Die vierte Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros, und diese
Woche wird es ganz speziell. Es gab nicht sehr viele Kandidaten,
welche sich in der aktuellen vierten Episode der vierten Staffel von
Game of Thrones, namentlich Oathkeeper, angeboten haben. Die
Entscheidung viel dann auf einen eher frostigen Zeitgenossen, der
selbst mich kalt erwischte. Diesen und dessen Bedeutung für die
weitere Handlung von Game of Thrones kann wohl noch niemand so
richtig einschätzen. Aber genug mit den schlechten Wortspielen,
kommen wir endlich zum Punkt! Diese Woche geht der Brief aus Eis und
Feuer an das gefrorene Etwas aus der letzten Aufnahme der aktuellen
Episode. Ihr wisst schon, dieser anscheinend sehr wichtige White
Walker mit einer Krone auf dem Kopf und den tiefblauen Augen zum Dahinschmelzen. (Ich
weiß. Verzeiht mir.) Wer oder was, und wieso überhaupt –
vielleicht findet Ihr ein paar Antworten in den folgenden Zeilen
meinerseits.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Liebes Eisding-White
Walker-Oberboss-Wesen,
Das war ja mal ein Auftritt. Damit
hätte wohl kaum einer gerechnet. Selbst viele Buchleser hat es aus
deren Bahnen geworfen, denn auch für diese bist du ein absolutes
Novum. Es gibt nämlich nun mal keine vergleichbare Szene in der
Buchreihe A Song of Ice and Fire von George R.R. Martin, geschweige
denn ein konkreter Hinweis darauf, wer oder was du eigentlich bist.
Vielleicht ist an dieser Stelle sogar
eine Art Dankeschön angebracht, denn in gewisser Art und Weise ist
dein Auftritt so zu werten, dass die Verantwortlicher durchaus ihren
eigenen Weg gehen wollen und sich nicht zwangsläufig bedingungslos
auf die literarische Vorlage verlassen möchten. Kleinere bis
mittelgroße Veränderungen zwischen Buch und TV-Serie konnte man
schon zur Genüge beobachten, doch die Einführung von diesem neuen
Element zeigt, dass man auch als alleswissender Buchleser nicht vor
Überraschungen gefeit ist, was wiederum äußerst positiv ist.
Umso schöner ist es jetzt miträtseln
zu können, was es überhaupt mit der ganzen Sache auf sich hat und
wer du eigentlich bist, wertes Eiswesen. Anscheind bist du ja
wirklich der Oberguru der gefürchteten White Walkers. Die eisigen
Spitzen, welche deinem glatten Schädel entspringen, könnten einer
Krone ähnlicher kaum sein. Und tatsächlich geistern im Netz auch
schon einige interessante Theorien zu deiner Identität umher, welche
HBO wohlmöglich selbst noch einmal befeuert hat. Eine offizielle Episodenbeschreibung zu Oathkeeper, welche kurze Zeit später wieder
offline genommen wurde, verpasst dir die Bezeichnung Night's King.
Für den gemeinsam Zuschauer ist das sicherlich eine ganz nette
Information, doch bei manch aufmerksamen Buchlesern klingeln hier
eventuell sofort die Alarmglocken. Mit der Einführung deiner Figur
wird hier ein sehr interessanter Weg eingeschlagen, der auch für
Leser der Bücher einige unerwartete Entwicklungen
bereithalten könnte.
Dabei stöhnen viele gleich schon
wieder, weil du dann vielleicht doch zu viel Fantasy mit dir bringst. Auch ich
war anfangs irritiert. Aber es ist nun mal auch eine Fantasy-Serie,
uns wird dieser Aspekt hier zwar mit der Brechstange serviert, aber
neben meiner Irritation ging von deinem Auftritt auch eine Art
Faszination auf mich über. Was soll das? Wer bist du? Was hat das
für die weiteren Verlauf der Serie zu bedeuten? Viele Fragen, über
deren Beantwortung ich mich ehrlich gesagt sehr freue. Als Buchleser
genießt man die TV-Umsetzung, doch eine jüngfräuliche
Erwartungshaltung ist einfach nicht möglich. Das hat sich nun ein
wenig geändert. Und du trägst großen Anteil daran, ehrenwerter
Night's King. Diesen Brief hast du dir verdient.
Ehrfurchtgebietend,
dein Felix.
Der Night's King. Oder doch nicht? Egal. Diese Augen...
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog einen kleinen Beitrag
zur dritten Staffel von Game of Thrones (genauer: zu den 5 Dingen, die mir in der dritten Staffel besonders gut gefallen haben) veröffentlicht. Jetzt, fast vier
Wochen (uff!) nach der Ausstrahlung des Staffelfinales, möchte ich noch einmal auf
Game of Thrones eingehen, auch wenn der Buzz etwas abgeebbt ist. Zum einen,
weil ich es großspurig angekündigt hatte (Merke: so etwas macht man nicht) und
zum anderen, weil ich das Gefühl habe, dass es wichtig ist hervorzuheben, dass
diese Season auch nicht alles Gold war, was glänzte. Schwer zu glauben, oder? Und da
man ja immer was zu tun hat, komme ich halt erst jetzt dazu, zu einem
Zeitpunkt, an dem so mancher gedanklich schon wieder ganz woanders ist. Wie dem
auch sei, es wird sich schon jemand finden, der Interesse an diesem Beitrag
finden wird. Also: Los geht’s, 5 Dinge, die mir in der dritten Staffel von Game
of Thrones nicht so gut gefallen haben.
