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Dienstag, 13. August 2013

Breaking Bad S05E09 - Blood Money

Der ein oder andere wird sich eventuell erinnern können: Vor gut einem Jahr, als die erste Hälfte der fünften und somit finalen Staffel von Breaking Bad ausgestrahlt wurde, hatte ich mir die Aufgabe gestellt, jede Woche meine Gedanken zu den aktuellen Episoden der AMC-Erfolgsserie zu präsentieren. Und das kam anscheinend auch ganz gut an.

Vergangenen Sonntag war es dann endlich soweit, Breaking Bad feierte den Start in die letzten acht Folgen dieser Serie – und der Buzz war bzw. ist gigantisch. Ich für meinen Teil hatte mir eigentlich wieder vorgenommen, ähnlich wie vor einem Jahr mich deb immer sonntags erscheinenden Folgen zu widmen. Jedoch wusste ich noch nicht ganz, ob ich es zeitlich hinbekommen würde. Hinzukommt ein Urlaub Ende September, der mich sowohl die vorletzte als auch letzte Folge von Breaking Bad verpassen lässt. Dementsprechend müsste ich dann zwei Reviews nachliefern, was ich auf den ersten Blick ziemlich doof finde.

Ich war mir also doch etwas unschlüssig darüber, wieder wöchentlich meinen Senf zu Heisenberg und Co. abzugeben. Gestern habe ich mir dann die neunte Folge der fünften Staffel, den Anfang vom Ende, Blood Money, angeschaut. Ich habe mir spontan einen Zettel geschnappt und Notizen gemacht, wie vor einem Jahr. Und ich bekam wieder Lust, diese Notizen mit dem Internet und anderen Menschen zu teilen. Also alles wie immer, an dieser Stelle wird von heute an wöchentlich ein paar Ausführungen meinerseits zu den aktuellen Episoden der letzten Staffel von Breaking Bad lesen können. Wer sich noch mal einen Überblick verschaffen möchte, was ich vor einem Jahr so zu diesem Thema verbrochen habe, der klicke bitte HIER. Aber genug gefaselt. Fangen wir an, in altbekannter Manier…

ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!


Zuallererst: Es geht weiter!
Was haben wir alle gewartet. Gerade in den letzten Wochen wurde es deutlich, wie sehr die Menschen dem Start der letzten acht Folgen einer der vermeintlich besten TV-Serien aller Zeiten entgegenfieberten. Ausführliche Recap-Videos, eine sehr gelungene Middle School Musical-Parodie, ComicCon-Hysterie, Theorien und Spekulation über den Ausgang der Serie, Gänsehaut-Teaser und vieles, vieles mehr. Es war einfach an der Zeit. Und die Zeit ist jetzt gekommen. Willkommen zur zweiten Hälfte der fünften Staffel von Breaking Bad.

Opening
Blood Money beginnt mit einer klassischen Pre-Intro-Sequenz, welche wir über die Jahre schätzen und lieben gelernt haben. Foreshadowing ist hier das Stichwort, diese mehr oder weniger kurzen Momente bevor der Name der Show eingeblendet und gelber Rauch durchs Bild wabert suggerieren dem Zuschauer stets eine mögliche Entwicklung, ein zukünftiges Bild oder ein Moment, der noch kommen wird und mit dem wir zumeist erstmal nicht viel anfangen können, da er aus dem Zusammenhangen gerissen ist. So auch dieses Mal. Nahaufnahme. Eine Gruppe Jugendlicher skatet in einer Halfpipe oder ähnlichen. Doch Moment, langsam wird deutlich, dass es sich nicht um eine Halfpipe, sondern vielmehr um einen Pool handelt. Erste Assoziation: Der Pool der Familie White. Der rosafarbene Teddybär aus der zweiten Staffel. Skyler’s Selbstmordversuch in der vierten Folge der fünften Staffel (Fifty-One). Und tatsächlich, eine weite Aufnahmen zeigt uns das Haus der Familie White, runtergekommen, versifft und beschmiert, hier lebt schon lange niemand mehr, vor allem nicht die Whites. Ein Auto fährt vor. Und da steht er, Walter White (Bryan Cranston), heruntergekommen und vollbärtig, mit dem monströsen Maschinengewehr im Kofferraum, dass er in der ersten Folge der fünften Staffel (Live Free or Die) noch von Waffenhändler Lawson (Jim Beaver) erwarb. Walt näher sich dem verlassenden Haus und tritt ein. Eine gespenstische Atmosphäre. Der Zuschauer visualisiert sogleich den eigentlich Normalzustand des Gebäudes, die Inneneinrichtung, Junior am Frühstückstisch etc. Doch nichts davon ist zu sehen. In Großbuchstaben prangt HEISENBERG an der Wand. Ein teuflisches Andenken, ein Reminder: Heisenberg was here. Walt schreitet durch das Haus und man versucht seine Gedanken zu erahnen. Was empfindet er? Wehmut? Trauer? Zorn? Walt nähert sich dem Schlafzimmer und somit der Steckdose, hinter welcher er das Ricin in der zweiten Folge der fünften Staffel versteckt hatte (Madrigal). Er demontiert die Steckdose und findet das kleine Gefäß mit dem tödlichen Pulver. Er scheint jetzt Verwendung dafür zu haben. Er dreht sich um, eine kurzer Blick in einen zerbrochenen Spiegel – Ja, das bist du Walt, diese zerzauste Peron da im Spiegel. Walt verlässt das Gebäude. Er will soeben in sein Auto steigen, als er seine ehemalige Nachbarin bemerkt, absolut starr vor Schreck. „Hello Carol.“ haucht ihr Walter entgegen. Carol lässt ihre Einkäufe fallen, ihr ist sichtlich der Schock ins Gesicht geschrieben. Und Schluss. Wir tappen im Dunkeln. Und doch wissen wir anhand Carol’s Reaktion, dass uns etwas Großes erwartet. Auch ein bisschen verängstigt? Gut.

