Donnerstag, 15. Mai 2014

A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros #6

Episode 6 der vierten Staffel von Game of Thrones ist passé und alle Welt redet über Peter Dinklages hervorragende Leistung, die er in eben jener mit seinem finalen Monolog erbrachte. Da scheint es fast unmöglich, sich eine Randfigur aus The Laws of God and Men herauszupicken, welche diese Woche meinen Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros erhält. Bevor ich diesen aber an Mark Gatiss in der Rolle eines pragmatischen Bänkers, an einen glücklosen Ziegenhirten aus der Gegend um Meereen oder gar an dessen geröstetes Vieh adressiere, welches wiederum so furchtbar von Drogon gerissen wurde, geht der Brief heute an eine Dame raus, die eigentlich gar nicht so unbekannt und unbedeutet ist. Jedoch wird sie so behandelt, was vor allem am Handlungsaufbau von Game of Thrones liegt. Stellvertretend für alle unterrepräsentierten Ironborn geht der heutige Letter of Ice and Fire an Yara, Theons beziehungsweise Reeks entschlossene Schwester aus dem Hause Greyjoy.

(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen. Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)


ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!


Liebe Yara,

Oder auch Asha. Das war ja damals schon so eine Sache, als man für die Serie einfach so deinen Namen aus den Büchern von Asha in Yara änderte, damit dich ja auch zumindest namentlich niemand mit der Wildling-Braut Osha verwechseln würde. Um dich jedoch mit besagter Osha verwechseln zu können, müsste man sich erst einmal an dich erinnern. Seit deinem ersten Auftritt zu Beginn der zweiten Staffel, welcher durchaus amüsant gewesen ist, durftest du dich bis zum jetzigen Zeitpunkt gelegentlich mal blicken lassen. Obwohl das vielleicht sogar schon ein wenig übertrieben ist, dann oft bekommt man den Eindruck, dass du, dein Vater Balon und die Ironborn der kargen Felsinseln von Pyke gar nicht existent seid.

Es ist ja auch nicht so, dass du zu Beginn der Bücher die allergrößte Rolle spielen würdest, eher im Gegenteil. Erst mit Fortschreiten der Handlung rückst du etwas mehr ins Geschehen. Dennoch ist es recht erstaunlich, wie unbedeutend du bisher für die Serienadaption bist. Und selbst wenn du mal wieder einen kurzen Auftritt feiern darfst, bist du dann plözlich gleich schon wieder weg. „Stimmt ja, es gibt ja noch diese Typen mit dem Kraken, Theons Anhang. Die kommen noch dran, nur Geduld.“

Ich sehe ja auch ein, warum man hier und da Abstriche machen muss. Und warum sollte man wertvolle Handlungszeit mit diesen Ironborn verschwenden? Bei denen passiert doch eh nichts. Obwohl, in der Episode The Laws of God and Men durftest du tatsächlich mal wieder in Erscheinung treten. Heldenhaft haben sich du und deine Soldaten dem Bastard Ramsay Snow gestellt, um so deinen kleinen Bruder Theon zu befreien. Oder besser: Reek. Der hatte aber wenig Lust darauf, gerettet zu werden, ist er doch mittlerweile vom Bolton-Scheusal Ramsay komplett gebrochen worden. Da haben wir den Salat. Alles für umsonst.

Und nun? Theon ist tot, du hast selbst gesagt, werte Yara. Du und dein übriggebliebener Anhang haben die Flucht ergriffen und machen sich jetzt wohl zurück auf den Weg nach Pyke. Und so rechne ich schon ein wenig damit, dass das alles gewesen sein könnte, was man diese Staffel von den Ironborn zu sehen bekommen hat. Kurz eine Festung gestürmt, die Misson misslint, schnell die Beine in die Hände genommen und fertig.

 Es schert sich nun einmal niemand um euch. Und das liegt gar nicht so sehr daran, dass ihr übertrieben uninteressant seid, sondern daran, dass ihr in dieser Welt einfach keine große Rolle spielt. Also bis jetzt. Vielleicht machen wir diese Staffel nochmal einen kleinen Abstecher zu den Greyjoys. Mit Blick auf die Buchvorlage würde sich das sicherlich anbieten. Und dann heißt es für euch bzw. für dich Yara vielleicht alsbald doch: Bühne frei. Mehr von den Kraken-Leuten. Ich würde es mir schon ein wenig wünschen. Denn in dieser Ecke von Westeros schlummert noch die eine oder andere große Überraschung. Bis dahin, halt die Ohren steif, unerschrockene Yara. Ich denk' an dich.

