Folgen, denn The Boardwalk Empire braucht, wie bereits geschrieben, seine Zeit, doch es kann sich wirklich lohnen. 

Staffel 1 von The Boardwalk Empire ist hierzulande bereits auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Die zweite Staffel lief bis vor kurzem noch auf dem Pay-TV-Sender TNT Serie und kommt in Deutschland am 5. Oktober 2012 auf den Markt. Die dritte Staffel startet in den USA am 16. September 2012 und wird zeitnah auf Sky Atlantic HD in Deutschland zu sehen sein.  

The Boardwalk Empire - Promo Season 1


Mittwoch, 11. Juli 2012

Zurück

Zurück. Zurück zum Bloggen. Letzter Eintrag - 10. März 2012. Fast auf den Tag genau vier Monate. Ich hatte keine Zeit (bzw. ich wollte keine Zeit dafür haben). Ich hatte auch nicht wirklich die Motivation und Lust dazu. Manchmal kommt halt einfach alles zusammen.

Aber das soll sich wieder ändern (wie oft habe ich diesen Satz schon geschrieben?). Irgendwie habe ich eben wieder diese Motivation und Lust zum Schreiben. 140 Zeichen reichen auf Dauer einfach nicht aus. Und ich habe hoffentlich auch wieder die Zeit dafür. Vielleicht muss ich auch die eigenen Ansprüche runterschrauben. Ich möchte immer alles erschöpfende Texte schreiben, präzise und ausführlich müssen diese sein. Das kostet nun mal Zeit. Das war früher noch viel extremer, hatte sich hier ein wenig gebessert, aber nach wie vor hatte ich das Gefühl, dass das Schreiben an sich eher anstrengend, im Sinne einer Aufgabe oder Erwartung an mich selbst, als wohltuend und, pathetisch formuliert, erfüllend war.

Ich habe wieder Lust. Und ich möchte Spaß dabei haben. Daher soll hier auch alles reinkommen, was mir gerade durch den Kopf schwirrt. Film, Kino, TV, Serien, Medien etc. werden hier weiterhin die Grundthemen meiner Beiträge sein.

Versprechen möchte ich nichts, das ist bei mir noch nie gut gegangen. Aber ich habe Ideen, ich möchte bestimmte Dinge sehr gerne ansprechen und ich hoffe, dass ich vielleicht auch anderen Leuten etwas anbieten bzw. geben kann. Wer hier mitliest und etwas zu sagen hat, dem bin ich sehr verbunden. Diskussion, Austausch, Kritik ist immer gut. Danke schon einmal im Voraus.

Auf bald.