You’re okay to drive?
Wir setzen da ein, wo wir in der achten Episode (Gliding Over All) aufgehört haben. Im Hause White gibt es ein kleines Familiendinner, alles scheint friedlich. Jedoch… Hank (Dean Norris) kommt von der Toilette, dem Ort wo er soeben festgestellt hatte, dass sein Schwager Heisenberg ist bzw. sein könnte. Diese Erkenntnis macht ihm offensichtlich schwer zu schaffen. Hank fühlt sich äußerst unwohl und macht sich zusammen mit Marie auf den Heimweg. Walter sorgt sich etwas um Hank („You’re okay to drive?“), doch Hank sieht man an, dass er einfach nur schnellstmöglich von hier weg will. (Apropos: „Hello Carol!“ – „Oh hi Walt!“ Fantastisch.) Es folgt eine intensive Szene mit Hank am Steuer seines Wagens. Er hyperventiliert und erleidet einen nervlichen Zusammenbruch. Der folgende Unfall verläuft glücklicherweise glimpflich. Hank wird sich der Sache annehmen, keine Frage. Doch das alles war jetzt erst einmal einfach zu viel für ihn.

Business
Walt und Skyler (Anna Gunn) befinden sich vor ihrer Waschanlage und das Geschäft scheint äußerst gut zu laufen. Walt hat sogar die Idee, zu expandieren und eine weitere Waschanlage zu erwerben (zum einen um mehr Geld waschen und die Fassade besser aufrechterhalten zu können, zum anderen klingt ein wenig Walt’s „Empire“-Gedanke durch…). Lydia (Laura Fraser), die wir in der ersten Hälfte der Staffel als labile Mittelsfrau kennen gelernt haben, taucht auf und möchte mit Walt sogleich das Problem bezüglich der sinkenden Qualität seiner „Ware“ besprechen, was wohlmöglich aus Walt’s Geschäft mit Drogendealer Declan (Louis Ferreira, S05E06 Buyout / S05E07 Say My Name) resultiert. Walt ist wiederum nicht sonderlich beeindruckt von Lydia und würgt sie schnell ab. Und auch Skyler riecht den Braten und wird gegenüber Lydia recht deutlich. Ein kleine Erinnerung daran, dass es für Walt (und Skyler) jetzt ein wenig anders läuft, als noch vor vielen Monaten. Walt scheint sich zurückgezogen zu haben aus der Herstellung und dem aktivem Vertrieb von „Blue Sky“.

Working the Files
Hank hat sich etwas beruhigt und möchte seiner grausigen Vermutung nun genauer auf den Grund gehen. Dafür hat er sich diverse Akten zu sich nach Hause bestellt, um zum wiederholten Male Verbindungen zwischen all den Verdächtigen (Gus Fring, Gale Boetticher, Hector Salamanca etc.) herzustellen, nur dieses Mal unter Berücksichtigung des Umstandes, dass sein Schwager auch Teil dieses Geflechts sein könnte. An und für sich keine extrem besondere Szene, doch die Montage, die Hank bei der Arbeit zeigt, dazu Jim White’s Wordmule, das gefällt gut. Und abschließend hält Hank auch noch eine Fahndungsskizze von Heisenberg hoch. Seinem Gesichtsausdruck zufolge fällt es ihm schwer, jetzt nicht seinen Schwager in diesem Bild wieder zu erkennne. 

