Die neunte und somit vorletzte Ausgabe
des Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Schwer zu glauben, aber die vierte Staffel von Game of Thrones
ist schon wieder beinahe zu Ende. Nur noch eine weitere Folge bleibt
uns in diesem Jahr. Doch bevor wir zu wehmütig werden, widmen wir
uns erst einmal The Watchers on the Wall, der neunten Episode der
vierten Staffel von Game of Thrones. Und auch wenn hier nicht alles
Gold war, was glänzte, die aktuelle Folge hätte actionreicher und
furioser inszeniert kaum sein können. Und wer ging hier als Hero
bzw. Anti-Hero hervor? Jemand, dem man ähnlich wie dem Hound unfassbar
gerne beim Fluchen zuhört und der sich als beinharter Anführer
präsentiert hat, seine Männer motivieren konnte und mit guten Beispiel
vorausging. Ein paar Worte der Anerkennung an Ser Alliser Thorne und
seiner Männer der Night's Watch.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Sehr geehrter Ser Alliser Thorne, verehrte
Männer der Night's Watch,
„Now with me! With me now!“ Bei
diesen Worten war selbst ich dermaßen angestachelt gewesen, mir eine
Axt zu schnappen und mich in den Kampf gegen die Wildlings zu
stürzen. Kampfreden und packende Ansprachen, die einen bis in die
Fingerspitzen motivieren, das können Sie, werter Ser Alliser.
Dabei sind Sie ja zuvor doch schon ein
ziemlicher Griesgram gewesen. Und mit Sicherheit sind Sie das auch
nach wie vor. Nach Mormonts Tod übernahmen Sie erst einmal die
Führung der Night's Watch, mit rauer Hand und wenn nicht sogar ein
wenig dickköpfig. Jon Snow wurde schnell zum ärgsten Widersacher
auserkoren, dem Bastard von Eddard Stark aus dem ach so feinen
Winterfell konnten Sie eh nie viel abgewinnen. Schnell stiegen Sie zu
einem Unsympathen auf, aber zweifellos auch zu einem Charakater und
einer Bezugsperson, die der zusammengewürfelte Haufen der Night's
Watch bitter nötig hatte.
Als ein Anführertyp der alten Schule
machten Sie sich sicherlich nicht viele Freunde, doch Authorität ist
eine komplizierte Angelegenheit, so haben Sie es sogar noch einmal selbst deutlich gemacht. So grummelig und unfair Ihr Verhalten auch
gewesen sein mag, als der groß angelegte Angriff der Wildlings
erfolgte, hätte man sich wohl kaum eine bessere
Führungspersönlichkeit wünschen können. Mit donnernden Kommandos
führten Sie die Männer der Night's Watch in den offenen Kampf, mit
so viel Kraft und Energie, dass einem gar nichts anderes übrig
blieb, als zu erkennen, dass Ser Alliser Thorne ein verdammter
Teufelskerl ist, dem man in dieser Situation ohne zu zögern in den
Tod folgen würde.
Und was für ein Kampf das war: Schädel
zerbarsten, zahlreiche Tote und Verletzte, wilde Scharmützel. Und
mittendrin Sie, Ser Alliser Thorne, der laut bellend immer wieder
seine Gefolgsleute ansporn, die Eindringlinge abzuwehren und Castle
Black nicht untergehen zu lassen. Und auch wenn im Nachhinein Fehler
gemacht wurden, der Zugangstunnel wie Jon Snow es verschlug
versiegelt hätte werden müssen, die Night's Watch war in ihrer
Abwehr der Wildings vorerst erfolgreich. Mit brennenden Ölfässern,
einer monströsen Sichel, unerbittlichen Kampfgeist und einem Alliser
Thorne, da zwar schwer verwundert wurde, aber wohl noch nicht das
Zeitliche gesegnet hat und sich eines Anführers würdig erwies. Ganz
im Gegensatz zu Janos Slynt, der sich feige in den Gemäuern von
Castle Black verkroch.
Respekt an die Männer der Night's
Watch, Respekt an Sie, Ser Alliser Thorne. An Ihrer grimmigen
Attitüde wird sich nicht mehr viel ändern, zum warmherzigen
Kompaniepapa werden Sie bestimmt nicht mehr. Aber das muss auch nicht
sein. Irgendjemand muss ja diesen Haufen an Mörder und Missetätern
der Night's Watch von Zeit zur Zeit ein gepflogenes „Cunts!“ an
den Kopf werfen.
Hochachtungsvoll,
Euer Felix.
Ser Alliser Thorne. Schimpft wie ein Rohrspatz. Now with him, with him now.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Da haben sie nicht schlecht geguckt,
die Game of Thrones-Fans. Letzten Sonntag ging ein weltweiter
Aufschrei des Entsetzens umher, musste man doch abermals den Verlust
eines äußerst beliebten Charakters bedauern. So sehr ich diesem
gerne ein paar Worte widmen würde, ich kann einfach nicht mit meiner
eigens auferlegten Vorgabe brechen, sich den Figuren im Hintergrund
zu widmen. Angesichts der achten Episode der vierten Staffel von Game
of Thrones, namentlich The Mountain and the Viper, war es wieder
einmal nicht so einfach, einen geeigneten Kandidaten für den Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros zu
finden. Und so fiel die Entscheidung auf eine Figur, die langsam aber
sicher gar nicht mehr als zu "unsung" ist und an dieser
Stelle erwähnt werden sollte, bevor sie noch prominenter in den
Vordergrund rückt. Ein paar anerkennende Worte für den wurmlosen Grey
Worm, treuer Diener der Khaleesi, unerschrockener Krieger der
Unsullied und vielleicht eine der frustriertesten und bemitleidenswertesten Personen in ganz
Essos.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Grey Worm,
Du bist 'ne coole Socke, Grey Worm. Von
den Kollegen einst auserkoren, auf Anweisung der Mother of Dragons
einen Vertreter der Unsullied zu ernennen, bist du seit der letzten
Staffel zu einem wichtigen Bestandteil des Stabs und Hofes der
Khaleesi aufgestiegen. Und ist es gar nicht so einfach, einem so
seelen- und emotionslosen Gesichtsausdruck wie du ihn permanent
fabrizierst zur selben Zeit auch Gewicht zu verleihen. Aber deine stoische Attitüde
hat etwas Faszinierendes.
Und dein Dilemma ist bewegend. Im Zuge
deiner Werdung zum gefühlslosen Soldaten wurdest du als junger Spund
nicht nur deiner Männlichkeit beraubt, sondern auch emotional total
abgestumpft, sodass aus dir die erbarmungslose Kampfmaschine geworden
ist, du du heute bist. Umso frustrierender ist es jetzt mit
anzusehen, wie nach langer Zeit der Emotionslosigkeit nun doch ein
paar Gefühle in dir keimen. Missandei ist dein Objekt der Begierde,
und es teilweise herzzerreißend zu beobachten, mit welchem Verlangen
du sie beäugst. Nicht nur sexuell, auch mit der Absicht, einfach zu
lieben, ohne überhaupt zu wissen, wie das geht und was man dabei
empfindet.
Man wünscht dir von ganzen Herzen eben
diese Gefühle, beziehungsweise die Fähigkeit, solche zu entwickeln
und nachvollziehen zu können. Und es scheint dir ja tatsächlich zu
gelingen, gleichzeitig steigt die Frustration immer mehr,
manifestieren sich nicht nur Emotionen, sondern auch ein körperliches
Verlangen deinerseits, welches nie in seiner Gänze erfüllt werden
kann. Das macht dich zu einer äußerst tragischen Figur. Nicht nur,
weil du als Kastrat sexuell ohnehin stark eingeschränkt bist,
vielmehr, dass du vielleicht zur Erkenntnis kommst, kein ganzer Mann zu sein und
dich damit selbst nur runterziehst.
Dabei ist das doch eigentlich Quatsch.
Und ich bin auch guter Dinge, dass du einer emotionalen Erfüllung,
welche wiederum lange Zeit absolut undenkbar und unmöglich erschien,
Schritt für Schritt näher kommst. Und so wird aus dem Wirbelwind,
der uns zuvor schon mit seinen großartigen Kampfkünsten
beeindrucken konnte, dem treuen Untergebenen und pflichtbewussten
Vertreter der Unsullied vielleicht doch noch ein Liebender, ein
Gegenprodukt dessen, zu was er als Sklave gemacht wurde. Bleib dran,
Grey Worm. Es gibt wohl keinen einzigen Zuschauer, der sich genau das für dich erhofft.
Mit besten Grüßen,
Felix.
Grey Worm. Oder auch Torgo Nudho. Will lieben.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Der Schock saß sicherlich tief, als
einige Fans in den letzten Tagen feststellen mussten, dass die vierte
Staffel von Game of Thrones aufgrund des Memorial Days eine
einwöchige Pause einlegt. Auch hier auf bommebastisch.blogspot.com
setzte die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros kurz aus, was einzig und allein auf meine
Faulheit zurückgeht. Und auf ein paar andere Sachen. Aber als hätten
die Serienmacher von meiner Zeitnot gewusst, gewährte man mir ein
Woche länger Zeit, um ein paar Worte zu Episode Mockingbird zu
verfassen. Und getreu dem Motto, wahrlich nur die Helden bzw.
Antihelden im Hintergrund zu beleuchten, darf sich selbst Lysa Arryn
diese Woche nicht über einen persönlichen Brief meinerseits freuen.
Vielmehr wird einem alten Bekannten diese Ehre zu teil. Dieser ist
jetzt tatsächlich schon seit der ersten Staffel mit dabei und hat
es sich verdient, hier Erwähnung zu finden. Auch weil er so brav an
seinen Brotbackkünsten gearbeitet hat. Diese Sätze sind für dich,
Hot Pie.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Hot Pie,
Es ist immer wieder schön, auf
bekannte Gesichter zu treffen. Viele Figuren haben bis zu diesem
Zeitpunkt ihr Leben lassen müssen, doch du bleibst eine Konstante,
die bis jetzt in jeder Staffel von Game of Thrones ihren Auftritt
feiern durfte. Hot Pie, die Donnerkugel, ein wortwörtlicher
Pfundskerl – in der aktuellen siebten Episode der vierten Staffel
hast du mit Sicherheit dem einen oder anderen ein kleines Lächeln
auf die Lippen gezaubert, als du plötzlich die Bewirtung für
Brienne und Podrick übernahmst und ihnen einen ausführlichen
Vortrag darüber hieltest, wie man denn den perfekten Kidney Pie
zubereiten würde. Und wie schwer und wichtig zugleich doch die
Zubereitung einer Bratensoße ist, welche ihresgleichen sucht!