(Wie auch schon in dem vorangegangen Beitrag hat die
Nummerierung der einzelnen Unterpunkte keine weitere Bedeutung, dient einzig
und allein der Ordnung und nicht der Platzierung. Und wie immer: SPOILERWARNUNG!)
1. Jon Snow aka Kit Harrington und die Wildlings!
Keine Frage, am Ende hatte ich auch meinen Spaß mit
Harrington’s Handlungsbogen. Und Rose Leslie (Ygritte) ist eine wunderschöne
Frau, der ich sehr gerne beim Schauspielern zugesehen habe; Kristofer Hivju hat
einen ganz eigenen Tormund Giantsbane verkörpert, ein wenig anders, als ich ihn
mir ob der Buchvorlage vorgestellt hätte, was mir aber eigentlich sehr gut
gefiel. Und Mackenzie Crook hat seine Sache als Orell auch sehr ordentlich.
Aber. Oder besser: Jedoch. Die Handlung Beyond the Wall gehörte diese Staffel zweifelsohne
mit zu den schwächsten. Leider konnte visuell nie das ganze Ausmaß der Wildling-Armee
erfasst und übermittelt werden. Hinzu kam ein eher schwacher Mance Rayder, für
dessen Rolle man HBO-Veteran Ciarán Hinds (Rome) verpflichten konnte, welcher
im Endeffekt jedoch nicht nur blass blieb, sondern auch kaum Auftritte hatte.
Sicherlich wird sich das in Staffel 4 ändern, doch wurde man keinesfalls dem
Tease des Endes der 2. Staffel gerecht, als Jon Snow kurz davor stand, dem
berühmt-berüchtigten Mance Rayder zu begegnen. Zu Jon Snow selbst lässt sich
nur sagen, dass er nach wie vor ein äußerst wichtiger Charakter der Show ist, doch lag
dies diese Season weniger am schauspielerischen Talent eines Kit Harringtons (teilweise
erschreckend schwach, nur zum Ende konnte er wirklich überzeugen) oder
irgendeiner bahnbrechend-spannenden Handlung, sondern vielmehr daran, dass Jon
Snow nun mal des Zuschauers einzige Möglichkeit ist, Einblick in das
Wildling-Geschehen beyond the wall zu bekommen. Alles in allen war dieser
Handlungsbogen rund um Jon Snow und den Wildlings eher eine Enttäuschung für
mich, trotz kleinerer Höhepunkte (Tormund’s Weisheiten in Sachen Liebesspiel,
The Climb, das dramatische Finale samt toller Kampfchoreographie in The Rains
of Castamere). Da muss nächste Season mehr kommen. Doch bin ich dahingehend
guter Dinge, betrachtet man die (neue) Ausgangslage nach dem Staffelfinale.
Gerade Kit Harrington könnte dessen Charakters Rückkehr nach Castle Black
schauspielerisch sehr zu gute kommen. Auch wenn wir erst einmal auf das oft
unterhaltsame Geplänkel zwischen Jon Snow und Ygritte verzichten müssen.
2. Ramsay
Snow und Torture Porn!
Ich kann nachvollziehen, warum man Iwan Rheons Charakter
diese Staffel so eingeführt hat, wie er halt eingeführt wurde. Die Figur des
Ramsay Snow ist in den Büchern eine der grausamsten, kaltblütigsten und
sadistischsten überhaupt. Dementsprechend wurde der geheimnisvolle „Boy“
(Rheons Rollenname in diversen Castinginformationen) auch dargestellt. Anfangs
konnte der unwissende Zuschauer nicht sagen, wer denn diese Person sei, wem sie
angehört und welche Motive sie verfolgt. Mit der Zeit, und diversen
Foltereinlagen, wurde jedoch immer deutlicher, dass diese Figur ein
gnadenloser, kranker Bastard (intended!) ist, der es genießt, den armen Theon
Greyjoy zu misshandeln. Der Effekt der dabei entstand, dass man größte Abscheu,
Ekel und vielleicht so etwas wie Angst vor Rheons Figur empfand, ist nicht zu
bestreiten. Genauso wie das Mitleid, dass man irgendwann mit Alfie Allen aka
Theon Greyjoy hatte, obwohl er in der vorangegangenen Staffel neben Joffrey zum
Hassobjekt Nummer eins aufstieg. Unter den Tisch fallen lassen möchte ich auch nicht, dass ich natürlich auch das ein oder andere Mal ob bizarrer Situationskomik und einen glänzend aufgelegten Rheon lachen musste. Und dennoch, mir gefiel das übertriebene
Foltern nicht. Das lag jetzt nicht unbedingt daran, dass ich es abstoßend und
widerlich fand, sondern vielmehr daran, dass mir zu oft wie ein billiges
Stilmittel vorkam. In regelmäßigen Abständen sprang die Handlung zu Theon und
zeigte uns wieder einmal, wie sehr er doch gefoltert werden würde. Natürlich
ist einem klar, was die Macher damit bezwecken wollen, aber irgendwann empfand
ich es als eher langweilig. Es fühlte sich mehr nach Foltern um des Foltern
Willens an. Meiner Meinung nach hätte man diesen Handlungsbogen durchaus kürzer
fassen können, denn ich bin bestimmt nicht der einzige, den dieser Aspekt der 3.