Jim White - Wordmule


147 Kirks!
Das erste Mal das wir Jesse (Aaron Paul) in dieser Folge sehen. Aber dabei bleibt es auch. Badger (Matt Jones) und Skinny Pete (Charles Baker) komplettieren das Bild. Beide philosophieren über Star Trek und den komplizierten Prozess des Beamens. Und weit mehr als nur das, Badger präsentiert Skinny Pete auch nur einen eigens entworfenen Pitch zu einer Star Trek-Episode („Spock has total Vulcan conrol over his digestion!“), welcher einfach großartig und zum Schießen ist. Jesse ist hier nur nebensächlich. Er wirkt abwesend, in seine Gedanken vertieft. IM weiteren Verlauf der Folge wird näher darauf eingegangen... 


I’ll handle it
Wieder Jesse. Diesmal sitzt er im Empfangsbereich des Büros von Saul Goodman (Bob Odenkirk). Um endlich dranzukommen greift er zu einer eher ungewöhnlichen Methode („Jesse Pinkman’s out here smoking pot.“). Im Büro präsentiert sich Saul Goodman sogleich von seiner typischen Seite, nach einem kleinen Schäferstündchen mit einer etwas betagten Thai-Masseuse („Barn door open!“) hat er endlich Zeit für seinen Klienten. Dieser überrascht Saul damit, dass er 5 Mio. Dollar verschenken will, die eine Hälfte an die Enkelin von Mike, die andere Hälfte an die Eltern des von Todd erschossenen Drew Sharp (S05E05 Dead Freight). Jesse plagen Schuldgefühle, und das Geld erinnert ihn tagtäglich daran. Er will es um jeden Preis loswerden. Saul verspricht Jesse sich darum zu kümmern, auch wenn es nicht so einfach sein wird, wie es sich letzterer vorstellt. Der pflichtbewusste Anwalt greift nach dem Verschwinden Jesses sofort zum Hörer und informiert Walter. Seine Reaktion: „I’ll handle it.“ Eine Referenz an die achte Folge der fünften Staffel, Gliding Over All, in welcher Walt mit gelassener und selbstbewusster Miene (und nachdem er Mike erschossen hatte) Jesse diese Phrase entgegenschmetterte.

The past is the past
Es folgt eine der stärksten Szenen in Blood Money. Walt taucht bei Jesse auf und bringt das Geld mit, welches letzterer eigentlich Saul überlassen hatte. Walt’s „You’ve earned it.“ zu Jesse sind harte Worte in dessen Ohren, ist es doch im wahrsten Sinne „blood money“, die Jesse immer wieder an die vergangenen Gräueltaten erinnert. Walt versucht sich infolgedessen als Lebensberater und schlägt Jesse vor, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Doch Jesse kann das nicht, er kann nicht vergessen. Auch Walt’s Beschwichtigungen („I’m out.“ – Verweis auf Mike.) zeigen kaum Wirkung. Jesse ist psychisch am Boden zerstört, und hinzukommt seine Sorge um Mike (Jonathan Banks), von dem er nichts mehr gehört hat. Walt lügt Jesse ohne mit der Wimper zu zucken an und versichert ihm, dass es Mike gut geht. Doch Jesse denkt sich seinen Teil, und stellt nebenbei noch eine kluge Schlussfolgerung auf. Walt appelliert wiederum an Jesse, „I need you to believe this. It’s [dass er Mike umgebracht hat] not true, it’s just not.”“I need you to believe me.” Jesse’s Gesichtsausdruck ist in diesem Moment alles andere als leicht zu analysieren. Schaut euch das Häufchen Elend doch an. Er sagt zwar, dass er Walt glaubt, aber gleichzeitig wird dem Zuschauer auch zum wiederholten Male klar, dass das Vertrauen zwischen ihm und Walt schon lange nicht mehr existent ist. Im Endeffekt sitzen beide nebeneinander und wissen, dass alles eine Lüge ist. Walt’s falsches Spiel zeigt keine Wirkung bei Jesse, doch reagiert er eher gleichgültig darauf, was wiederum auf seinen gegenwärtigen Gemüts- und Geisteszustand zurückzuführen ist. Ein sehr packender und vielsagender Moment, insbesondere was die Beziehung zwischen Walt und Jesse angeht.