Mit verbindlichen Grüßen,

dein Felix.

 Yara Greyjoy. Irgendwann schlägt ihre große Stunde. Ganz bestimmt.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.

Mittwoch, 7. Mai 2014

A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros #5

Halbzeit in der vierten Staffel von Game of Thrones, Halbzeit bei der Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Auch diese Woche war es nicht ganz einfach, einen Kandidaten für die Kategorie Unsung Hero / Anti-Hero auszuerkiesen. Doch da sich hier auf die Fahnen geschrieben wurde, den Figuren im weit entferntenn Hintergrund eine Plattform zu geben, fiel die Entscheidung gegen das Offensichtliche. Robin Arryn? Der schreckliche Karl Tanner aus der Gin Alley in Flea Bottom zu King's Landing? Weit gefehlt. Bühne frei für die namenlose Frau von Craster, welche in First of His Name Jon Snow das Leben rettete.

(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen. Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)

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Liebe Frau / Tochter / Enkelin von Craster,

Du hast keinen Namen bekommen und selbst deinen Verwandtschaftsgrad zum Wildling-Scheusal Craster ist mir nicht klar, wie du sicherlich an meiner Anrede hast erkennen können. Dabei ist das überhaupt nicht despektierlich gemeint. Du und deinesgleichen mussten unter der Fuchtel Crasters ein Martyrium ertragen. Und selbst nach dessen Tod wurde es nicht besser, ganz im Gegenteil sogar, euer Leid wurde noch viel größer.

Die Deserteure der Night's Watch übernahmen unter der Führung des Psychopathen Karl Tanner Craster's Keep und eine neue furchtbare Leidenszeit brach für euch an. Diese war noch viel scheußlicher als das erbarmungslose Regime Crasters, ich als Beobachter fühlte mich nahezu angewidert ob der grässlichen Taten, welche an euch verbrochen wurden. Euch traf von allen die geringste Schuld und dennoch seid ihr die Leidtragenden gewesen, die von Karl und seinem Anhang geschunden und misshandelt wurden.

Aber jetzt ist Schluss damit! Karl Tanner und seine widerwärtigen Mitstreiter wurde das unschöne Ende bereitet, welches sie sich verdient haben. Man könnte jetzt sagen, dass Jon Snow und seine Mannen euch befreit haben, und zweifellos hatten sie großen Anteil daran, dass eure Leidenszeit beendet wurde. Dennoch hallt ein kleiner Augenblick in mir nach, welcher geradezu symbolische Bedeutung in sich trägt.

Und jetzt kommst du ins Spiel, werte namenlose Frau. Während Jon Snows Chancen im Zweikampf mit Karl Tanner immer mehr zu schwinden schienen, hast du dir ein Herz gepackt und einen Dolch im Rücken des unheimlichen Anführers der Night's Watch-Deserteure versenkt. Nicht nur, dass du damit wohlmöglich einen in Bedrängnis geratenen Jon Snow zur Hilfe geeilt bist, auch die Aktion selbst kann als ein finales Aufbäumen deiner Schwestern und dir selbst gewertet werden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das psychopathische Ekel zu Fall zu bringen und stellvertretend für alle Frauen in Craster's Keep, welche unter ihm und seinen Männern haben leiden müssen, hast du diesen Schritt gewagt. Bravo. Dein Angriff mag zwar nicht tödlich gewesen sein, doch er verschaffte Jon Snow genügend Zeit, sich wieder aufzurappeln und Karl Tanner hinterrücks sein wohlverdientes und äußerst blutiges Ende zu verpassen.

Deswegen nicht nur ein Dank an Jon Snow und Co., dass sie Karl Tanner und seinem Gefolge den Garaus gemacht haben, auch dir sollte ein wenig Anerkennung entgegengebracht werden. Was du und deine Mitstreiterinnen erlebt haben und durchleben mussten, war furchtbar. Und die Initiative, dem ein Ende zu setzen, ging auch von dir aus. Jetzt ist Craster's Keep, der Ort so vielen Schreckens, niedergebrannt. Ein Leben an der Wall? Nein danke, mit der Night's Watch habt ihr auch nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. Wo führt euer Weg also hin? Weiter gen Norden, wo Gefahren wie die White Walker auf euch lauern? Aber halt, immerhin habt ihr über Jahre die „Opfergaben“ für diese bereitgestellt, eure Söhne wurden zu White Walkern gemacht. Könntet ihr gar in der Gunst der frostigen Fabelwesen stehen? Trotzdem, mich beschleicht mich ein dunkles Gefühl ob eurer Zukunft. Ich drücke euch jedenfalls die Daumen.