Staffel von Game of Thrones irgendwann nur noch wenig interessiert und eher
gelangweilt hat.
3. Bran und seine Entourage!
Jedes Mal, wenn der Szenenwechsel zu Bran, Rickon, Hodor,
Osha, Jojen und Meera erfolgte, habe ich gedanklich abgeschaltet. Höchstens am
Ende der Staffel, als man zweimal auf gute Art und Weise zwei verschiedene Handlungsbögen
miteinander verknüpfte (einmal mit Jon Snow und seinen Wildlings, einmal mit
Sam und Gilly), gefiel mir die Geschichte um die von vielen tot geglaubten
Stark-Zöglinge zumindest ein bisschen besser als sonst. Es war schon ein wenig
komisch aber nicht minder effektiv, als Rickon zum ersten Mal wirklich den Mund
aufmachte und sogleich herzzerreißende Worte von sich gab. Natalie Tena (Osha)
kann man eventuell noch ein kleines Kompliment machen, hatte sie mir doch
(neben Hodor selbstverständlich) noch mit am besten gefallen. Leider wird man ihre Figur, nachdem sie die Gruppe zusammen mit Rickon verlässt, in der 4. Staffel wohl nur noch sehr wenig oder vielleicht gar überhaupt nicht mehr zu sehen bekommen. Ob jetzt der
geheimnisvolle Jojen Reed (Thomas Brodie-Sangster) oder seine Schwester Meera, die eigentlich nur da
war, sich kurz mit Osha stritt und dann weiterhin ohne wirkliche Relevanz vor
sich hinexistierte, die neuen Charaktere blieben sehr blass und machten die
Sache nicht spannender. Und auch Bran selbst (ohne das Talent von Isaac Hempstead Wright in Frage stellen zu wollen) schaffte es nicht wirklich, der
Geschichte seinem Stempel aufzudrücken, auch wenn er ihr Protagonist war. Ein
äußerst öder und lahmer Handlungsbogen, es passierte nicht viel, und wenn etwas
passierte, dann erschien es recht banal und unwichtig, um wirklich des Zuschauers Interesse zu
erwecken und die Handlung voranzutreiben. Hier muss ordentlich nachgebessert werden, das
sollte selbst den Produzenten klar sein.
4. Sam (und Sansa)!
Ich befinde mich jetzt in einer Zwickmühle, möchte ich
diesen beiden Figuren keinen eigenen Unterpunkt widmen, jedoch
ihre Rollen in dieser Staffel dementsprechend zusammenfassen und in einem Punkt abarbeiten, weil sie
exemplarisch für ein paart recht nervige Momente der dritten Staffel von Game
of Thrones stehen. Dabei ist es eher ein persönliches Empfinden gegenüber den beiden, und ich weiß nicht, ob es für den Leser so leicht nachzuvollziehen ist. Vor allem Sam nervte mich ganz schrecklich. Das ist eventuell für den
einen oder anderen eher weniger überraschend, denn gehe ich stark davon aus, dass
ich nicht der einzige gewesen bin, dem es so ging.. Und das lag jetzt nicht unbedingt an John Bradley, sondern vielmehr an der Figur und ihrem Charakter selbst. Sam kann nichts. Er kann
nicht kämpfen, er kann kein Feuer machen, er ist schlichtweg ein Verlierertyp.
Und das wird dem Zuschauer immer wieder aufs Neue klargemacht. Und mich nervte
das. Mich nervte zum einen, dass Sam komplett unfähig war und zum anderen, dass
es mir das immer wieder gezeigt wurde. Als Zuschauer habe ich dann immer wieder
abgewinkt, fast so wie beim Bran-Arc. Ja, wir haben es verstanden, Sam ist dusselig, eine Trantüte, generell unfähig usw. Einzig und allein die ab und an
aufkeimende Spannung konnte es für mich retten. Bei Sansa wiederum lässt sich
ein ähnlich nerviges Phänomen wie bei Sam entdecken, weil wir immer wieder und
wieder darauf hingewiesen werden: Sansa ist dumm und naiv. Ja, auch das hatten wir irgendwann klar und deutlich verstanden, sie ist ein dummes kleines Mädchen, das tagein tagaus von
Prinzen und Minnesängern träumt. Gerade zu Beginn der Staffel war sie ein
Spielstein par excellence und ich konnte sie aufgrund ihrer Naivität nur selten
wirklich ertragen. Zum Ende der Staffel besserte sich dies glücklicherweise,
doch störte mich, dass man derartig übertrieben immer wieder gezeigt bekommen
hatte, wie realitätsfremd Sansa doch durch ihr Leben schreitet. Natürlich
verstehe ich, dass man einen Charakter in bestimmte Richtung hin etablieren und
dementsprechend zeichnen möchte, das trifft auf Sansa als auch auf Sam zu, um
später mit dem entworfenen Charakterbild eventuell komplett zu brechen und uns
Zuschauer zu überraschen. Doch muss ich auch sagen, dass in diesen Momenten weniger oft mehr ist. Der Zuschauer ist nicht so dumm, als könnte er oder sie nicht
anhand ein paar gezielt gesetzter Szenen erkennen, in welche Richtung sich ein
Charakter entwickelt könnte bzw. entwickeln wird. Auch wenn wir allerhand fantastische
Charaktere und Charakterentwicklungen in Game of Thrones zu sehen bekommen, bei
diesen beiden Figuren mochte mir das nicht wirklich schmecken.