Aber auch du hast eine Entwicklung
durchgemacht, wertes Dickerchen. Anfangs bist du ein äußerst
nerviges Kleinkind gewesen, ein Bully, der ein viel zu großes
Mundwerk hatte, aber schnell den Schwanz einzog, wenn es brenzlig
wurde. Als dann irgendwann dein Weggefährte Lommy ein unschönes
Schicksal ereilte und du mit Arya und Gendry in Gefangenschaft
geraten bist, war deinem vorlauten Benehmen ein für alle Mal ein
Ende gesetzt. Du machtest schon fast einen mitleidigen Eindruck, so
ungelenk wie du durch die Ruinen von Harrenhal gewatschelt bist, ständig in der Befürchtung, jeder Moment könnte dein letzter sein. Ach
Hot Pie.
Du bist viel herumgekommen, dass muss
man dir lassen. Ein Waisenjunge aus King's Landing, dann ging es nach
Harrenhal, weiter durch die Riverlands, wo du wiederum von der
Brotherhood Without Banners gefangen genommen und an eine uns allen bekannte Taverne,
das Inn at the Crossroads, weiterverkauft wurdest. Ein passendes
Örtchen für dich, dass hattest du sogar selbst so gesagt.
Hier könntest du deine Fähigkeiten als Bäckerlehrling einbringen,
die du dir in deiner Zeit als Bäckergehilfe in King's Landing
angeeignet hattest. Außerdem hättest du hier eine sichere Bleibe.
Nicht mehr durch die Büsche hüpfen, ständig in der Angst, jemand
schlitzt dir an der nächstbesten Weggabelung die Kehle auf. Ich
verstand das. Arya verstand das. Und ein Platz in unseren Herzen
hattest du dir spätestens dann gesichert, als du ihr ein
selbstgebackenes Brot in Form eines Direwolfs, dem Wappentier des
Hauses Starks, überreichtest. Ach Hot Pie.
Und jetzt bist du wieder zurück!
Zumindest für einen kurzen Augenblick. Und dabei freut man sich
schon ein wenig, wenn man sieht, wie freudig du gestimmt bist. Das
Inn at the Crossroads mag zwar inmitten der kriegszerrütteten
Ländereien von Westeros liegen, doch dir ist es dort anscheinend gut
ergangen. Gleichzeitig stellst du auch noch ein paar wichtige
Informationen für Brienne und Podrick bereit, welche diese beiden
endlich auf die richtige Fährte führen könnten. Nicht nur in
Sachen Sansa, sondern auch in Bezug auf Arya, von welcher seit
Monaten ausgegangen wird, dass sie schon längst tot sei. Und dann
schaffst du es schon wieder, Hot Pie. Erneut zauberst du ein Brot
hervor, das du eigenhändig angefertigt hast. Erneut ist es ein
Direwolf, ein Präsent für Arya, dass Brienne und Podrick ihr
überbringen sollen. Und wie wundervoll dieses Brot aussieht,
detailverliebt und schmackhaft zugleich. Ach Hot Pie.
Ich möchte mich soweit aus dem Fenster
lehnen zu behaupten, dass du es in den Olymp der Figuren in Game of
Thrones geschafft hast, welche einem über kurz oder lang sehr ans
Herz gewachsen sind, so selten man sie auch zu sehen bekommt und so
unbedeutend sie erscheinen mögen. Aber auch wenn diese nicht oft
auftreten, ein Charaktertod würde von der Fangemeinde schwer
bedauert werden. Und so hoffe ich, dass es dir gut ergehen wird, Hot
Pie. Jedoch beschleicht mich auch ein mulmiges Gefühl, dass dir in
den letzten Episoden der vierten Staffel noch etwas zustoßen könnte.
Gerade weil dein Tod ungeahnte Trauersprüche der Zuschauerschaft
hervorrufen würde und die Serienmacher uns so ein kleinen Schlag in
die Magengrube verpassen könnten, jetzt, wo Hot Pie endlich Frieden
gefunden hat und wir den moppeligen Bäckerburschen nur das Beste
wünschen. Und wir würden um den so unwichtigen Hot Pie trauern, das
verspreche ich Euch. Ach Hot Pie.
Mit den besten Wünschen und Grüßen,
Felix.
Good guy Hot Pie. Wer braucht schon einen richtigen Namen?
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
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Episode 6 der vierten Staffel von Game
of Thrones ist passé und alle Welt redet über Peter Dinklages
hervorragende Leistung, die er in eben jener mit seinem finalen
Monolog erbrachte. Da scheint es fast unmöglich, sich eine Randfigur
aus The Laws of God and Men herauszupicken, welche diese Woche meinen Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros erhält. Bevor ich diesen aber an Mark Gatiss in der Rolle eines pragmatischen Bänkers, an einen glücklosen Ziegenhirten
aus der Gegend um Meereen oder gar an dessen geröstetes Vieh
adressiere, welches wiederum so furchtbar von Drogon gerissen wurde,
geht der Brief heute an eine Dame raus, die eigentlich gar nicht so
unbekannt und unbedeutet ist. Jedoch wird sie so behandelt, was vor
allem am Handlungsaufbau von Game of Thrones liegt. Stellvertretend
für alle unterrepräsentierten Ironborn geht der heutige Letter of Ice and Fire an
Yara, Theons beziehungsweise Reeks entschlossene Schwester aus dem Hause Greyjoy.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Liebe Yara,
Oder auch Asha. Das war ja damals schon
so eine Sache, als man für die Serie einfach so deinen Namen aus den
Büchern von Asha in Yara änderte, damit dich ja auch zumindest namentlich
niemand mit der Wildling-Braut Osha verwechseln würde. Um dich jedoch mit
besagter Osha verwechseln zu können, müsste man sich erst einmal an
dich erinnern. Seit deinem ersten Auftritt zu Beginn der zweiten
Staffel, welcher durchaus amüsant gewesen ist, durftest du dich bis
zum jetzigen Zeitpunkt gelegentlich mal blicken lassen. Obwohl das
vielleicht sogar schon ein wenig übertrieben ist, dann oft bekommt
man den Eindruck, dass du, dein Vater Balon und die Ironborn der
kargen Felsinseln von Pyke gar nicht existent seid.
Es ist ja auch nicht so, dass du zu
Beginn der Bücher die allergrößte Rolle spielen würdest, eher im
Gegenteil. Erst mit Fortschreiten der Handlung rückst du etwas mehr
ins Geschehen. Dennoch ist es recht erstaunlich, wie unbedeutend du
bisher für die Serienadaption bist. Und selbst wenn du mal wieder
einen kurzen Auftritt feiern darfst, bist du dann plözlich gleich
schon wieder weg. „Stimmt ja, es gibt ja noch diese Typen mit dem
Kraken, Theons Anhang. Die kommen noch dran, nur Geduld.“
Ich sehe ja auch ein, warum man hier
und da Abstriche machen muss. Und warum sollte man wertvolle
Handlungszeit mit diesen Ironborn verschwenden? Bei denen passiert
doch eh nichts. Obwohl, in der Episode The Laws of God and Men
durftest du tatsächlich mal wieder in Erscheinung treten.
Heldenhaft haben sich du und deine Soldaten dem Bastard Ramsay Snow
gestellt, um so deinen kleinen Bruder Theon zu befreien. Oder
besser: Reek. Der hatte aber wenig Lust darauf, gerettet zu werden,
ist er doch mittlerweile vom Bolton-Scheusal Ramsay komplett
gebrochen worden. Da haben wir den Salat. Alles für umsonst.
Und nun? Theon ist tot, du hast selbst
gesagt, werte Yara. Du und dein übriggebliebener Anhang haben die
Flucht ergriffen und machen sich jetzt wohl zurück auf den Weg nach
Pyke. Und so rechne ich schon ein wenig damit, dass das alles gewesen
sein könnte, was man diese Staffel von den Ironborn zu sehen
bekommen hat. Kurz eine Festung gestürmt, die Misson misslint, schnell die Beine in die Hände genommen und fertig.
Es schert sich nun einmal niemand um euch. Und das liegt gar
nicht so sehr daran, dass ihr übertrieben uninteressant seid, sondern daran, dass
ihr in dieser Welt einfach keine große Rolle spielt. Also bis jetzt. Vielleicht
machen wir diese Staffel nochmal einen kleinen Abstecher zu den
Greyjoys. Mit Blick auf die Buchvorlage würde sich das sicherlich
anbieten. Und dann heißt es für euch bzw. für dich Yara vielleicht
alsbald doch: Bühne frei. Mehr von den Kraken-Leuten. Ich würde es
mir schon ein wenig wünschen. Denn in dieser Ecke von Westeros
schlummert noch die eine oder andere große Überraschung. Bis dahin,
halt die Ohren steif, unerschrockene Yara. Ich denk' an dich.
Mit verbindlichen Grüßen,
dein Felix.
Yara Greyjoy. Irgendwann schlägt ihre große Stunde. Ganz bestimmt.
(c) HBO
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Halbzeit in der vierten Staffel von
Game of Thrones, Halbzeit bei der Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Auch diese Woche
war es nicht ganz einfach, einen Kandidaten für die Kategorie Unsung
Hero / Anti-Hero auszuerkiesen. Doch da sich hier auf die Fahnen
geschrieben wurde, den Figuren im weit entferntenn Hintergrund eine
Plattform zu geben, fiel die Entscheidung gegen das Offensichtliche.
Robin Arryn? Der schreckliche Karl Tanner aus der Gin Alley in Flea Bottom zu King's Landing? Weit
gefehlt. Bühne frei für die namenlose Frau von Craster, welche in First of His Name Jon
Snow das Leben rettete.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Liebe Frau / Tochter / Enkelin von
Craster,
Du hast keinen Namen bekommen und
selbst deinen Verwandtschaftsgrad zum Wildling-Scheusal Craster ist
mir nicht klar, wie du sicherlich an meiner Anrede hast erkennen
können. Dabei ist das überhaupt nicht despektierlich gemeint. Du
und deinesgleichen mussten unter der Fuchtel Crasters ein Martyrium
ertragen. Und selbst nach dessen Tod wurde es nicht besser, ganz im
Gegenteil sogar, euer Leid wurde noch viel größer.