Tracking Device
Wir sehen die Familie White beim Dinner, als Walt plötzlich die Toilette aufsucht. Die Nebenwirkungen der Chemotherapie gegen seine aufkeimende Krebserkrankung machen sich wieder einmal bemerkbar. Als er sich übergeben muss, folgt ein verhängnisvoller Blick auf die Zeitschriftenablage. Ein Buch fehlt. Das Buch fehlt. Walt Whitman’s Leaves of Grass, das Geschenk samt Widmung von Gale Boetticher (David Costabile). Wo könnte es nur sein? Eine unscheinbare Frage bezüglich Hank und seiner aktuellen körperlichen Verfassung bring Walter auf den Gedanken: Könnte Hank das Buch entdeckt und mitgenommen haben? Wieder einmal macht sich eine grausige Vermutung breit, dieses Mal bei Walter. Er geht vor die Haustür und untersucht sein parkendes Auto, und siehe da: ein GPS-Signal, ein Tracking Device, so wie jenes, das Walt für Hank an den Wagen von Gustavo Fring (Giancarlo Esposito) befestigt hatte (S04E08, Hermanos). Dank der passenden musikalischen Untermalung geht ein leichtes Beben durch den Körper des Zuschauers. Hank ist Walter auf den Fersen.

Take it
Jesse ist fix und fertig. Verzweifelt versucht er das Geld loszuwerden, das ihm so viele schlaflose Nächte bereitet hat. Daran klebt das Blut unschuldiger Menschen, und Jesse zerfrisst diese Schuld, nicht nur innerlich sondern auch äußerlich (Aaron Paul mit seiner unverkennbaren Mimik ist einfach unglaublich gut). So verschenkt erst einen ganzen Batzen Bares an einen mittellosen Obdachlosen, danach fährt er in bester Paperboy-Manier durch die Nachbarschaft und pfeffert Geldbündel durch die Luft, welche auf den Grundstücke wildfremder Menschen landen. Take it. Please.

Tread lightly
Die letzte Szene in dieser Folge. Und es verwunderte mich ein wenig, dass es noch in dieser Folge dazu kam. Walter sucht Hank auf. Ein Knistern liegt in der Luft, Hank sieht auch schon etwas mitgenommen aus, sein Blick wirkt glasig. Beide stehen sich gegenüber. In diesem Moment, so hatte ich den Eindruck, scheint schon fast alles klar zu sein. Walt zaubert das Tracking Device vor, welches er an seinem Auto gefunden hat, doch wirkt das Gespräch bis hierhin noch recht harmlos. Dann schließt Hank das Garagentor. Und ich bekomme Angst vor dem, was gleich geschehen könnte. Eine unglaublich (An)Spannung liegt in der Luft. „I don’t like the way you’re looking at me right now.” (Walt zu Hank) Und boom. Hank schlägt zu, Walter taumelt zu Boden. „It was you.“ Dean Norris liefert ab, und zwar richtig. Er verbindet die losen Enden und konfrontiert Walt auf eine sehr eindringliche, kraftvolle Weise. „I don’t know who you are. I don’t know who I am talking to.” (Hank zu Walt). Doch Walt bleibt selbstbewusst. Es ist das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit, die er sich als Heisenberg erarbeitet hat. Eine mögliche Strafverfolgung Walter's wäer sinnlos, denn so sagt es Walter selbst, sein Krebs ist zurück, er ist ein dying man. Und überhaupt, Hank soll sich im Allgemeinen nicht zu sicher sein, wen er da vor sich hat. Diese verbale Reaktion Walt's lässt sich wiederum verschieden interpretieren. Zum einen, dass er Hank schlicht und einfach darauf hinweist, dass dieser momentan sehr vage Behauptungen aufstellt und Walt wohlmöglich zu Unrecht beschuldigt. Zum anderen hört sich auch wie eine Warnung an. Falls Walt wirklich Heisenberg ist - und Hank weiß nur zu gut, zu was Heisenberg in der Lage ist - dann muss Hank auch Acht geben, wer ihm hier gegenübersteht. „Tread lightly.“ (Walt zu Hank) Eine intensive, nervenaufreibend Schlussszene der neunten Folge Blood Money.