Okay, subjektiv gesehen muss ich Sansa ein bisschen aus der
Schusslinie nehmen. Mein Gott, es ist halt Sophie Turner. Und am Ende der
Staffel wurde schon ein wenig angedeutet, dass sich Sansa als Charakter
(endlich) weiterentwickeln wird.
Apropos: Hat hier jemand was von "weniger ist oft mehr" gesagt? Wie
passend, das bringt mich doch glatt zu meinem letzten und (ironischerweise) umfangreichsten Punkt…
5. Die Komplexität! - Charaktere und Handlungsstränge en masse!
Dieser Punkt mag vielleicht ein wenig paradox erscheinen,
ist es doch gerade die ausgezeichnete Komplexität dieser Erfolgsserie, die
vielen so viel Freude bereitet. Und auch ich schätze diesen Aspekt an Game of
Thrones sehr, dank eines guten Namens- und Konstellationsgedächtnisses habe ich
eigentlich keine Probleme, der Serie und den verschiedenen Handlungssträngen zu
folgen. Aber in Staffel 3 fiel mir etwas auf, was in den beiden vorangegangenen
Staffel nicht so sehr der Fall war: es wurde einfach mehr. Also alles. Mehr Figuren,
ergo mehr Handlungen, mehr Schauplätze, einfach alles. Vielleicht ist das auch
nur meine subjektive Wahrnehmung, doch hat sich diese in gewisser Weise bestätigt,
als ich wöchentlich Reviews und Recaps zur dritten Staffel im Netz las. Ich
möchte diesen Aspekt auch nicht wirklich als Schwachpunkt der dritten Staffel
bezeichnen, doch darf es auch nicht unerwähnt bleiben. Wie bereits gesagt, die
Komplexität, die Vielzahl von verschiedenen Charakteren und deren Motivation
ist mitunter der Grund, warum viele diese Serie so schätzen. In Staffel 3
wurden viele neue Figuren eingeführt (die Queen of Thorns, Ramsay Snow, Mance
Rayder, Tormund Giantsbane, Beric Dondarrion, Thoros of Myr usw.), als auch
schon bekannten Charakteren mehr Spielraum gegeben (Roose Bolton, Margaery, Sam
usw.). Und das ist toll. Neue Charakter in Game of Thrones sind immer
interessant und bereichern das Geschehen, und altbekannte Charaktere, welche bereits
eingeführt wurden und jetzt mehr Screentime bekommen, vertiefen bestimmte
Handlungsbögen und erweitern den Mikro-/ Makrokosmos von Westeros bzw. Esteros.
Jedoch ist es auch so, dass trotz größerer Anzahl von handelnden Charakteren
wir nach wie vor „nur“ 10 Folgen pro Staffel zu sehen bekommen. Und so
passierte es diese Staffel oft, dass sich die eine oder andere Folge ein wenig
überladen, vollgepackt und folglich arg sprunghaft anfühlte, weil man eben
oft zwischen vielen Schauplätzen wechselte bzw. wechseln musste. Hinzu kam, dass einige (beliebte)
Figuren weit weniger Auftritte hatten, als es sich der Zuschauer vielleicht
gewünscht hatte. Die Queen of Thorns zum Beispiel durfte sich zu Beginn kurz
profilieren, auch wenn dies äußerst gut war, doch verschwand sie ebenso schnell
wieder von der Bildfläche. Lange musste man auf einen Auftritt von Varys
warten, Littlefinger spielte im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls eine eher
kleinere Rolle. Mance Rayder wiederum, toll besetzt durch weiter oben bereits erwähnten Ciarán Hinds und zu
Beginn der Staffel eingeführt, geriet schnell wieder in Vergessenheit. Dies
sind nur ein paar Beispiele und vielleicht empfindet der Leser es anders, doch
hatte ich oft den Eindruck, dass man sich mit der Masse an Charakteren
gleichzeitig die schwere Aufgabe zumutete, jeden auf irgendeine Art und Weise
mit einzubinden. Diese Absicht ist lobenswert, doch können sich so auch schnell
Probleme ergeben; manche Figuren treten nur sehr kurz auf oder spielen dann auf
einmal nur noch eine kleine oder eben gar keine Rolle mehr. Deswegen wäre es
eventuell ratsam, in der nächsten Staffel den Fokus wieder auf wenige
Handlungsstränge zu richten bzw. sie miteinander zu kombinieren.