Die Deserteure der Night's Watch
übernahmen unter der Führung des Psychopathen Karl Tanner Craster's
Keep und eine neue furchtbare Leidenszeit brach für euch an. Diese
war noch viel scheußlicher als das erbarmungslose Regime Crasters,
ich als Beobachter fühlte mich nahezu angewidert ob der grässlichen
Taten, welche an euch verbrochen wurden. Euch traf von allen die
geringste Schuld und dennoch seid ihr die Leidtragenden gewesen, die
von Karl und seinem Anhang geschunden und misshandelt wurden.
Aber jetzt ist Schluss damit! Karl
Tanner und seine widerwärtigen Mitstreiter wurde das unschöne Ende
bereitet, welches sie sich verdient haben. Man könnte jetzt sagen,
dass Jon Snow und seine Mannen euch befreit haben, und zweifellos
hatten sie großen Anteil daran, dass eure Leidenszeit beendet wurde.
Dennoch hallt ein kleiner Augenblick in mir nach, welcher geradezu
symbolische Bedeutung in sich trägt.
Und jetzt kommst du ins Spiel, werte
namenlose Frau. Während Jon Snows Chancen im Zweikampf mit Karl
Tanner immer mehr zu schwinden schienen, hast du dir ein Herz gepackt
und einen Dolch im Rücken des unheimlichen Anführers der Night's
Watch-Deserteure versenkt. Nicht nur, dass du damit wohlmöglich
einen in Bedrängnis geratenen Jon Snow zur Hilfe geeilt bist, auch die
Aktion selbst kann als ein finales Aufbäumen deiner Schwestern und dir
selbst gewertet werden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das
psychopathische Ekel zu Fall zu bringen und stellvertretend für alle
Frauen in Craster's Keep, welche unter ihm und seinen Männern haben
leiden müssen, hast du diesen Schritt gewagt. Bravo. Dein Angriff mag
zwar nicht tödlich gewesen sein, doch er verschaffte Jon Snow
genügend Zeit, sich wieder aufzurappeln und Karl Tanner hinterrücks
sein wohlverdientes und äußerst blutiges Ende zu verpassen.
Deswegen nicht nur ein Dank an Jon Snow
und Co., dass sie Karl Tanner und seinem Gefolge den Garaus gemacht
haben, auch dir sollte ein wenig Anerkennung entgegengebracht werden.
Was du und deine Mitstreiterinnen erlebt haben und durchleben
mussten, war furchtbar. Und die Initiative, dem ein Ende zu setzen, ging auch von dir aus. Jetzt ist Craster's Keep, der Ort so vielen
Schreckens, niedergebrannt. Ein Leben an der Wall? Nein danke, mit
der Night's Watch habt ihr auch nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht.
Wo führt euer Weg also hin? Weiter gen Norden, wo Gefahren wie die
White Walker auf euch lauern? Aber halt, immerhin habt ihr über
Jahre die „Opfergaben“ für diese bereitgestellt, eure Söhne
wurden zu White Walkern gemacht. Könntet ihr gar in der Gunst der frostigen Fabelwesen stehen? Trotzdem, mich beschleicht mich ein
dunkles Gefühl ob eurer Zukunft. Ich drücke euch jedenfalls die
Daumen.
Mit aufrichtigen Grüßen,
euer Felix.
Die Namenlose. Rammte Karl Tanner ein Dolch in den Rücken. Go girl.
(c) HBO
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Die vierte Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros, und diese
Woche wird es ganz speziell. Es gab nicht sehr viele Kandidaten,
welche sich in der aktuellen vierten Episode der vierten Staffel von
Game of Thrones, namentlich Oathkeeper, angeboten haben. Die
Entscheidung viel dann auf einen eher frostigen Zeitgenossen, der
selbst mich kalt erwischte. Diesen und dessen Bedeutung für die
weitere Handlung von Game of Thrones kann wohl noch niemand so
richtig einschätzen. Aber genug mit den schlechten Wortspielen,
kommen wir endlich zum Punkt! Diese Woche geht der Brief aus Eis und
Feuer an das gefrorene Etwas aus der letzten Aufnahme der aktuellen
Episode. Ihr wisst schon, dieser anscheinend sehr wichtige White
Walker mit einer Krone auf dem Kopf und den tiefblauen Augen zum Dahinschmelzen. (Ich
weiß. Verzeiht mir.) Wer oder was, und wieso überhaupt –
vielleicht findet Ihr ein paar Antworten in den folgenden Zeilen
meinerseits.
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Liebes Eisding-White
Walker-Oberboss-Wesen,
Das war ja mal ein Auftritt. Damit
hätte wohl kaum einer gerechnet. Selbst viele Buchleser hat es aus
deren Bahnen geworfen, denn auch für diese bist du ein absolutes
Novum. Es gibt nämlich nun mal keine vergleichbare Szene in der
Buchreihe A Song of Ice and Fire von George R.R. Martin, geschweige
denn ein konkreter Hinweis darauf, wer oder was du eigentlich bist.
Vielleicht ist an dieser Stelle sogar
eine Art Dankeschön angebracht, denn in gewisser Art und Weise ist
dein Auftritt so zu werten, dass die Verantwortlicher durchaus ihren
eigenen Weg gehen wollen und sich nicht zwangsläufig bedingungslos
auf die literarische Vorlage verlassen möchten. Kleinere bis
mittelgroße Veränderungen zwischen Buch und TV-Serie konnte man
schon zur Genüge beobachten, doch die Einführung von diesem neuen
Element zeigt, dass man auch als alleswissender Buchleser nicht vor
Überraschungen gefeit ist, was wiederum äußerst positiv ist.
Umso schöner ist es jetzt miträtseln
zu können, was es überhaupt mit der ganzen Sache auf sich hat und
wer du eigentlich bist, wertes Eiswesen. Anscheind bist du ja
wirklich der Oberguru der gefürchteten White Walkers. Die eisigen
Spitzen, welche deinem glatten Schädel entspringen, könnten einer
Krone ähnlicher kaum sein. Und tatsächlich geistern im Netz auch
schon einige interessante Theorien zu deiner Identität umher, welche
HBO wohlmöglich selbst noch einmal befeuert hat. Eine offizielle Episodenbeschreibung zu Oathkeeper, welche kurze Zeit später wieder
offline genommen wurde, verpasst dir die Bezeichnung Night's King.
Für den gemeinsam Zuschauer ist das sicherlich eine ganz nette
Information, doch bei manch aufmerksamen Buchlesern klingeln hier
eventuell sofort die Alarmglocken. Mit der Einführung deiner Figur
wird hier ein sehr interessanter Weg eingeschlagen, der auch für
Leser der Bücher einige unerwartete Entwicklungen
bereithalten könnte.
Dabei stöhnen viele gleich schon
wieder, weil du dann vielleicht doch zu viel Fantasy mit dir bringst. Auch ich
war anfangs irritiert. Aber es ist nun mal auch eine Fantasy-Serie,
uns wird dieser Aspekt hier zwar mit der Brechstange serviert, aber
neben meiner Irritation ging von deinem Auftritt auch eine Art
Faszination auf mich über. Was soll das? Wer bist du? Was hat das
für die weiteren Verlauf der Serie zu bedeuten? Viele Fragen, über
deren Beantwortung ich mich ehrlich gesagt sehr freue. Als Buchleser
genießt man die TV-Umsetzung, doch eine jüngfräuliche
Erwartungshaltung ist einfach nicht möglich. Das hat sich nun ein
wenig geändert. Und du trägst großen Anteil daran, ehrenwerter
Night's King. Diesen Brief hast du dir verdient.
Ehrfurchtgebietend,
dein Felix.
Der Night's King. Oder doch nicht? Egal. Diese Augen...
(c) HBO
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immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
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hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Neue Runde, neues Glück. In der
dritten Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros widme ich mich dieser Woche einem noblen
Helden, welchen wir bereits zu Beginn der zweiten Staffel von Game of
Thrones kennegelernt hatten. In der vierten Staffel feierte er nun
sein Comeback und schob sich in Breaker of Chains mit einer glorreichen Tat in den
Vordergrund. Bühne frei für Ser Dontos Hollard, einst ein
angesehener Ritter, dann The King's Fool, Sansas Retter in der Not und
letztendlich ein glückloser Tropf, dessen Schicksal schon sehr lange besiegelt gewesen war.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Ser Dontos Hollard,
Du Narr. Verflucht noch einmal Dontos, wie
konntest du nur so blauäugig sein? Du armer Schlucker. Diese Zeilen
werden sich wohl eher wie eine Grabrede lesen lassen, denn du bist bereits von uns gegangen. Und dabei hattest du
eigentlich eine sehr gute Tat vollbracht, als du Sansa
schnellstmöglich von der königliches Hochzeit wegbrachtest. Fort von
dem Ort, wo gerade unser aller Lieblingstyrann seinen letzten Atemzug
vollzog. Durch die engen Gassen King's Landings bist du und das
Stark-Mädchen geflüchtet, zu einem kleinen Boot, mit welchem du die
verwirrte Sansa in Sicherheit brachtest.
Dein Auftraggeber, Lord Petyr Baelish,
war hocherfreut, dass alles so reibungslos verlief und du, werter
Dontos, du warst dir deiner Belohnung gewiss. Fürstlich sollte
diese ausfallen, doch du warst eben jener Narr, zu welchem dich King
Joffrey einst ernannt hatte. Und so wurdest du unschön von zwei
Armbrustbolzen durchbohrt, einer davon mitten ins Gesicht. Deinem Leben wurde ein Ende gesetzt und somit
dem letzten Nachfahren des ehemals so ehrfürchtigen Hauses Hollard
der Garaus gemacht.
Manch einer wird sich an dich erinnern,
Dontos. Damals, als wir das erste Mal auf dich trafen und du kurz
davor standest, zu Ehren von Joffrey und dessen Namentags im Einzelkampf
gegen Ser Lothor Brune anzutreten. Doch du hattest dich schamlos
betrunken und den Rest deiner und deines Familiennamens Würde
weggeworfen. Der König hätte dich für dieses despektierliche
Verhalten beinahe hinrichten lassen, hätte sich die gütige Sansa
Stark nicht für dich und dein Leben eingesetzt. So wurdest du
verschont und zum Hofnarren ernannt. Kein schönes Leben, aber du
sagtest es ja kürzich erst selbst, immerhin warst du noch am Leben.