Gesamteindruck
Ein guter Einstieg. Bryan Cranston, Regisseur der Episode, zeigt, dass er auch hinter der Kamera ein Händchen für das Medium hat, gekonnte Aufnahmen und spannender Moment inklusive. Wir werden größtenteils an viele Dinge erinnert (Walt’s „Lebenswandel“, Lydia, Jesse’s Schuldgefühle etc.), doch bekommen wir glücklicherweise keine langweilige Folge mit ständigen Wiederholungen der vorangegangenen Episoden zu sehen. Damit wäre auch sowieso nicht zu rechnen gewesen. Ebenso stürzt man sich auch nicht unmittelbar ins Geschehen. „Tread lightly“ ist auch hier das Motto. Die Konfrontation zwischen Hank und Walt markiert den Höhepunkt von Blood Money. Wie wird es zwischen den beiden weiter gehen, wie wird vor allem Walt reagieren? Dean Norris zeigt sich von einer sehr starken Seite, und auch Aaron Paul gefiel mir in seiner Aaron Paul-esquen Performance wieder einmal sehr gut. Ansonsten fielen die unzähligen Referenzen und Verweise auf ältere Episoden auf, darunter auch Hank’s „I don’t know who you are. I don’t know who I am talking to.” gegenüber Walt, was stark an Skyler und den Moment, als sie Walt’s Geheimnis lüftet, erinnert. Ein guter Auftakt, der uns wie immer erwartungsvoller in Richtung der zehnten Folge, Buried, blicken lässt.
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Uff. So viel zu ersten bzw. neunten Folge. Es ist doch mal wieder sehr viel geworden, wofür ich mich entschuldigen möchte. Wenn es läuft, dann läuft es nun mal. Falls es sich hier und da noch etwas holprig lesen sollte, bitte ich dies zu entschuldigen. Ich muss mich auch erst mal wieder ein wenig „eingrooven“. Ich hoffe aber, ich konnte euch dennoch ein paar nützliche Gedanken zu Blood Money mit auf dem Weg geben.

Jetzt seid ihr dran. Euer Eindruck vom Staffelhälftenauftakt? Wie gefiel euch Blood Money? Teilt ihr meine Ansichten oder gibt es etwas zu meckern? Bitte haltet euch nicht zurück, ich bin für jede Art der Kritik, des Feedbacks oder generellen Beteiligung dankbar. Ich lass mich sogar gerne auf Rechtschreibfehler hinweisen, also nur zu.

Nächste Woche geht es dann mit der 10. Folge der fünften Staffel von Breaking Bad weiter, namentlich Buried. Das hört sich irgendwie unangenehm an. Ich bin gespannt. Dazu dann wieder meine Gedanken, hier auf bommebastisch.blogspot.de.


Kleiner Nachtrag:
Wer sich wie ich kurz gewundert hatte, wer denn dieser Kevin Cordasco sei, dem diese Folge gewidmet war, der möge sich bitte das hier kurz durchlesen. Eine traurig-tolle Geschichte. (via A.V. Club)

Donnerstag, 13. Juni 2013

Game of Thrones - 5 Dinge, die mir in der dritten Staffel besonders gut gefielen


Game of Thrones. Vor wenigen Tagen ist die dritte Staffel der derzeit wohl beliebtesten und meist diskutierten Serie weltweit zu Ende gegangen. Dementsprechend wird das Netz nun logischerweise von diversen Artikeln, Blogbeiträgen, Season Reviews etc. überschwemmt, die sich einerseits der im Vergleich zur zweiten definitiv stärkeren dritten Staffel und ihren Inhalten widmen, oder eben nur wehklagend darauf hinweisen, dass der geneigte GoT-Fan sich jetzt wieder einmal gut ein Jahr gedulden muss, bis es mit der 4. Staffel der Erfolgsserie weitergeht.

Da auch ich ein großer Fan der Serie als auch der Buchreihe A Song of Ice and Fire bin, möchte ich ebenfalls ein paar Worte zu dieser Staffel verlieren. Nicht in kurzer, zusammengefasster Form, nein, vielmehr möchte ich fünf Aspekte (oder eben vereinfacht gesagt: Dinge) hervorheben, die mir diese Season sehr gut gefallen haben. Dabei sollte dem Leser bewusst sein, dass es sich um meine ganz persönliche Meinung handelt und es in dieser dritten Staffel sicherlich mehr als nur fünf Dinge gab, die letztendlich erwähnenswert sind. Ein bestimmte Reihenfolge bzw. Platzierung gibt es jedoch nicht, auch wenn ich die verschiedenen Aspekte/ "Dinge" durchnummeriert habe.

Ach ja: SPOILERWARNUNG! Das versteht sich glaube ich von selbst oder?
Und bitte.