Jedes Mal, als
dies in der dritten Staffel geschah, zum Beispiel indem man einen großen
Handlungsbogen in Kingslanding zu sehen bekam und die dementsprechende dort situierten und handelnden Figuren
wechselweise ihre Auftritte hatten, fühlte sich Game of Thrones meiner Meinung
nach am besten an. In der vierten Staffel werden nun mehrere Handlungsebenen
und -stränge miteinander verknüpft - nur ein paar Beispiele: Jon Snow ist wieder am Castle Black,
zusammen mit Sam; Jamie ist zurück in Kingslanding etc. – was es den Machern
eventuell leichter machen könnte. Doch darf man sich auch keinen Illusionen
hergeben, dass wieder eine handvoll neue Charaktere mit dazustoßen werden. Das
ist nun mal The Song of Ice and Fire, es gibt gefühlt unendlich viele Figuren, die
wiederum diese Welt natürlich auch bereichern. Deswegen wird es für die Macher
auch nicht leichter werden, mit der Problematik Komplexität, eventuell sogar eine Art Fluch und Segen
zugleich, richtig umzugehen. Doch bin ich zuversichtlich, dass man das
hinbekommen wird. Wie gesagt, persönlich gefiel es mir in Staffel 3
größtenteils sehr gut, doch wurde auch manchmal recht deutlich, wie schwer es
doch ist, mit dem gegebenen Material effektiv zu arbeiten, den Überblick zu
behalten und den Zuschauern das zu geben, was sie sehen wollen, ohne sie
vielleicht zu verwirren. Jedoch gibt es einen Trumpf hinsichtlich des möglichen
Problems Komplexität: George R.R. Martin. Dieser ist ja nicht gerade dafür
bekannt, zimperlich mit seinen Charakteren umzugehen. Also darf man stark davon
ausgehen, dass auch in der vierten Staffel der ein oder andere Charakter das
Zeitlich segnen wird, wodurch wieder Platz für neue Charaktere geschaffen wird.
Buchleser wissen an dieser Stelle wie immer mehr…
Und weil ich einfach nix Gescheites in Sachen Bebilderung etc. zu diesem Thema in der Unendlichkeit des Internets gefunden habe, ein Video, dass auch ganz cool ist:
Huch. So viel. Das tut mir leid. Gerade der letzte Punkt lag
mir am Herzen und es bedurfte einer ausführlichen Erläuterung, um diesen verständlich zu machen. Ich hoffe, es lesen zumindest noch ein paar Seelen
diese abschließenden Worte, wobei ein mancher eventuell sogar schon beim
Torture Porn und Ramsay Snow ausgestiegen ist. Bei denjenigen
Unerschütterlichen, welche bis hier hin durchgehalten haben, möchte ich
mich recht herzlich bedanken. Und bei allen anderen natürlich auch. Gleichzeitig rufe ich den Leser auf, mir
mitzuteilen, was ihm oder ihr denn an der dritten Staffel von Game of Thrones
nicht so gut gefallen hat. Was war eurer Meinung nach nicht so gut, was hat
eventuell sogar genervt? Raus damit. Über allgemeine Kritik an diesem Beitrag
meinerseits freue ich mich natürlich auch.
Game of Thrones. Vor wenigen Tagen ist die dritte Staffel
der derzeit wohl beliebtesten und meist diskutierten Serie weltweit zu Ende
gegangen. Dementsprechend wird das Netz nun logischerweise von diversen
Artikeln, Blogbeiträgen, Season Reviews etc. überschwemmt, die sich einerseits
der im Vergleich zur zweiten definitiv stärkeren dritten Staffel und ihren
Inhalten widmen, oder eben nur wehklagend darauf hinweisen, dass der geneigte
GoT-Fan sich jetzt wieder einmal gut ein Jahr gedulden muss, bis es mit der 4.
Staffel der Erfolgsserie weitergeht.
Da auch ich ein großer Fan der Serie als auch der Buchreihe
A Song of Ice and Fire bin, möchte ich ebenfalls ein paar Worte zu dieser
Staffel verlieren. Nicht in kurzer, zusammengefasster Form, nein, vielmehr
möchte ich fünf Aspekte (oder eben vereinfacht gesagt: Dinge) hervorheben, die
mir diese Season sehr gut gefallen haben. Dabei sollte dem Leser bewusst sein,
dass es sich um meine ganz persönliche Meinung handelt und es in dieser dritten
Staffel sicherlich mehr als nur fünf Dinge gab, die letztendlich erwähnenswert
sind. Ein bestimmte Reihenfolge bzw. Platzierung gibt es jedoch nicht, auch wenn ich die verschiedenen Aspekte/ "Dinge" durchnummeriert habe.
Ach ja: SPOILERWARNUNG! Das versteht sich glaube ich von selbst oder?