Dann wurde es still um dich. Doch auf einmal bist du wieder in Erscheinung getreten und forderste
sogleich unser Mitleid für dich ein. Immer noch den Alkohol verfallen,
ein Tunichtgut wie er im Buche steht, übergabst du Sansa eine
schlichte Kette, welche sich angeblich seit Jahren im Besitz deiner
Familie befand. Eine Lüge, wie wir nun herausfunden mussten. Du
hattest zweifellos deinen Teil dazu beigetragen, dass Sansa die
Flucht aus King's Landing gelang. Vielleicht sogar mehr als nur das,
du warst wohlmöglich eines der vielen kleinen Rädchen in einem
gigantischen Komplott, Westeros von seinem aktuellen König zu
erlösen. Ach Dontos, du warst dir nicht einmal bewusst, in welche große
Verschwörung du dich hineinmanövriert hattest.
Und jetzt liegst du da leblos in diesem
kleinen Boot. Die junge Sansa hatte noch einmal einen kleinen
Schimmer Hoffnung in dein von Ale und Wein zersetztes Herz gebracht. Vielleicht ging es dir wirklich nur um Geld, als du ihr im Auftrag Littlefingers
die Flucht von der königliches Hochzeit ermöglicht hattest. Doch
vielleicht steckte auch mehr dahinter. Du warst ein gescheiterter
Ritter, ein bemitleidenswerter Trunkenbold, und auch wenn du deine Naivität
bitter hast bezahlen müssen, deine letzte Tat war von Gewicht. Deine
Geschichte ist bei Weitem kein Heldenlied, dennoch hast du dir eine
Erwähnung an dieser Stelle verdient.
Gute Überfahrt und sicheres Geleit,
dein Felix.
Ser Dontos Hollard. Gone and quickly forgotten.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Die zweite Ausgabe meiner wöchentlich erscheinenden Game of Thrones-Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros, ein Titel, der eigentlich viel zu lang ist, um wirklich im Kopf des Lesers hängenzubleiben. Egal, merkt Euch einfach, dass das einer der vielen Blogbeiträge im Netz zu Game of Thrones ist, von einem Typen, der halt über die vierte Staffel von Game of Thrones schreibt. Das macht die Sache doch gleich viel einfacher. Diese Woche im Fadenkreuz: Mace Tyrell, das ehrenwerte Familienoberhaupt der Tyrells, ein neues, rundliches Gesicht in der vierten Staffel von Game of Thrones und verkörpert von dem britischen Darsteller Roger Ashton-Griffiths. Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung zur aktuellen Episode The Lion and the Rose und ein kurzer Brief an den guten Mace. Und ab dafür.
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Mace Tyrell,
Du kleine dicke Puderquaste. Bis jetzt
haben wir von dir noch nicht sehr viel gesehen, aber gerade dein
erster Eindruck in der zweiten Episode der vierten Staffel von Game
of Thrones ist mir gut in Erinnerungen geblieben.
Ich erinnere mich daran, wie deine werte
Mutter, Olenna Tyrell bzw. die Queen of Thorns, dich immer wieder mal
erwähnte. Essen, das könne er gut, der rundliche Sohnemann.
Trinken, auch das sei eine Spezialität des Oberhaupts der Familie
Tyrell aus dem fernen Highgarden. Ob er ein großer Kämpfer und
Stratege sei oder jemals war? Nein, nicht wirklich. Mace Tyrell war
mit Messer und Gabel schon immer weitaus gewandter als mit Schwert
und Schild.
Und jetzt sehen wir dich zum
allerersten Mal in deiner ganzen Pracht. Da stehst, mitten in den
Gärten der Red Keep, wo King Joffrey gerade etliche Geschenke ob der
anstehenden Vermählung zwischen ihm und deiner Tochter Margaery
Tyrell annimmt. Du schenkst ihm einen prunkvollen Kelch, wahrlich
gigantisch und wundervoll verziert. Noch ein paar warme Worte, und dann ist dieses Äquivalent zur geläufigen
Salatschüssel, welche in unsere Welt gerne mal als Hochzeitsgeschenk
in Frage kommt, auch schon überreicht. "Nett, diese
Salatschüssel, respektive dieser Kelch. Vielen Dank. Und jetzt setz
dich wieder hin, Mace."
Kräftig und gewaltig bist du, Mace
Tyrell. Also diplomatisch ausgedrückt. Andere, darunter wohl auch
deine eigene Mutter, würden dich als eher fett und plump
beschreiben, auch wenn fein gekleidet. Deine kugelrunde Plauze ist
Hinweis genug, dass es sich bei dir um einen guten Esser handelt.
Warum denn auch nicht, du hast zweifelsohne die Position inne, dich
etwas gehen zu lassen. Doch ich möchte mich nicht zu sehr mit deinen
Ess- und Trinkgewohnheiten befassen, lieber Mace. Ein anderer Aspekt
erscheint mir da viel wichtiger.
Nach der kleinen Feierlichkeit zum Frühstück
streifen die Hochzeitsgäste durch die anliegenden Gärten. Darunter
sind auch Tywin Lannister und die Queen of Thorns, welche wie so oft
einige wichtige Details besprechen müssen. Und wer kommt da die
steinige Treppe hinuntergewatschelt? Genau, niemand anderes als du,
lieber Mace. Imposant holst du Luft, um das Wort an Tywin Lannister
zu richten, doch noch bevor du einen Laut machen kannst, fährt dir
deine Mutter in die Parade, winkt ab und sagt dir auf mehr oder
minder (eher minder) freundliche Art und Weise, dass es jetzt
unpassend ist und du besser weiterwatscheln solltest. Mace Tyrell,
der Herr von Highgarden, Warden of the South – auch du stehst unter
der Fuchtel der omnipotenten Queen of Thorns. Wie bezeichnend doch
dieser kleine Augenblick für deinen gesamten Charakter ist.
Aber ich möchte nicht zu früh über
dich urteilen, die aktuelle Staffel ist ja noch sehr jung. Du
bekommst vielleicht noch die Möglichkeit ein wenig zu glänzen oder
eindrucksvoll nach einem Stück Kuchen zu greifen. Irgendetwas musst
du ja haben, Mace, wenn man bedenkt, was oder besser wer deinen
Lenden entsprungen ist. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal
gewesen sein, dass wir dich gesehen haben. Immerhin haben wir dich schon einmal sprechen gehört. Und nachdem, was jetzt passiert ist, kommst du eventuell demnächst auch mal richtig zu Wort. Aber wie sagt man so schön: Für
den ersten Eindruck bekommt man nun mal keine zweite Chance.
Dir nur das Beste,
dein Felix.
Mace Tyrell. Vater der heißesten Braut in ganz Westeros.
(c) HBO
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Die vierte
Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf
HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and
Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel
von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Da ist es. A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Hätte man sich ja denken können. Hier werde ich mich von nun an im wöchentlichen Rhythmus den mehr oder minder unbedeutenden Nebenfiguren des gewaltigen Game of Thrones-Universums widmen. Und zwar in Form eines liebevollen Briefes, der in Euch vielleicht noch einmal die eine oder andere Erinnerung wecken wird. Die wichtigsten Charaktere der Show kriegen ja an anderer Stelle ihr Fett weg, hier dominiert der Bodensatz von King's Landing, hundsgemeine Bastarde, stille Helden und lässige Springinsfelde, welche den Arrivierten gerne mal die Schau stehlen. Trottel, Huren, Trunkenbolde, Fahnenschwinger, die einfachsten Lakaien, in A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros kann jeder glänzen. Oder eben auch auf den Deckel bekommen. Wie zum Beispiel in dieser ersten Ausgabe zur ersten Episode der vierten Staffel von Game of Thrones, namentlich Two Swords. Heute mit: Janos Slynt. "Janos wer?", werdet Ihr Euch vielleicht jetzt fragen (oder auch nicht). Lasst mich Euch auf die Sprünge helfen.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen. Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Janos Slynt,
Du bist weitgekommen. Wirklich. Wenn
man bedenkt, dass du einst der Oberbefehlshaber der Stadtwache von
King's Landing gewesen bist und du dich jetzt im brutalen Norden an der
Wall in einer führenden Position innerhalb der Night's Watch
wiederfindest, ist das schon eine beachtliche Entwicklung, die du
durchgemacht hast. Oder besser: Durchmachen musstest.
Viele erinnern sich eher ungern an dich
zurück. Du warst mir von Anfang an suspekt, als du ohne zu zögern
jeden Befehl von Queen Cersei oder auch Littlefinger ausführtest. Die
richtige Art der Bezahlung bestimmte dein Handeln, für die Gunst
der Königsfamilie hast du die furchtbarsten Dinge getan. Was ist mit
Eddard Stark, der doch tatsächlich dachte, dass er auf dich und
deine Gold Cloaks zählen könnte, und welchen du dann doch
hinterhältig betrogen hast? Seine Männer wurden abgeschlachtet, der
ehemalige Warden of the North in ein dunkles Verließ geschmissen und
später zu Unrecht enthauptet, während du entspannt in deiner Nase
bohrtest.
Oder King Roberts Bastardkinder, deren Auslöschung du und deine Soldaten übernahmen. Befehle hin, Befehle
her, wie kann man so etwas mit seinem Gewissen vereinbaren? Ein
Neugeborenes vor den Augen seiner Mutter abstechen, als wäre es das
Einfachste der Welt. Janos, was sollen wir nur mit dir machen?
Doch dein Plan ging auf. Loyal sei er,
der Janos Slynt. Der Krone treu ergeben. Deine Belohnung folgte auf
dem Fuße, denn so durftest du dein eigenes Haus proklamieren, House
Slynt, mit dir an seiner Spitze. Ein tolles Gefühl, oder? Und natürlich, die malerische Ruine Harrenhal ging ja auch
noch in deinen Besitz über. Du Glückspilz. Ein verfluchtes Wrack
von einem Schloss, mittendrin im Krieg der fünf Könige,
unerreichbar für dich loyalen Diener der Krone. Aber was man hat,
das hat man, nicht wahr? Wer bekommt vom König von Westeros schon
einen Titel und ein altehrwürdigen Sitz geschenkt?
Aber die Rechnung kommt immer zum
Schluss, lieber Janos. Von dem guten Tyrion in Rage gebracht hast du ihn, wie viele andere
zuvor auch schon, als Gnom bezeichnet. Doch dieser Imp, zum Zeitpunkt des
Gesprächs zwischen dir und ihm noch Hand of the King, durchschaute
dich schnell und sprach wahre Worte. Janos Slynt und Ehre? Das passe
genauso gut zusammen wie Robert Baratheon und ein Leben in absoluter
Abstinenz von Wein und leichten Dirnen.