1. Charles Dance / Tywin Lannister!

Ich bin ein Tywin-Fanboy. Ein ziemlich großer sogar. Jede Szene, in der das mürrisch dreinblickende, stets kalkulierende Familienoberhaupt der Lannisters auftrat, habe ich förmlich aufgesogen. Charles Dance ist ein herausragender Schauspieler, der sein Handwerk an den unzähligen Theaterbühnen Großbritanniens erlernte, perfektionierte und in der dritten Staffel von Game of Thrones mit derartiger Nachhaltigkeit zum Besten gab, dass er sich dafür eigentlich eine Auszeichnung verdient hätte. Ob er nun seinem Sohn Tyrion, seiner Tochter Cersei oder der Queen of Thorns, Olenna Tyrell, gegenüber stand, niemand sah auch nur einen Stich gegen ihn (letztere vielleicht, doch musste auch sie irgendwann klein beigeben). Selbstsicherheit, Dominanz, eine ehrfurchterregende Aura, Stolz, Unbarmherzigkeit, Weitsicht und Raffinesse - Tywin Lannister zeichnen weit mehr als nur diese Eigenschaften aus. Bis dato ist er einer der wenigen Charaktere der Serie, die unfehlbar, unüberwindbar und vor allem unbesiegbar wirken. Es gab nicht einen Moment, in der Charles Dance seiner Rollenanforderung nicht gerecht wurde. Das geht sogar soweit, dass man (obwohl der generelle Tenor einem sagt, dass man - drastisch formuliert - Tywin Lannister zu hassen hat) diesem Charakter unfassbar viel Respekt gegenüber hat und letztendlich als eine der coolsten Säue in ganz Westeros bezeichnen würde. Tywin Lannister bzw. Charles Dance, mein heimlicher (Anti)Held der dritten Staffel von Game of Thrones.



2. Khaleesi!

Zugegeben, in der zweiten Staffel habe ich die Rolle der Daenerys Targaryen gehasst. Wirklich. Ständig dieses „Where are my dragons?!?!“ oder überhaupt „I have dragons!!!!“, und wie sie durch die Wüste eierte, sich für so toll hielt und im Endeffekt doch nichts gebacken bekommen hat. Logisch, character building and stuff, aber es hatte mich genervt. Umso überraschter war ich von der Mother of Dragons diese Season, obwohl ich eine kleine Ahnung dahingehend hatte, dass ihr Handlungsbogen sehr gut werden könnte. Erstaunlich ist, dass man diese Staffel das Gefühl hatte, nicht besonders viel von Daenerys und der Handlung beyond the Narrow Sea gesehen zu haben, insbesondere am Anfang der Staffel. Und dennoch, jedes Mal wenn der Szenenwechsel nach Esteros kam, ging Daenerys’ Plot mit großen Schritten voran. Jedes Mal wurde es interessant, die Mother of Dragons verlor ihr anstrengende Staffel-Zwei-Attitüde und schwang sich zur absoluten badass figure auf. Hinzukamen starke altbekannte bzw. neue Figuren, sei es Ser Jorah Mormont (Iain Glen), Ser Barristan Selmy (Ian McElhinney) oder sellsword Daario Naharis (Ed Skrein). Der Danny arc hatte teilweise ein derartiges Tempo, dass es ein pure Freude war, dem Ganzen zu folgen. An dieser Stelle auch Respekt an Emilia Clarke, die nun drei Staffel hintereinander (charakterlich) komplett verschiedene Daenerys Targaryens spielen musste, und für meinen Geschmack besonders hier in Staffel drei großartig aufblühte. Ihr Charakter ist ein absoluter Fanliebling, sowohl bei den Buchlesern als auch bei den Serienschauern. Da verwundert es auch nicht, dass sie wieder einmal das finale Bild einer Staffel bekommt (Mhysa), einer der vielen epischen Momente (so auch in Astapor…), die dem Handlungsbogen der Daenerys Targaryen entsprangen und mich teilweise sehr beeindruckt haben. Go Mhysa!



3. Krasse Kampf-Choreos!

Und wenn ich krass sage, dann meine ich auch krass. Wenn eine Sache diese Season besonders auffällig war, dann dass es eine unglaublich hohe Anzahl an sowohl gut getimten als auch hervorragend inszenierten Kampfchoreographien gab. In den vorangegangen Staffeln gab es auch schon das ein oder andere Scharmützel zu bestaunen (Ned Stark vs. Jamie Lannister, The Hound, The Mountain That Rides etc.), doch entpuppte sich insbesondere Staffel drei als ein wahres Fest für die Augen, wenn Schwerter, Speere oder Arakhs miteinander kollidierten. Jamie Lannister gegen Brienne, der Hound gegen Ser Beric Dondarrion, Jon Snow gegen Orell, die drei Amigos Jorah Mormont, Grey Worm und Daario Naharis gegen ein paar Dutzend Soldaten der Stadt Yunkai. Die Abläufe waren jedes Mal fantastisch, die Inszenierungen packend und mitreißend, wenn nötig wurde der Hintergrund geschickt miteinbezogen. Jedes Mal, wenn Schwerter gezückt und Messer gewetzt wurden, konnte man sich auf großes Serien-Kino einstellen. Einzigartige Duelle, rasant und energisch, aber nie überfordernd oder überladen. Selbst ein Bär war mit dabei! Großes Lob für diese Kampfchoreographien. In diese Staffel mehr als nur die Kirsche auf der Sahne. 