Und bitte.
1. Charles Dance / Tywin Lannister!
Ich bin ein Tywin-Fanboy. Ein ziemlich großer sogar. Jede
Szene, in der das mürrisch dreinblickende, stets kalkulierende
Familienoberhaupt der Lannisters auftrat, habe ich förmlich aufgesogen. Charles Dance ist ein herausragender Schauspieler, der sein Handwerk an den unzähligen
Theaterbühnen Großbritanniens erlernte, perfektionierte und in der dritten
Staffel von Game of Thrones mit derartiger Nachhaltigkeit zum Besten gab, dass
er sich dafür eigentlich eine Auszeichnung verdient hätte. Ob er nun seinem
Sohn Tyrion, seiner Tochter Cersei oder der Queen of Thorns, Olenna Tyrell,
gegenüber stand, niemand sah auch nur einen Stich gegen ihn (letztere vielleicht,
doch musste auch sie irgendwann klein beigeben). Selbstsicherheit, Dominanz, eine
ehrfurchterregende Aura, Stolz, Unbarmherzigkeit, Weitsicht und Raffinesse -
Tywin Lannister zeichnen weit mehr als nur diese Eigenschaften aus. Bis dato
ist er einer der wenigen Charaktere der Serie, die unfehlbar, unüberwindbar und
vor allem unbesiegbar wirken. Es gab nicht einen Moment, in der Charles Dance
seiner Rollenanforderung nicht gerecht wurde. Das geht sogar soweit, dass man
(obwohl der generelle Tenor einem sagt, dass man - drastisch formuliert - Tywin
Lannister zu hassen hat) diesem Charakter unfassbar viel Respekt gegenüber hat
und letztendlich als eine der coolsten Säue in ganz Westeros bezeichnen würde.
Tywin Lannister bzw. Charles Dance, mein heimlicher (Anti)Held der dritten
Staffel von Game of Thrones.
2. Khaleesi!
Zugegeben, in der zweiten Staffel habe ich die Rolle der
Daenerys Targaryen gehasst. Wirklich. Ständig dieses „Where are my dragons?!?!“
oder überhaupt „I have dragons!!!!“, und wie sie durch die Wüste eierte, sich
für so toll hielt und im Endeffekt doch nichts gebacken bekommen hat. Logisch,
character building and stuff, aber es hatte mich genervt. Umso überraschter war ich von
der Mother of Dragons diese Season, obwohl ich eine kleine Ahnung
dahingehend hatte, dass ihr Handlungsbogen sehr gut werden könnte. Erstaunlich
ist, dass man diese Staffel das Gefühl hatte, nicht besonders viel von Daenerys
und der Handlung beyond the Narrow Sea gesehen zu haben, insbesondere am Anfang
der Staffel. Und dennoch, jedes Mal wenn der Szenenwechsel nach Esteros kam,
ging Daenerys’ Plot mit großen Schritten voran. Jedes Mal wurde es interessant,
die Mother of Dragons verlor ihr anstrengende Staffel-Zwei-Attitüde und schwang
sich zur absoluten badass figure auf. Hinzukamen starke altbekannte bzw. neue
Figuren, sei es Ser Jorah Mormont (Iain Glen), Ser Barristan Selmy (Ian McElhinney) oder sellsword Daario
Naharis (Ed Skrein). Der Danny arc hatte teilweise ein derartiges Tempo, dass es ein pure
Freude war, dem Ganzen zu folgen. An dieser Stelle auch Respekt an Emilia Clarke, die nun drei Staffel hintereinander (charakterlich) komplett
verschiedene Daenerys Targaryens spielen musste, und für meinen Geschmack
besonders hier in Staffel drei großartig aufblühte. Ihr Charakter ist ein
absoluter Fanliebling, sowohl bei den Buchlesern als auch bei den
Serienschauern. Da verwundert es auch nicht, dass sie wieder einmal das finale
Bild einer Staffel bekommt (Mhysa), einer der vielen epischen Momente (so auch in
Astapor…), die dem Handlungsbogen der Daenerys Targaryen entsprangen und mich teilweise sehr beeindruckt
haben. Go Mhysa!
3. Krasse Kampf-Choreos!
Und wenn ich krass sage, dann meine ich auch krass. Wenn
eine Sache diese Season besonders auffällig war, dann dass es eine unglaublich
hohe Anzahl an sowohl gut getimten als auch hervorragend inszenierten
Kampfchoreographien gab. In den vorangegangen Staffeln gab es auch schon das ein
oder andere Scharmützel zu bestaunen (Ned Stark vs. Jamie Lannister, The Hound,
The Mountain That Rides etc.), doch entpuppte sich insbesondere Staffel drei als
ein wahres Fest für die Augen, wenn Schwerter, Speere oder Arakhs miteinander
kollidierten. Jamie Lannister gegen Brienne, der Hound gegen Ser Beric
Dondarrion, Jon Snow gegen Orell, die drei Amigos Jorah Mormont, Grey Worm und
Daario Naharis gegen ein paar Dutzend Soldaten der Stadt Yunkai. Die Abläufe
waren jedes Mal fantastisch, die Inszenierungen packend und mitreißend, wenn
nötig wurde der Hintergrund geschickt miteinbezogen. Jedes Mal, wenn Schwerter
gezückt und Messer gewetzt wurden, konnte man sich auf großes Serien-Kino
einstellen. Einzigartige Duelle, rasant und energisch, aber nie überfordernd
oder überladen. Selbst ein Bär war mit dabei! Großes Lob für diese
Kampfchoreographien. In diese Staffel mehr als nur die Kirsche auf der Sahne.