"Schaut mich an, ich bin Janos Slynt,
Oberhaupt des Hauses Slynt! Du kannst mir nichts, du kleiner Wicht!" Anscheinend
doch, denn du, lieber Janos, bist doch nur eine von vielen
austauschbaren Variablen in dieser schnelllebigen Welt. Wie wäre es
mit einem Szenenwechsel? Das täte dir doch sicherlich gut.
Harrenhal? Das übernimmt Littlefinger, denn du wirst an der Wall und
im Dienst der Night's Watch sicherlich keine Verwendung mehr dafür
haben. Ja genau, die Night's Watch. Dort führt dich deine neue
Aufgabe hin. Und weil wir gnädig sind, bekommst du dort sogar einen Posten von Format, als Handlanger von Ser Alliser Thorne, obwohl wir uns eigentlich ziemlich sicher sind, dass du diese Position nicht
verdient hast. Aber bevor sich der König echauffiert, lassen wir dir
zumindest diesen kleinen Wermutstropfen.
Und da sitzt du nun neben dem grantigen
Ser Alliser Thorne und dem fragilen, aber weisen Maester Aemon. Du
hälst dich immer noch für ein hohes Tier, du, der mit dafür
verantwortlich war, den "Verräter" Eddard Stark zur
Strecke zu bringen. Jetzt thronst du an dieser hölzernen Tafel und
urteilst über Jon Snow, den Bastardsohn von Eddard Stark. Und Du
machst dich ein wenig lächerlich. You know nothing Janos Slynt.
Riesen? Da lacht er nur. Ein unsicherer Blick in Richtung Thorne und
dem Maester und sein ungläubiges, abschätziges Grunzen verstummt sofort. Janos, du hast ja keine Vorstellung, wo du hier gelandet
bist. Wo dich deine Reise hinführen wird? Ehrlich zugegeben, den
meisten ist es wohl egal, warum sollten wir auch unsere Gedanken an dich
verschwenden. Wie bereits geschrieben, lieber Janos, die Rechnung
kommt immer zum Schluss. Und vielleicht hast du gerade erst damit
angefangen, diese zu bezahlen.
Hals- und Beinbruch, werter ehemaliger
Lord Janos Slynt, Herr des berühmt-berüchtigten Haus Slynts mit
vormaligen Sitz in Harrenhal. Es mag zwar sehr kalt an der Wall sein,
doch wenn einer an diesen erbarmungslosen Ort gehört, dann du,
lieber Janos.
Nur das Beste, Dein Felix.
Ser Janos Slynt. Ein feiner Kerl.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Auf mich ist Verlass. Schon immer
gewesen. Naja, nicht immer. Zum Beispiel hier auf diesem kleinen
Blog. In mehr unregelmäßigen als regelmäßigen Abständen benutze
ich diese Plattform hier, um mich mitzuteilen. Jetzt war hier eine
ganze Weile lang nicht wirklich viel los, wofür es (wie immer) viele Gründe
gibt, die an dieser Stelle keine Rolle spielen sollen. Ich hasse
übrigens diese Art von Blogbeiträgen, in denen man sich erklärt
und darauf hinweist, dass auf dem jeweiligen Blog eine ganze Weile nicht wirklich viel losgewesen
ist.
Nachdem ich wöchentlich die erste
Hälfte der finalen fünften Staffel von Breaking Bad hier
rezensierte und dann hochmotiviert die zweite Hälfte eben jener
finalen fünften Staffel ins Visier genommen hatte, habe ich dann
kurz vor dem Ende von Breaking Bad die Segel gestrichen. Im
Nachhinein war das ziemlich doof von mir und deswegen ist eine
Entschuldigung angebracht an all diejenigen, welche hier mitgelesen
hatten und die ich vielleicht enttäuscht habe. Generell habe ich das
Blog sehr vernachlässigt, wie mir gerade auffällt. Diese
sprunghafte "Jetzt mache ich wieder was für drei Monate, dann
lass ich das Ding für ein dreiviertel Jahr lang ruhen."-Mentalität
gefällt mir selbst nicht. Zum bazillionsten Male Besserung zu loben
wäre jedoch auch Quatsch. Ihr kennt mich. Oder auch nicht.
Genug der Heucheleien, welche gesagt
werden mussten und ich in Wirklichkeit eh nicht ernst meine. (Natürlich meine ich sie ernst, ich möchte nur cool wirken.) Zum
eigentlich Anliegen der Blog-Wiederbelebung. Ich hatte vor kurzem mal
wieder eine Idee, und diese Idee gefiel mir persönlich so gut, dass
ich sie gerne mit dem Internet teilen möchte.
Ich weiß nicht, ob Ihr es mitbekommen
habt (bestimmt nicht), doch diese Woche Sonntag startet ja die vierte
Staffel von Game of Thrones. Ich möchte dazu keine
Reviews und Rezensionen schreiben, denn davon gibt es im Internet
genug bzw. wird es demnächst sicherlich wieder mehr als genug zu finden geben.
Ich habe mir eine andere Sache überlegt,
eine unbedeutende Kleinigkeit, die dem einen oder anderen vielleicht
ein wenig Spaß machen könnte. Die neue Artikelreihe, welche sich
hier auf bommebastisch.blogspot.de der vierten Staffel von Game of
Thrones widmen wird, trägt das äußerst knackige Kürzel
ALoIaFttUHaAHoW. Was sich dahinter verbirgt? Tja, ich werde den Teufel
tun und Euch das jetzt an dieser Stelle verraten. Wer will, kann ja
raten. So viele verschiedene Möglichkeiten gibt es ja nicht.
Der erste Beitrag zu dem Themenkomplex
ALoIaFttUHaAHoW kommt dann nach dem 6. April und der Ausstrahlung der
ersten Folge der vierten Staffel von Game of Thrones. Da ich mich bis
Dienstag noch im Urlaub befinde, kann es passieren, dass die erste
Ausgabe von ALoIaFttUHaAHoW erst am Mittwoch erscheint. Und weil
ALoIaFttUHaAHoW so schön von der Hand geht, schreibe ich es glatt
noch einmal: ALoIaFttUHaAHoW.
Kreative Einfälle, was sich hinter
ALoIaFttUHaAHoW verstecken könnte bitte in den Kommentarbereich.
Ansonsten liest man sich in gut einer Woche. Haltet mir die Treue.
Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog einen kleinen Beitrag
zur dritten Staffel von Game of Thrones (genauer: zu den 5 Dingen, die mir in der dritten Staffel besonders gut gefallen haben) veröffentlicht. Jetzt, fast vier
Wochen (uff!) nach der Ausstrahlung des Staffelfinales, möchte ich noch einmal auf
Game of Thrones eingehen, auch wenn der Buzz etwas abgeebbt ist. Zum einen,
weil ich es großspurig angekündigt hatte (Merke: so etwas macht man nicht) und
zum anderen, weil ich das Gefühl habe, dass es wichtig ist hervorzuheben, dass
diese Season auch nicht alles Gold war, was glänzte. Schwer zu glauben, oder? Und da
man ja immer was zu tun hat, komme ich halt erst jetzt dazu, zu einem
Zeitpunkt, an dem so mancher gedanklich schon wieder ganz woanders ist. Wie dem
auch sei, es wird sich schon jemand finden, der Interesse an diesem Beitrag
finden wird. Also: Los geht’s, 5 Dinge, die mir in der dritten Staffel von Game
of Thrones nicht so gut gefallen haben.
(Wie auch schon in dem vorangegangen Beitrag hat die
Nummerierung der einzelnen Unterpunkte keine weitere Bedeutung, dient einzig
und allein der Ordnung und nicht der Platzierung. Und wie immer: SPOILERWARNUNG!)
1. Jon Snow aka Kit Harrington und die Wildlings!
Keine Frage, am Ende hatte ich auch meinen Spaß mit
Harrington’s Handlungsbogen. Und Rose Leslie (Ygritte) ist eine wunderschöne
Frau, der ich sehr gerne beim Schauspielern zugesehen habe; Kristofer Hivju hat
einen ganz eigenen Tormund Giantsbane verkörpert, ein wenig anders, als ich ihn
mir ob der Buchvorlage vorgestellt hätte, was mir aber eigentlich sehr gut
gefiel. Und Mackenzie Crook hat seine Sache als Orell auch sehr ordentlich.
Aber. Oder besser: Jedoch. Die Handlung Beyond the Wall gehörte diese Staffel zweifelsohne
mit zu den schwächsten. Leider konnte visuell nie das ganze Ausmaß der Wildling-Armee
erfasst und übermittelt werden. Hinzu kam ein eher schwacher Mance Rayder, für
dessen Rolle man HBO-Veteran Ciarán Hinds (Rome) verpflichten konnte, welcher
im Endeffekt jedoch nicht nur blass blieb, sondern auch kaum Auftritte hatte.
Sicherlich wird sich das in Staffel 4 ändern, doch wurde man keinesfalls dem
Tease des Endes der 2. Staffel gerecht, als Jon Snow kurz davor stand, dem
berühmt-berüchtigten Mance Rayder zu begegnen. Zu Jon Snow selbst lässt sich
nur sagen, dass er nach wie vor ein äußerst wichtiger Charakter der Show ist, doch lag
dies diese Season weniger am schauspielerischen Talent eines Kit Harringtons (teilweise
erschreckend schwach, nur zum Ende konnte er wirklich überzeugen) oder
irgendeiner bahnbrechend-spannenden Handlung, sondern vielmehr daran, dass Jon
Snow nun mal des Zuschauers einzige Möglichkeit ist, Einblick in das
Wildling-Geschehen beyond the wall zu bekommen. Alles in allen war dieser
Handlungsbogen rund um Jon Snow und den Wildlings eher eine Enttäuschung für
mich, trotz kleinerer Höhepunkte (Tormund’s Weisheiten in Sachen Liebesspiel,
The Climb, das dramatische Finale samt toller Kampfchoreographie in The Rains
of Castamere). Da muss nächste Season mehr kommen. Doch bin ich dahingehend
guter Dinge, betrachtet man die (neue) Ausgangslage nach dem Staffelfinale.
Gerade Kit Harrington könnte dessen Charakters Rückkehr nach Castle Black
schauspielerisch sehr zu gute kommen. Auch wenn wir erst einmal auf das oft
unterhaltsame Geplänkel zwischen Jon Snow und Ygritte verzichten müssen.
2. Ramsay
Snow und Torture Porn!