4. Chaos is a ladder – The Climb!

An dieser Stelle möchte ich mich auf eine ganz bestimmte Szene beziehen, die ich so schnell nicht vergessen werde. In der dritten Staffel von Game of Thrones gab es so einige fantastische Momente zu bestaunen. Im Endeffekt waren es nicht nur einige, sonder gar recht viele. So viele, dass man schwer auf jeden einzelnen genauer eingehen könnte. Aber die Szene, die mich wohl am meisten mitriss und in der für mich einfach alles stimmte, die ereignete sich in der sechsten Folge der dritten Staffel, namentlich The Climb. Es ist Aiden Gillen, der eine der großartigsten Ansprachen in der gesamten Serie überhaupt hält. Chaos is a ladder. So oft bekam man Littlefinger diese Season gar nicht zu sehen, insbesondere im direkten Wortgefecht mit Varys (Conleth Hill). Dabei dürfte jedem Zuschauer klar sein, und so erwähnt es auch Varys zwischendurch, dass Petyr Baelish einer der gefährlichsten Männer in ganz Westeros ist. Mit seinem Vortrag, was der Realm wirklich ist, wie jeder versucht die Leiter zu erklimmen, Ambitionen zu verwirklichen, und doch so viele dabei scheitern, legt Littlefinger die Karten offen. Jeder ist auf seinen eigenen Erfolg und Motive bedacht, und mancher würde dafür so weit gehen, wie es sich andere nicht einmal vorstellen könnten. So ist der Realm. So sind die Menschen. So ist (the) Game of Thrones. Dieser Moment hinterließ mich sprachlos, nicht nur aufgrund des Inhalts und der passenden Analogie, auch die gesamte Inszenierung mit Schwenk auf Joffrey bzw. Ros oder Sansa, das war schlicht und einfach perfekt. Chapeau Aiden Gillen, Chapeau werte Serienschöpfer.



5. Nikolaj Coster-Waldau aka Jamie Lannister aka The Kingslayer!

Ach Jamie. Wir hassen dich. Was bleibt uns anderes übrig? Du hast Bran vom Turm geworfen, treibst es mit deiner Zwillingsschwester und bist generell ein ziemlich arroganter Unmensch. In Staffel zwei hat man dich nicht viel gesehen, du hattest das bekommen, was du verdient hattest, eingekerkert im Feldlager der Stark-Armee. Dann wirst du von der verzweifelten Catelyn befreit und sollst von der biederen Brienne of Tarth nach King’s Landing gebracht werden, als Austauschobjekt um Sansa und Arya Stark zu befreien und zurück zu deren Mutter zu bringen. Das konnte ja nix werden. Und dennoch, die Figur des Jamie Lannisters hat in der dritten Staffel eine sonderbare und zugleich fantastische Wandlung genommen. Natürlich genoss man seine Sticheleien gegenüber der stämmigen Brienne, aber im Laufe der Staffel wandelte sich das Bild vom sich überschätzenden, selbstverliebten Kingslayer zu einem bemitleidenswerten, unsicheren und letztendlich auch schwächelnden bzw. schwachen Lannister-Abkömmling. Jamie Lannister entwickelte sich ungemein weiter und veränderte sich kontinuierlich. Charakterlich als auch physisch. Er verlor seine Schwerthand, war am Boden zerstört, kurz vor dem Ende und rappelte sich dennoch wieder auf, nicht zuletzt dank Brienne. Er gab die schockierende Wahrheit über das Sacking von King’s Landing preis, warum er dem Mad King ein Schwert in den Rücken rammte und damit hunderttausende Menschenleben rettete, jedoch nie auch nur ein wenig Dankbarkeit und Anerkennung dafür erfuhr, sondern nur Verachtung und Schmähung. Er zeigte, dass er sich sehr wohl um andere kümmern kann, dass er Brienne nicht so schnell aufgibt, ihr im entscheidenden Moment zu Hilfe kommt und für sie sein Leben aufs Spiel setzt. Die Macher haben es geschafft, eine der unbeliebtesten Serienfiguren zum klammheimlichen Liebling zu machen. Auch wenn vieles auf Mitleid beruht, ab einem bestimmten Punkt hat man ein ganz anderes Bild von Jamie Lannister als noch in Staffel eins oder zwei. Daran hat auch der dänische Schauspieler Nikolaj Coster-Waldau großen Anteil, welcher mehr als nur einmal sein fantastisches Talent aufblitzen ließ. Das geht sogar so weit, dass es mich nicht verwundern würde, wenn eben jener Coster-Waldau bei der diesjährigen Emmy-Verleihung berücksichtigt werden würde. Ich würde es mir wünschen. Verdient hätte er es allemal.