4. Chaos is
a ladder – The Climb!
An dieser Stelle möchte ich mich auf eine ganz bestimmte
Szene beziehen, die ich so schnell nicht vergessen werde. In der dritten
Staffel von Game of Thrones gab es so einige fantastische Momente zu bestaunen.
Im Endeffekt waren es nicht nur einige, sonder gar recht viele. So viele, dass
man schwer auf jeden einzelnen genauer eingehen könnte. Aber die Szene, die
mich wohl am meisten mitriss und in der für mich einfach alles stimmte, die
ereignete sich in der sechsten Folge der dritten Staffel, namentlich The Climb.
Es ist Aiden Gillen, der eine der großartigsten Ansprachen in der gesamten Serie überhaupt
hält. Chaos is a ladder. So oft bekam man Littlefinger diese Season gar nicht
zu sehen, insbesondere im direkten Wortgefecht mit Varys (Conleth Hill). Dabei dürfte jedem
Zuschauer klar sein, und so erwähnt es auch Varys zwischendurch, dass Petyr
Baelish einer der gefährlichsten Männer in ganz Westeros ist. Mit seinem Vortrag, was der Realm wirklich ist, wie jeder versucht die Leiter
zu erklimmen, Ambitionen zu verwirklichen, und doch so viele dabei scheitern,
legt Littlefinger die Karten offen. Jeder ist auf seinen eigenen Erfolg und Motive
bedacht, und mancher würde dafür so weit gehen, wie es sich andere nicht einmal
vorstellen könnten. So ist der Realm. So sind die Menschen. So ist (the) Game of Thrones. Dieser
Moment hinterließ mich sprachlos, nicht nur aufgrund des Inhalts und der
passenden Analogie, auch die gesamte Inszenierung mit Schwenk auf Joffrey bzw. Ros
oder Sansa, das war schlicht und einfach perfekt. Chapeau Aiden Gillen,
Chapeau werte Serienschöpfer.
5. Nikolaj Coster-Waldau aka Jamie Lannister aka The
Kingslayer!
Ach Jamie. Wir hassen dich. Was bleibt uns anderes übrig? Du
hast Bran vom Turm geworfen, treibst es mit deiner Zwillingsschwester und bist generell
ein ziemlich arroganter Unmensch. In Staffel zwei hat man dich nicht viel
gesehen, du hattest das bekommen, was du verdient hattest, eingekerkert im
Feldlager der Stark-Armee. Dann wirst du von der verzweifelten Catelyn befreit
und sollst von der biederen Brienne of Tarth nach King’s Landing gebracht
werden, als Austauschobjekt um Sansa und Arya Stark zu befreien und zurück zu deren Mutter zu bringen.
Das konnte ja nix werden. Und dennoch, die Figur des Jamie Lannisters hat in
der dritten Staffel eine sonderbare und zugleich fantastische Wandlung genommen. Natürlich genoss man
seine Sticheleien gegenüber der stämmigen Brienne, aber im Laufe der Staffel
wandelte sich das Bild vom sich überschätzenden, selbstverliebten Kingslayer zu
einem bemitleidenswerten, unsicheren und letztendlich auch schwächelnden bzw. schwachen Lannister-Abkömmling.
Jamie Lannister entwickelte sich ungemein weiter und veränderte sich kontinuierlich. Charakterlich als auch physisch. Er verlor seine Schwerthand,
war am Boden zerstört, kurz vor dem Ende und rappelte sich dennoch wieder auf, nicht
zuletzt dank Brienne. Er gab die schockierende Wahrheit über das Sacking von
King’s Landing preis, warum er dem Mad King ein Schwert in den Rücken rammte
und damit hunderttausende Menschenleben rettete, jedoch nie auch nur ein wenig
Dankbarkeit und Anerkennung dafür erfuhr, sondern nur Verachtung und Schmähung. Er
zeigte, dass er sich sehr wohl um andere kümmern kann, dass er Brienne nicht so schnell
aufgibt, ihr im entscheidenden Moment zu Hilfe kommt und für sie sein Leben
aufs Spiel setzt. Die Macher haben es geschafft, eine der unbeliebtesten
Serienfiguren zum klammheimlichen Liebling zu machen. Auch wenn vieles auf
Mitleid beruht, ab einem bestimmten Punkt hat man ein ganz anderes Bild von
Jamie Lannister als noch in Staffel eins oder zwei. Daran hat auch der dänische
Schauspieler Nikolaj Coster-Waldau großen Anteil, welcher mehr als nur einmal
sein fantastisches Talent aufblitzen ließ. Das geht sogar so weit, dass es
mich nicht verwundern würde, wenn eben jener Coster-Waldau bei der diesjährigen
Emmy-Verleihung berücksichtigt werden würde. Ich würde es mir wünschen.