Ich kann nachvollziehen, warum man Iwan Rheons Charakter
diese Staffel so eingeführt hat, wie er halt eingeführt wurde. Die Figur des
Ramsay Snow ist in den Büchern eine der grausamsten, kaltblütigsten und
sadistischsten überhaupt. Dementsprechend wurde der geheimnisvolle „Boy“
(Rheons Rollenname in diversen Castinginformationen) auch dargestellt. Anfangs
konnte der unwissende Zuschauer nicht sagen, wer denn diese Person sei, wem sie
angehört und welche Motive sie verfolgt. Mit der Zeit, und diversen
Foltereinlagen, wurde jedoch immer deutlicher, dass diese Figur ein
gnadenloser, kranker Bastard (intended!) ist, der es genießt, den armen Theon
Greyjoy zu misshandeln. Der Effekt der dabei entstand, dass man größte Abscheu,
Ekel und vielleicht so etwas wie Angst vor Rheons Figur empfand, ist nicht zu
bestreiten. Genauso wie das Mitleid, dass man irgendwann mit Alfie Allen aka
Theon Greyjoy hatte, obwohl er in der vorangegangenen Staffel neben Joffrey zum
Hassobjekt Nummer eins aufstieg. Unter den Tisch fallen lassen möchte ich auch nicht, dass ich natürlich auch das ein oder andere Mal ob bizarrer Situationskomik und einen glänzend aufgelegten Rheon lachen musste. Und dennoch, mir gefiel das übertriebene
Foltern nicht. Das lag jetzt nicht unbedingt daran, dass ich es abstoßend und
widerlich fand, sondern vielmehr daran, dass mir zu oft wie ein billiges
Stilmittel vorkam. In regelmäßigen Abständen sprang die Handlung zu Theon und
zeigte uns wieder einmal, wie sehr er doch gefoltert werden würde. Natürlich
ist einem klar, was die Macher damit bezwecken wollen, aber irgendwann empfand
ich es als eher langweilig. Es fühlte sich mehr nach Foltern um des Foltern
Willens an. Meiner Meinung nach hätte man diesen Handlungsbogen durchaus kürzer
fassen können, denn ich bin bestimmt nicht der einzige, den dieser Aspekt der 3.
Staffel von Game of Thrones irgendwann nur noch wenig interessiert und eher
gelangweilt hat.
3. Bran und seine Entourage!
Jedes Mal, wenn der Szenenwechsel zu Bran, Rickon, Hodor,
Osha, Jojen und Meera erfolgte, habe ich gedanklich abgeschaltet. Höchstens am
Ende der Staffel, als man zweimal auf gute Art und Weise zwei verschiedene Handlungsbögen
miteinander verknüpfte (einmal mit Jon Snow und seinen Wildlings, einmal mit
Sam und Gilly), gefiel mir die Geschichte um die von vielen tot geglaubten
Stark-Zöglinge zumindest ein bisschen besser als sonst. Es war schon ein wenig
komisch aber nicht minder effektiv, als Rickon zum ersten Mal wirklich den Mund
aufmachte und sogleich herzzerreißende Worte von sich gab. Natalie Tena (Osha)
kann man eventuell noch ein kleines Kompliment machen, hatte sie mir doch
(neben Hodor selbstverständlich) noch mit am besten gefallen. Leider wird man ihre Figur, nachdem sie die Gruppe zusammen mit Rickon verlässt, in der 4. Staffel wohl nur noch sehr wenig oder vielleicht gar überhaupt nicht mehr zu sehen bekommen. Ob jetzt der
geheimnisvolle Jojen Reed (Thomas Brodie-Sangster) oder seine Schwester Meera, die eigentlich nur da
war, sich kurz mit Osha stritt und dann weiterhin ohne wirkliche Relevanz vor
sich hinexistierte, die neuen Charaktere blieben sehr blass und machten die
Sache nicht spannender. Und auch Bran selbst (ohne das Talent von Isaac Hempstead Wright in Frage stellen zu wollen) schaffte es nicht wirklich, der
Geschichte seinem Stempel aufzudrücken, auch wenn er ihr Protagonist war. Ein
äußerst öder und lahmer Handlungsbogen, es passierte nicht viel, und wenn etwas
passierte, dann erschien es recht banal und unwichtig, um wirklich des Zuschauers Interesse zu
erwecken und die Handlung voranzutreiben. Hier muss ordentlich nachgebessert werden, das
sollte selbst den Produzenten klar sein.
4. Sam (und Sansa)!
Ich befinde mich jetzt in einer Zwickmühle, möchte ich
diesen beiden Figuren keinen eigenen Unterpunkt widmen, jedoch
ihre Rollen in dieser Staffel dementsprechend zusammenfassen und in einem Punkt abarbeiten, weil sie
exemplarisch für ein paart recht nervige Momente der dritten Staffel von Game
of Thrones stehen. Dabei ist es eher ein persönliches Empfinden gegenüber den beiden, und ich weiß nicht, ob es für den Leser so leicht nachzuvollziehen ist. Vor allem Sam nervte mich ganz schrecklich. Das ist eventuell für den
einen oder anderen eher weniger überraschend, denn gehe ich stark davon aus, dass
ich nicht der einzige gewesen bin, dem es so ging.. Und das lag jetzt nicht unbedingt an John Bradley, sondern vielmehr an der Figur und ihrem Charakter selbst. Sam kann nichts. Er kann
nicht kämpfen, er kann kein Feuer machen, er ist schlichtweg ein Verlierertyp.
Und das wird dem Zuschauer immer wieder aufs Neue klargemacht. Und mich nervte
das. Mich nervte zum einen, dass Sam komplett unfähig war und zum anderen, dass
es mir das immer wieder gezeigt wurde. Als Zuschauer habe ich dann immer wieder
abgewinkt, fast so wie beim Bran-Arc. Ja, wir haben es verstanden, Sam ist dusselig, eine Trantüte, generell unfähig usw. Einzig und allein die ab und an
aufkeimende Spannung konnte es für mich retten. Bei Sansa wiederum lässt sich
ein ähnlich nerviges Phänomen wie bei Sam entdecken, weil wir immer wieder und
wieder darauf hingewiesen werden: Sansa ist dumm und naiv. Ja, auch das hatten wir irgendwann klar und deutlich verstanden, sie ist ein dummes kleines Mädchen, das tagein tagaus von
Prinzen und Minnesängern träumt. Gerade zu Beginn der Staffel war sie ein
Spielstein par excellence und ich konnte sie aufgrund ihrer Naivität nur selten
wirklich ertragen. Zum Ende der Staffel besserte sich dies glücklicherweise,
doch störte mich, dass man derartig übertrieben immer wieder gezeigt bekommen
hatte, wie realitätsfremd Sansa doch durch ihr Leben schreitet. Natürlich
verstehe ich, dass man einen Charakter in bestimmte Richtung hin etablieren und
dementsprechend zeichnen möchte, das trifft auf Sansa als auch auf Sam zu, um
später mit dem entworfenen Charakterbild eventuell komplett zu brechen und uns
Zuschauer zu überraschen. Doch muss ich auch sagen, dass in diesen Momenten weniger oft mehr ist. Der Zuschauer ist nicht so dumm, als könnte er oder sie nicht
anhand ein paar gezielt gesetzter Szenen erkennen, in welche Richtung sich ein
Charakter entwickelt könnte bzw. entwickeln wird. Auch wenn wir allerhand fantastische
Charaktere und Charakterentwicklungen in Game of Thrones zu sehen bekommen, bei
diesen beiden Figuren mochte mir das nicht wirklich schmecken.
Okay, subjektiv gesehen muss ich Sansa ein bisschen aus der
Schusslinie nehmen. Mein Gott, es ist halt Sophie Turner. Und am Ende der
Staffel wurde schon ein wenig angedeutet, dass sich Sansa als Charakter
(endlich) weiterentwickeln wird.
Apropos: Hat hier jemand was von "weniger ist oft mehr" gesagt? Wie
passend, das bringt mich doch glatt zu meinem letzten und (ironischerweise) umfangreichsten Punkt…
5. Die Komplexität! - Charaktere und Handlungsstränge en masse!
Dieser Punkt mag vielleicht ein wenig paradox erscheinen,
ist es doch gerade die ausgezeichnete Komplexität dieser Erfolgsserie, die
vielen so viel Freude bereitet. Und auch ich schätze diesen Aspekt an Game of
Thrones sehr, dank eines guten Namens- und Konstellationsgedächtnisses habe ich
eigentlich keine Probleme, der Serie und den verschiedenen Handlungssträngen zu
folgen. Aber in Staffel 3 fiel mir etwas auf, was in den beiden vorangegangenen
Staffel nicht so sehr der Fall war: es wurde einfach mehr. Also alles. Mehr Figuren,
ergo mehr Handlungen, mehr Schauplätze, einfach alles. Vielleicht ist das auch
nur meine subjektive Wahrnehmung, doch hat sich diese in gewisser Weise bestätigt,
als ich wöchentlich Reviews und Recaps zur dritten Staffel im Netz las. Ich
möchte diesen Aspekt auch nicht wirklich als Schwachpunkt der dritten Staffel
bezeichnen, doch darf es auch nicht unerwähnt bleiben. Wie bereits gesagt, die
Komplexität, die Vielzahl von verschiedenen Charakteren und deren Motivation
ist mitunter der Grund, warum viele diese Serie so schätzen. In Staffel 3
wurden viele neue Figuren eingeführt (die Queen of Thorns, Ramsay Snow, Mance
Rayder, Tormund Giantsbane, Beric Dondarrion, Thoros of Myr usw.), als auch
schon bekannten Charakteren mehr Spielraum gegeben (Roose Bolton, Margaery, Sam
usw.). Und das ist toll. Neue Charakter in Game of Thrones sind immer
interessant und bereichern das Geschehen, und altbekannte Charaktere, welche bereits
eingeführt wurden und jetzt mehr Screentime bekommen, vertiefen bestimmte
Handlungsbögen und erweitern den Mikro-/ Makrokosmos von Westeros bzw. Esteros.