Mit aufrichtigen Grüßen,
euer Felix.


Die Namenlose. Rammte Karl Tanner ein Dolch in den Rücken. Go girl.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.

Mittwoch, 30. April 2014

A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros #4

Die vierte Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros, und diese Woche wird es ganz speziell. Es gab nicht sehr viele Kandidaten, welche sich in der aktuellen vierten Episode der vierten Staffel von Game of Thrones, namentlich Oathkeeper, angeboten haben. Die Entscheidung viel dann auf einen eher frostigen Zeitgenossen, der selbst mich kalt erwischte. Diesen und dessen Bedeutung für die weitere Handlung von Game of Thrones kann wohl noch niemand so richtig einschätzen. Aber genug mit den schlechten Wortspielen, kommen wir endlich zum Punkt! Diese Woche geht der Brief aus Eis und Feuer an das gefrorene Etwas aus der letzten Aufnahme der aktuellen Episode. Ihr wisst schon, dieser anscheinend sehr wichtige White Walker mit einer Krone auf dem Kopf und den tiefblauen Augen zum Dahinschmelzen. (Ich weiß. Verzeiht mir.) Wer oder was, und wieso überhaupt – vielleicht findet Ihr ein paar Antworten in den folgenden Zeilen meinerseits.

(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen. Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)

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Liebes Eisding-White Walker-Oberboss-Wesen,

Das war ja mal ein Auftritt. Damit hätte wohl kaum einer gerechnet. Selbst viele Buchleser hat es aus deren Bahnen geworfen, denn auch für diese bist du ein absolutes Novum. Es gibt nämlich nun mal keine vergleichbare Szene in der Buchreihe A Song of Ice and Fire von George R.R. Martin, geschweige denn ein konkreter Hinweis darauf, wer oder was du eigentlich bist.

Vielleicht ist an dieser Stelle sogar eine Art Dankeschön angebracht, denn in gewisser Art und Weise ist dein Auftritt so zu werten, dass die Verantwortlicher durchaus ihren eigenen Weg gehen wollen und sich nicht zwangsläufig bedingungslos auf die literarische Vorlage verlassen möchten. Kleinere bis mittelgroße Veränderungen zwischen Buch und TV-Serie konnte man schon zur Genüge beobachten, doch die Einführung von diesem neuen Element zeigt, dass man auch als alleswissender Buchleser nicht vor Überraschungen gefeit ist, was wiederum äußerst positiv ist.

Umso schöner ist es jetzt miträtseln zu können, was es überhaupt mit der ganzen Sache auf sich hat und wer du eigentlich bist, wertes Eiswesen. Anscheind bist du ja wirklich der Oberguru der gefürchteten White Walkers. Die eisigen Spitzen, welche deinem glatten Schädel entspringen, könnten einer Krone ähnlicher kaum sein. Und tatsächlich geistern im Netz auch schon einige interessante Theorien zu deiner Identität umher, welche HBO wohlmöglich selbst noch einmal befeuert hat. Eine offizielle Episodenbeschreibung zu Oathkeeper, welche kurze Zeit später wieder offline genommen wurde, verpasst dir die Bezeichnung Night's King. Für den gemeinsam Zuschauer ist das sicherlich eine ganz nette Information, doch bei manch aufmerksamen Buchlesern klingeln hier eventuell sofort die Alarmglocken. Mit der Einführung deiner Figur wird hier ein sehr interessanter Weg eingeschlagen, der auch für Leser der Bücher einige unerwartete Entwicklungen bereithalten könnte.

Dabei stöhnen viele gleich schon wieder, weil du dann vielleicht doch zu viel Fantasy mit dir bringst. Auch ich war anfangs irritiert. Aber es ist nun mal auch eine Fantasy-Serie, uns wird dieser Aspekt hier zwar mit der Brechstange serviert, aber neben meiner Irritation ging von deinem Auftritt auch eine Art Faszination auf mich über. Was soll das? Wer bist du? Was hat das für die weiteren Verlauf der Serie zu bedeuten? Viele Fragen, über deren Beantwortung ich mich ehrlich gesagt sehr freue. Als Buchleser genießt man die TV-Umsetzung, doch eine jüngfräuliche Erwartungshaltung ist einfach nicht möglich. Das hat sich nun ein wenig geändert. Und du trägst großen Anteil daran, ehrenwerter Night's King. Diesen Brief hast du dir verdient.

Ehrfurchtgebietend,
dein Felix. 
Der Night's King. Oder doch nicht? Egal. Diese Augen...
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.