Verdient hätte er es allemal.
So. Das waren die fünf Dinge, die mir in der dritten Staffel
große Freude bereitet haben. Aber Moment, da fehlt doch was…
Special: (Drunken) Tyrion!
Peter Dinklage bzw. Tyrion war mit Abstand der beste
Charakter der zweiten Staffel, keine Frage. In der dritten Staffel legte sich
der Fokus auf viele andere, teilweise auch neue Charaktere, womit unser aller
Lieblings-Imp deutlich weniger Screentime als noch im Vorjahr bekam. Das war
zum einen schade, weil, nun ja, Peter Dinklage bekanntlich ziemlich super ist.
Zum anderen war es aber auch verständlich, andere Figuren in den Mittelpunkt zu
rücken. Das änderte aber auch nichts daran, dass jede Szene mit
Tyrion-Beteiligung sehr stark daherkam. Ob in Kombination mit Vater Tywin,
Schwester Cersei, der Queen of Thorns, Joffrey, Varys etc., eigentlich war es
immer sehenswert (Ausgenommen die Szenen mit Shae. Die deutsch-türkische Schauspielerin Sibel Kekilli war teilweise
sehr fürchterlich.) Anfangs wirkte Tyrion noch ein wenig unbeholfen, gerade im
Duell mit dem dominanten Tywin oder der gewieften Queen of Thorns. Zum Ende der
Staffel konnte Dinklage jedoch wieder einmal brillieren. Der Auftritt auf
seiner eigenen Hochzeit war ein großer Spaß und steht stellvertretend für viele
amüsante, aber oft auch ernsthafte und vor allem schauspielerisch sehr gute Momente des Peter Dinklage in
der dritten Staffel von Game of Thrones. Zwar reichte es mir persönlich nicht,
um unter meine Top 5 zu kommen, aber erwähnenswert ist es allemal. Oh Tyrion.
Never change.
So. Das war’s jetzt aber wirklich. Oder? Ach Mist, noch eine
Kleinigkeit, die dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist…
Keine Red
Wedding? How dare you!
Ja, in der Tat, die Red Wedding bleibt hier unerwähnt. Zumindest
bis jetzt. Ich bin mir der Tragweite dieses Ereignisses durchaus bewusst. Die
allgemeine Reaktion im Netz zeigte auch, welche Bedeutung diese grausame
Hochzeit für viele Fans der Serie hat. Doch muss ich auch ehrlich zugeben, dass
es diese Staffel einfach andere Sachen gab, die mir persönlich besser gefallen
haben. Hinzukommt, dass mir klar war, was passieren würde, da ich die Bücher
gelesen habe. Was auf eine komische Art und Weise schade ist. Ich hätte gerne
selbst den Sturm der Entrüstung und Fassungslosigkeit erfahren, den so viele
erfahren mussten, nachdem sie die Folge The Rains of Castamere gesehen hatten. Die Red Wedding ist ein Meilenstein, in den Büchern als auch
in der Serie. Ein bedeutender, schrecklicher Moment, dessen bin ich mir absolut
bewusst. Es wurde stark inszeniert und mit überragenden Performances gespickt (Michelle Fairley als Catelyn Stark oder David Bradley als Walder Frey, der auf offener Straße jetzt wahrscheinlich bespuckt werden wird). Ich war sehr zufrieden mit
der Umsetzung. Aber ihr wisst wie das manchmal ist, wenn man ein Buch gelesen
hat, dass verfilmt wird, sich den Film ansieht und denkt: „Gut. Sehr gut. Aber
irgendetwas… irgendwie hab ich mir das ein klein wenig anders vorgestellt…“ Eine
starker Moment der dritten Staffel, vielleicht sogar DER Moment. Aber nicht
unter meinen Top 5, auch wenn ich schwer erklären kann wieso. Außerdem, ihr
werdet die Red Wedding in jedem x-beliebigen anderen Blogpost zur dritten
Staffel von Game of Thrones finden. Da darf ich doch mal aus der Reihe tanzen,
oder?
So. Jetzt aber. Es reicht. Meine Top 5 der Dinge, Momente,
Schauspieler etc. der dritten Staffel von Game of Thrones. Plus ein wenig
Tyrion-Geschmachte und eine kurze Erklärung bezüglich des Auslassens der Red
Wedding. Ich hoffe, das Lesen hat trotzdem ein wenig Spaß gemacht. Kritik und
eigene Anmerkungen zum Thema, was euch diese Staffel zum Beispiel am besten
gefallen hat, bitte in den Kommentarbereich. Ich würde mich sehr darüber freuen.
Ansonsten kommt demnächst ein weiterer Blogpost zum Thema
Game of Thrones, dann aber über die fünf Dinge, die mir
diese Staffel nicht so gut gefallen haben. Geht das überhaupt? Darf der das?
Seid gespannt.