Jedoch ist es auch so, dass trotz größerer Anzahl von handelnden Charakteren
wir nach wie vor „nur“ 10 Folgen pro Staffel zu sehen bekommen. Und so
passierte es diese Staffel oft, dass sich die eine oder andere Folge ein wenig
überladen, vollgepackt und folglich arg sprunghaft anfühlte, weil man eben
oft zwischen vielen Schauplätzen wechselte bzw. wechseln musste. Hinzu kam, dass einige (beliebte)
Figuren weit weniger Auftritte hatten, als es sich der Zuschauer vielleicht
gewünscht hatte. Die Queen of Thorns zum Beispiel durfte sich zu Beginn kurz
profilieren, auch wenn dies äußerst gut war, doch verschwand sie ebenso schnell
wieder von der Bildfläche. Lange musste man auf einen Auftritt von Varys
warten, Littlefinger spielte im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls eine eher
kleinere Rolle. Mance Rayder wiederum, toll besetzt durch weiter oben bereits erwähnten Ciarán Hinds und zu
Beginn der Staffel eingeführt, geriet schnell wieder in Vergessenheit. Dies
sind nur ein paar Beispiele und vielleicht empfindet der Leser es anders, doch
hatte ich oft den Eindruck, dass man sich mit der Masse an Charakteren
gleichzeitig die schwere Aufgabe zumutete, jeden auf irgendeine Art und Weise
mit einzubinden. Diese Absicht ist lobenswert, doch können sich so auch schnell
Probleme ergeben; manche Figuren treten nur sehr kurz auf oder spielen dann auf
einmal nur noch eine kleine oder eben gar keine Rolle mehr. Deswegen wäre es
eventuell ratsam, in der nächsten Staffel den Fokus wieder auf wenige
Handlungsstränge zu richten bzw. sie miteinander zu kombinieren.
Jedes Mal, als
dies in der dritten Staffel geschah, zum Beispiel indem man einen großen
Handlungsbogen in Kingslanding zu sehen bekam und die dementsprechende dort situierten und handelnden Figuren
wechselweise ihre Auftritte hatten, fühlte sich Game of Thrones meiner Meinung
nach am besten an. In der vierten Staffel werden nun mehrere Handlungsebenen
und -stränge miteinander verknüpft - nur ein paar Beispiele: Jon Snow ist wieder am Castle Black,
zusammen mit Sam; Jamie ist zurück in Kingslanding etc. – was es den Machern
eventuell leichter machen könnte. Doch darf man sich auch keinen Illusionen
hergeben, dass wieder eine handvoll neue Charaktere mit dazustoßen werden. Das
ist nun mal The Song of Ice and Fire, es gibt gefühlt unendlich viele Figuren, die
wiederum diese Welt natürlich auch bereichern. Deswegen wird es für die Macher
auch nicht leichter werden, mit der Problematik Komplexität, eventuell sogar eine Art Fluch und Segen
zugleich, richtig umzugehen. Doch bin ich zuversichtlich, dass man das
hinbekommen wird. Wie gesagt, persönlich gefiel es mir in Staffel 3
größtenteils sehr gut, doch wurde auch manchmal recht deutlich, wie schwer es
doch ist, mit dem gegebenen Material effektiv zu arbeiten, den Überblick zu
behalten und den Zuschauern das zu geben, was sie sehen wollen, ohne sie
vielleicht zu verwirren. Jedoch gibt es einen Trumpf hinsichtlich des möglichen
Problems Komplexität: George R.R. Martin. Dieser ist ja nicht gerade dafür
bekannt, zimperlich mit seinen Charakteren umzugehen. Also darf man stark davon
ausgehen, dass auch in der vierten Staffel der ein oder andere Charakter das
Zeitlich segnen wird, wodurch wieder Platz für neue Charaktere geschaffen wird.
Buchleser wissen an dieser Stelle wie immer mehr…
Und weil ich einfach nix Gescheites in Sachen Bebilderung etc. zu diesem Thema in der Unendlichkeit des Internets gefunden habe, ein Video, dass auch ganz cool ist:
Huch. So viel. Das tut mir leid. Gerade der letzte Punkt lag
mir am Herzen und es bedurfte einer ausführlichen Erläuterung, um diesen verständlich zu machen. Ich hoffe, es lesen zumindest noch ein paar Seelen
diese abschließenden Worte, wobei ein mancher eventuell sogar schon beim
Torture Porn und Ramsay Snow ausgestiegen ist. Bei denjenigen
Unerschütterlichen, welche bis hier hin durchgehalten haben, möchte ich
mich recht herzlich bedanken. Und bei allen anderen natürlich auch. Gleichzeitig rufe ich den Leser auf, mir
mitzuteilen, was ihm oder ihr denn an der dritten Staffel von Game of Thrones
nicht so gut gefallen hat. Was war eurer Meinung nach nicht so gut, was hat
eventuell sogar genervt? Raus damit. Über allgemeine Kritik an diesem Beitrag
meinerseits freue ich mich natürlich auch.
Game of Thrones. Vor wenigen Tagen ist die dritte Staffel
der derzeit wohl beliebtesten und meist diskutierten Serie weltweit zu Ende
gegangen. Dementsprechend wird das Netz nun logischerweise von diversen
Artikeln, Blogbeiträgen, Season Reviews etc. überschwemmt, die sich einerseits
der im Vergleich zur zweiten definitiv stärkeren dritten Staffel und ihren
Inhalten widmen, oder eben nur wehklagend darauf hinweisen, dass der geneigte
GoT-Fan sich jetzt wieder einmal gut ein Jahr gedulden muss, bis es mit der 4.
Staffel der Erfolgsserie weitergeht.
Da auch ich ein großer Fan der Serie als auch der Buchreihe
A Song of Ice and Fire bin, möchte ich ebenfalls ein paar Worte zu dieser
Staffel verlieren. Nicht in kurzer, zusammengefasster Form, nein, vielmehr
möchte ich fünf Aspekte (oder eben vereinfacht gesagt: Dinge) hervorheben, die
mir diese Season sehr gut gefallen haben. Dabei sollte dem Leser bewusst sein,
dass es sich um meine ganz persönliche Meinung handelt und es in dieser dritten
Staffel sicherlich mehr als nur fünf Dinge gab, die letztendlich erwähnenswert
sind. Ein bestimmte Reihenfolge bzw. Platzierung gibt es jedoch nicht, auch wenn ich die verschiedenen Aspekte/ "Dinge" durchnummeriert habe.
Ach ja: SPOILERWARNUNG! Das versteht sich glaube ich von selbst oder?
Und bitte.
1. Charles Dance / Tywin Lannister!
Ich bin ein Tywin-Fanboy. Ein ziemlich großer sogar. Jede
Szene, in der das mürrisch dreinblickende, stets kalkulierende
Familienoberhaupt der Lannisters auftrat, habe ich förmlich aufgesogen. Charles Dance ist ein herausragender Schauspieler, der sein Handwerk an den unzähligen
Theaterbühnen Großbritanniens erlernte, perfektionierte und in der dritten
Staffel von Game of Thrones mit derartiger Nachhaltigkeit zum Besten gab, dass
er sich dafür eigentlich eine Auszeichnung verdient hätte. Ob er nun seinem
Sohn Tyrion, seiner Tochter Cersei oder der Queen of Thorns, Olenna Tyrell,
gegenüber stand, niemand sah auch nur einen Stich gegen ihn (letztere vielleicht,
doch musste auch sie irgendwann klein beigeben). Selbstsicherheit, Dominanz, eine
ehrfurchterregende Aura, Stolz, Unbarmherzigkeit, Weitsicht und Raffinesse -
Tywin Lannister zeichnen weit mehr als nur diese Eigenschaften aus. Bis dato
ist er einer der wenigen Charaktere der Serie, die unfehlbar, unüberwindbar und
vor allem unbesiegbar wirken. Es gab nicht einen Moment, in der Charles Dance
seiner Rollenanforderung nicht gerecht wurde. Das geht sogar soweit, dass man
(obwohl der generelle Tenor einem sagt, dass man - drastisch formuliert - Tywin
Lannister zu hassen hat) diesem Charakter unfassbar viel Respekt gegenüber hat
und letztendlich als eine der coolsten Säue in ganz Westeros bezeichnen würde.
Tywin Lannister bzw. Charles Dance, mein heimlicher (Anti)Held der dritten
Staffel von Game of Thrones.
2. Khaleesi!
Zugegeben, in der zweiten Staffel habe ich die Rolle der
Daenerys Targaryen gehasst. Wirklich. Ständig dieses „Where are my dragons?!?!“
oder überhaupt „I have dragons!!!!“, und wie sie durch die Wüste eierte, sich
für so toll hielt und im Endeffekt doch nichts gebacken bekommen hat. Logisch,
character building and stuff, aber es hatte mich genervt. Umso überraschter war ich von
der Mother of Dragons diese Season, obwohl ich eine kleine Ahnung
dahingehend hatte, dass ihr Handlungsbogen sehr gut werden könnte. Erstaunlich
ist, dass man diese Staffel das Gefühl hatte, nicht besonders viel von Daenerys
und der Handlung beyond the Narrow Sea gesehen zu haben, insbesondere am Anfang
der Staffel. Und dennoch, jedes Mal wenn der Szenenwechsel nach Esteros kam,
ging Daenerys’ Plot mit großen Schritten voran. Jedes Mal wurde es interessant,
die Mother of Dragons verlor ihr anstrengende Staffel-Zwei-Attitüde und schwang
sich zur absoluten badass figure auf. Hinzukamen starke altbekannte bzw. neue
Figuren, sei es Ser Jorah Mormont (Iain Glen), Ser Barristan Selmy (Ian McElhinney) oder sellsword Daario
Naharis (Ed Skrein). Der Danny arc hatte teilweise ein derartiges Tempo, dass es ein pure
Freude war, dem Ganzen zu folgen. An dieser Stelle auch Respekt an Emilia Clarke, die nun drei Staffel hintereinander (charakterlich) komplett
verschiedene Daenerys Targaryens spielen musste, und für meinen Geschmack
besonders hier in Staffel drei großartig aufblühte. Ihr Charakter ist ein
absoluter Fanliebling, sowohl bei den Buchlesern als auch bei den
Serienschauern. Da verwundert es auch nicht, dass sie wieder einmal das finale
Bild einer Staffel bekommt (Mhysa), einer der vielen epischen Momente (so auch in
Astapor…), die dem Handlungsbogen der Daenerys Targaryen entsprangen und mich teilweise sehr beeindruckt
haben. Go Mhysa!