So. Das waren die fünf Dinge, die mir in der dritten Staffel große Freude bereitet haben. Aber Moment, da fehlt doch was…

Special: (Drunken) Tyrion!

Peter Dinklage bzw. Tyrion war mit Abstand der beste Charakter der zweiten Staffel, keine Frage. In der dritten Staffel legte sich der Fokus auf viele andere, teilweise auch neue Charaktere, womit unser aller Lieblings-Imp deutlich weniger Screentime als noch im Vorjahr bekam. Das war zum einen schade, weil, nun ja, Peter Dinklage bekanntlich ziemlich super ist. Zum anderen war es aber auch verständlich, andere Figuren in den Mittelpunkt zu rücken. Das änderte aber auch nichts daran, dass jede Szene mit Tyrion-Beteiligung sehr stark daherkam. Ob in Kombination mit Vater Tywin, Schwester Cersei, der Queen of Thorns, Joffrey, Varys etc., eigentlich war es immer sehenswert (Ausgenommen die Szenen mit Shae. Die deutsch-türkische Schauspielerin Sibel Kekilli war teilweise sehr fürchterlich.) Anfangs wirkte Tyrion noch ein wenig unbeholfen, gerade im Duell mit dem dominanten Tywin oder der gewieften Queen of Thorns. Zum Ende der Staffel konnte Dinklage jedoch wieder einmal brillieren. Der Auftritt auf seiner eigenen Hochzeit war ein großer Spaß und steht stellvertretend für viele amüsante, aber oft auch ernsthafte und vor allem schauspielerisch sehr gute Momente des Peter Dinklage in der dritten Staffel von Game of Thrones. Zwar reichte es mir persönlich nicht, um unter meine Top 5 zu kommen, aber erwähnenswert ist es allemal. Oh Tyrion. Never change.



So. Das war’s jetzt aber wirklich. Oder? Ach Mist, noch eine Kleinigkeit, die dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist…

Keine Red Wedding? How dare you!

Ja, in der Tat, die Red Wedding bleibt hier unerwähnt. Zumindest bis jetzt. Ich bin mir der Tragweite dieses Ereignisses durchaus bewusst. Die allgemeine Reaktion im Netz zeigte auch, welche Bedeutung diese grausame Hochzeit für viele Fans der Serie hat. Doch muss ich auch ehrlich zugeben, dass es diese Staffel einfach andere Sachen gab, die mir persönlich besser gefallen haben. Hinzukommt, dass mir klar war, was passieren würde, da ich die Bücher gelesen habe. Was auf eine komische Art und Weise schade ist. Ich hätte gerne selbst den Sturm der Entrüstung und Fassungslosigkeit erfahren, den so viele erfahren mussten, nachdem sie die Folge The Rains of Castamere gesehen hatten. Die Red Wedding ist ein Meilenstein, in den Büchern als auch in der Serie. Ein bedeutender, schrecklicher Moment, dessen bin ich mir absolut bewusst. Es wurde stark inszeniert und mit überragenden Performances gespickt (Michelle Fairley als Catelyn Stark oder David Bradley als Walder Frey, der auf offener Straße jetzt wahrscheinlich bespuckt werden wird). Ich war sehr zufrieden mit der Umsetzung. Aber ihr wisst wie das manchmal ist, wenn man ein Buch gelesen hat, dass verfilmt wird, sich den Film ansieht und denkt: „Gut. Sehr gut. Aber irgendetwas… irgendwie hab ich mir das ein klein wenig anders vorgestellt…“ Eine starker Moment der dritten Staffel, vielleicht sogar DER Moment. Aber nicht unter meinen Top 5, auch wenn ich schwer erklären kann wieso. Außerdem, ihr werdet die Red Wedding in jedem x-beliebigen anderen Blogpost zur dritten Staffel von Game of Thrones finden. Da darf ich doch mal aus der Reihe tanzen, oder?



Was sagte eigentlich Maisie Williams aka Arya Stark zur Red Wedding?

So. Jetzt aber. Es reicht. Meine Top 5 der Dinge, Momente, Schauspieler etc. der dritten Staffel von Game of Thrones. Plus ein wenig Tyrion-Geschmachte und eine kurze Erklärung bezüglich des Auslassens der Red Wedding. Ich hoffe, das Lesen hat trotzdem ein wenig Spaß gemacht. Kritik und eigene Anmerkungen zum Thema, was euch diese Staffel zum Beispiel am besten gefallen hat, bitte in den Kommentarbereich. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Ansonsten kommt demnächst ein weiterer Blogpost zum Thema Game of Thrones, dann aber über die fünf Dinge, die mir diese Staffel nicht so gut gefallen haben. Geht das überhaupt? Darf der das? Seid gespannt.