3. Krasse Kampf-Choreos!
Und wenn ich krass sage, dann meine ich auch krass. Wenn
eine Sache diese Season besonders auffällig war, dann dass es eine unglaublich
hohe Anzahl an sowohl gut getimten als auch hervorragend inszenierten
Kampfchoreographien gab. In den vorangegangen Staffeln gab es auch schon das ein
oder andere Scharmützel zu bestaunen (Ned Stark vs. Jamie Lannister, The Hound,
The Mountain That Rides etc.), doch entpuppte sich insbesondere Staffel drei als
ein wahres Fest für die Augen, wenn Schwerter, Speere oder Arakhs miteinander
kollidierten. Jamie Lannister gegen Brienne, der Hound gegen Ser Beric
Dondarrion, Jon Snow gegen Orell, die drei Amigos Jorah Mormont, Grey Worm und
Daario Naharis gegen ein paar Dutzend Soldaten der Stadt Yunkai. Die Abläufe
waren jedes Mal fantastisch, die Inszenierungen packend und mitreißend, wenn
nötig wurde der Hintergrund geschickt miteinbezogen. Jedes Mal, wenn Schwerter
gezückt und Messer gewetzt wurden, konnte man sich auf großes Serien-Kino
einstellen. Einzigartige Duelle, rasant und energisch, aber nie überfordernd
oder überladen. Selbst ein Bär war mit dabei! Großes Lob für diese
Kampfchoreographien. In diese Staffel mehr als nur die Kirsche auf der Sahne.
4. Chaos is
a ladder – The Climb!
An dieser Stelle möchte ich mich auf eine ganz bestimmte
Szene beziehen, die ich so schnell nicht vergessen werde. In der dritten
Staffel von Game of Thrones gab es so einige fantastische Momente zu bestaunen.
Im Endeffekt waren es nicht nur einige, sonder gar recht viele. So viele, dass
man schwer auf jeden einzelnen genauer eingehen könnte. Aber die Szene, die
mich wohl am meisten mitriss und in der für mich einfach alles stimmte, die
ereignete sich in der sechsten Folge der dritten Staffel, namentlich The Climb.
Es ist Aiden Gillen, der eine der großartigsten Ansprachen in der gesamten Serie überhaupt
hält. Chaos is a ladder. So oft bekam man Littlefinger diese Season gar nicht
zu sehen, insbesondere im direkten Wortgefecht mit Varys (Conleth Hill). Dabei dürfte jedem
Zuschauer klar sein, und so erwähnt es auch Varys zwischendurch, dass Petyr
Baelish einer der gefährlichsten Männer in ganz Westeros ist. Mit seinem Vortrag, was der Realm wirklich ist, wie jeder versucht die Leiter
zu erklimmen, Ambitionen zu verwirklichen, und doch so viele dabei scheitern,
legt Littlefinger die Karten offen. Jeder ist auf seinen eigenen Erfolg und Motive
bedacht, und mancher würde dafür so weit gehen, wie es sich andere nicht einmal
vorstellen könnten. So ist der Realm. So sind die Menschen. So ist (the) Game of Thrones. Dieser
Moment hinterließ mich sprachlos, nicht nur aufgrund des Inhalts und der
passenden Analogie, auch die gesamte Inszenierung mit Schwenk auf Joffrey bzw. Ros
oder Sansa, das war schlicht und einfach perfekt. Chapeau Aiden Gillen,
Chapeau werte Serienschöpfer.
5. Nikolaj Coster-Waldau aka Jamie Lannister aka The
Kingslayer!
Ach Jamie. Wir hassen dich. Was bleibt uns anderes übrig? Du
hast Bran vom Turm geworfen, treibst es mit deiner Zwillingsschwester und bist generell
ein ziemlich arroganter Unmensch. In Staffel zwei hat man dich nicht viel
gesehen, du hattest das bekommen, was du verdient hattest, eingekerkert im
Feldlager der Stark-Armee. Dann wirst du von der verzweifelten Catelyn befreit
und sollst von der biederen Brienne of Tarth nach King’s Landing gebracht
werden, als Austauschobjekt um Sansa und Arya Stark zu befreien und zurück zu deren Mutter zu bringen.
Das konnte ja nix werden. Und dennoch, die Figur des Jamie Lannisters hat in
der dritten Staffel eine sonderbare und zugleich fantastische Wandlung genommen. Natürlich genoss man
seine Sticheleien gegenüber der stämmigen Brienne, aber im Laufe der Staffel
wandelte sich das Bild vom sich überschätzenden, selbstverliebten Kingslayer zu
einem bemitleidenswerten, unsicheren und letztendlich auch schwächelnden bzw. schwachen Lannister-Abkömmling.
Jamie Lannister entwickelte sich ungemein weiter und veränderte sich kontinuierlich. Charakterlich als auch physisch. Er verlor seine Schwerthand,
war am Boden zerstört, kurz vor dem Ende und rappelte sich dennoch wieder auf, nicht
zuletzt dank Brienne. Er gab die schockierende Wahrheit über das Sacking von
King’s Landing preis, warum er dem Mad King ein Schwert in den Rücken rammte
und damit hunderttausende Menschenleben rettete, jedoch nie auch nur ein wenig
Dankbarkeit und Anerkennung dafür erfuhr, sondern nur Verachtung und Schmähung. Er
zeigte, dass er sich sehr wohl um andere kümmern kann, dass er Brienne nicht so schnell
aufgibt, ihr im entscheidenden Moment zu Hilfe kommt und für sie sein Leben
aufs Spiel setzt. Die Macher haben es geschafft, eine der unbeliebtesten
Serienfiguren zum klammheimlichen Liebling zu machen. Auch wenn vieles auf
Mitleid beruht, ab einem bestimmten Punkt hat man ein ganz anderes Bild von
Jamie Lannister als noch in Staffel eins oder zwei. Daran hat auch der dänische
Schauspieler Nikolaj Coster-Waldau großen Anteil, welcher mehr als nur einmal
sein fantastisches Talent aufblitzen ließ. Das geht sogar so weit, dass es
mich nicht verwundern würde, wenn eben jener Coster-Waldau bei der diesjährigen
Emmy-Verleihung berücksichtigt werden würde. Ich würde es mir wünschen.
Verdient hätte er es allemal.
So. Das waren die fünf Dinge, die mir in der dritten Staffel
große Freude bereitet haben. Aber Moment, da fehlt doch was…
Special: (Drunken) Tyrion!
Peter Dinklage bzw. Tyrion war mit Abstand der beste
Charakter der zweiten Staffel, keine Frage. In der dritten Staffel legte sich
der Fokus auf viele andere, teilweise auch neue Charaktere, womit unser aller
Lieblings-Imp deutlich weniger Screentime als noch im Vorjahr bekam. Das war
zum einen schade, weil, nun ja, Peter Dinklage bekanntlich ziemlich super ist.
Zum anderen war es aber auch verständlich, andere Figuren in den Mittelpunkt zu
rücken. Das änderte aber auch nichts daran, dass jede Szene mit
Tyrion-Beteiligung sehr stark daherkam. Ob in Kombination mit Vater Tywin,
Schwester Cersei, der Queen of Thorns, Joffrey, Varys etc., eigentlich war es
immer sehenswert (Ausgenommen die Szenen mit Shae. Die deutsch-türkische Schauspielerin Sibel Kekilli war teilweise
sehr fürchterlich.) Anfangs wirkte Tyrion noch ein wenig unbeholfen, gerade im
Duell mit dem dominanten Tywin oder der gewieften Queen of Thorns. Zum Ende der
Staffel konnte Dinklage jedoch wieder einmal brillieren. Der Auftritt auf
seiner eigenen Hochzeit war ein großer Spaß und steht stellvertretend für viele
amüsante, aber oft auch ernsthafte und vor allem schauspielerisch sehr gute Momente des Peter Dinklage in
der dritten Staffel von Game of Thrones. Zwar reichte es mir persönlich nicht,
um unter meine Top 5 zu kommen, aber erwähnenswert ist es allemal. Oh Tyrion.
Never change.
So. Das war’s jetzt aber wirklich. Oder? Ach Mist, noch eine
Kleinigkeit, die dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist…
Keine Red
Wedding? How dare you!
Ja, in der Tat, die Red Wedding bleibt hier unerwähnt. Zumindest
bis jetzt. Ich bin mir der Tragweite dieses Ereignisses durchaus bewusst. Die
allgemeine Reaktion im Netz zeigte auch, welche Bedeutung diese grausame
Hochzeit für viele Fans der Serie hat. Doch muss ich auch ehrlich zugeben, dass
es diese Staffel einfach andere Sachen gab, die mir persönlich besser gefallen
haben. Hinzukommt, dass mir klar war, was passieren würde, da ich die Bücher
gelesen habe. Was auf eine komische Art und Weise schade ist. Ich hätte gerne
selbst den Sturm der Entrüstung und Fassungslosigkeit erfahren, den so viele
erfahren mussten, nachdem sie die Folge The Rains of Castamere gesehen hatten. Die Red Wedding ist ein Meilenstein, in den Büchern als auch
in der Serie. Ein bedeutender, schrecklicher Moment, dessen bin ich mir absolut
bewusst. Es wurde stark inszeniert und mit überragenden Performances gespickt (Michelle Fairley als Catelyn Stark oder David Bradley als Walder Frey, der auf offener Straße jetzt wahrscheinlich bespuckt werden wird). Ich war sehr zufrieden mit
der Umsetzung. Aber ihr wisst wie das manchmal ist, wenn man ein Buch gelesen
hat, dass verfilmt wird, sich den Film ansieht und denkt: „Gut. Sehr gut. Aber
irgendetwas… irgendwie hab ich mir das ein klein wenig anders vorgestellt…“ Eine
starker Moment der dritten Staffel, vielleicht sogar DER Moment. Aber nicht
unter meinen Top 5, auch wenn ich schwer erklären kann wieso. Außerdem, ihr
werdet die Red Wedding in jedem x-beliebigen anderen Blogpost zur dritten
Staffel von Game of Thrones finden. Da darf ich doch mal aus der Reihe tanzen,
oder?
So. Jetzt aber. Es reicht. Meine Top 5 der Dinge, Momente,
Schauspieler etc. der dritten Staffel von Game of Thrones. Plus ein wenig
Tyrion-Geschmachte und eine kurze Erklärung bezüglich des Auslassens der Red
Wedding. Ich hoffe, das Lesen hat trotzdem ein wenig Spaß gemacht. Kritik und
eigene Anmerkungen zum Thema, was euch diese Staffel zum Beispiel am besten
gefallen hat, bitte in den Kommentarbereich. Ich würde mich sehr darüber freuen.
Ansonsten kommt demnächst ein weiterer Blogpost zum Thema
Game of Thrones, dann aber über die fünf Dinge, die mir
diese Staffel nicht so gut gefallen haben. Geht das überhaupt? Darf der das?
Seid gespannt.