Die neunte und somit vorletzte Ausgabe
des Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Schwer zu glauben, aber die vierte Staffel von Game of Thrones
ist schon wieder beinahe zu Ende. Nur noch eine weitere Folge bleibt
uns in diesem Jahr. Doch bevor wir zu wehmütig werden, widmen wir
uns erst einmal The Watchers on the Wall, der neunten Episode der
vierten Staffel von Game of Thrones. Und auch wenn hier nicht alles
Gold war, was glänzte, die aktuelle Folge hätte actionreicher und
furioser inszeniert kaum sein können. Und wer ging hier als Hero
bzw. Anti-Hero hervor? Jemand, dem man ähnlich wie dem Hound unfassbar
gerne beim Fluchen zuhört und der sich als beinharter Anführer
präsentiert hat, seine Männer motivieren konnte und mit guten Beispiel
vorausging. Ein paar Worte der Anerkennung an Ser Alliser Thorne und
seiner Männer der Night's Watch.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Sehr geehrter Ser Alliser Thorne, verehrte
Männer der Night's Watch,
„Now with me! With me now!“ Bei
diesen Worten war selbst ich dermaßen angestachelt gewesen, mir eine
Axt zu schnappen und mich in den Kampf gegen die Wildlings zu
stürzen. Kampfreden und packende Ansprachen, die einen bis in die
Fingerspitzen motivieren, das können Sie, werter Ser Alliser.
Dabei sind Sie ja zuvor doch schon ein
ziemlicher Griesgram gewesen. Und mit Sicherheit sind Sie das auch
nach wie vor. Nach Mormonts Tod übernahmen Sie erst einmal die
Führung der Night's Watch, mit rauer Hand und wenn nicht sogar ein
wenig dickköpfig. Jon Snow wurde schnell zum ärgsten Widersacher
auserkoren, dem Bastard von Eddard Stark aus dem ach so feinen
Winterfell konnten Sie eh nie viel abgewinnen. Schnell stiegen Sie zu
einem Unsympathen auf, aber zweifellos auch zu einem Charakater und
einer Bezugsperson, die der zusammengewürfelte Haufen der Night's
Watch bitter nötig hatte.
Als ein Anführertyp der alten Schule
machten Sie sich sicherlich nicht viele Freunde, doch Authorität ist
eine komplizierte Angelegenheit, so haben Sie es sogar noch einmal selbst deutlich gemacht. So grummelig und unfair Ihr Verhalten auch
gewesen sein mag, als der groß angelegte Angriff der Wildlings
erfolgte, hätte man sich wohl kaum eine bessere
Führungspersönlichkeit wünschen können. Mit donnernden Kommandos
führten Sie die Männer der Night's Watch in den offenen Kampf, mit
so viel Kraft und Energie, dass einem gar nichts anderes übrig
blieb, als zu erkennen, dass Ser Alliser Thorne ein verdammter
Teufelskerl ist, dem man in dieser Situation ohne zu zögern in den
Tod folgen würde.
Und was für ein Kampf das war: Schädel
zerbarsten, zahlreiche Tote und Verletzte, wilde Scharmützel. Und
mittendrin Sie, Ser Alliser Thorne, der laut bellend immer wieder
seine Gefolgsleute ansporn, die Eindringlinge abzuwehren und Castle
Black nicht untergehen zu lassen. Und auch wenn im Nachhinein Fehler
gemacht wurden, der Zugangstunnel wie Jon Snow es verschlug
versiegelt hätte werden müssen, die Night's Watch war in ihrer
Abwehr der Wildings vorerst erfolgreich. Mit brennenden Ölfässern,
einer monströsen Sichel, unerbittlichen Kampfgeist und einem Alliser
Thorne, da zwar schwer verwundert wurde, aber wohl noch nicht das
Zeitliche gesegnet hat und sich eines Anführers würdig erwies. Ganz
im Gegensatz zu Janos Slynt, der sich feige in den Gemäuern von
Castle Black verkroch.
Respekt an die Männer der Night's
Watch, Respekt an Sie, Ser Alliser Thorne. An Ihrer grimmigen
Attitüde wird sich nicht mehr viel ändern, zum warmherzigen
Kompaniepapa werden Sie bestimmt nicht mehr. Aber das muss auch nicht
sein. Irgendjemand muss ja diesen Haufen an Mörder und Missetätern
der Night's Watch von Zeit zur Zeit ein gepflogenes „Cunts!“ an
den Kopf werfen.
Hochachtungsvoll,
Euer Felix.
Ser Alliser Thorne. Schimpft wie ein Rohrspatz. Now with him, with him now.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Da haben sie nicht schlecht geguckt,
die Game of Thrones-Fans. Letzten Sonntag ging ein weltweiter
Aufschrei des Entsetzens umher, musste man doch abermals den Verlust
eines äußerst beliebten Charakters bedauern. So sehr ich diesem
gerne ein paar Worte widmen würde, ich kann einfach nicht mit meiner
eigens auferlegten Vorgabe brechen, sich den Figuren im Hintergrund
zu widmen. Angesichts der achten Episode der vierten Staffel von Game
of Thrones, namentlich The Mountain and the Viper, war es wieder
einmal nicht so einfach, einen geeigneten Kandidaten für den Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros zu
finden. Und so fiel die Entscheidung auf eine Figur, die langsam aber
sicher gar nicht mehr als zu "unsung" ist und an dieser
Stelle erwähnt werden sollte, bevor sie noch prominenter in den
Vordergrund rückt. Ein paar anerkennende Worte für den wurmlosen Grey
Worm, treuer Diener der Khaleesi, unerschrockener Krieger der
Unsullied und vielleicht eine der frustriertesten und bemitleidenswertesten Personen in ganz
Essos.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Grey Worm,
Du bist 'ne coole Socke, Grey Worm. Von
den Kollegen einst auserkoren, auf Anweisung der Mother of Dragons
einen Vertreter der Unsullied zu ernennen, bist du seit der letzten
Staffel zu einem wichtigen Bestandteil des Stabs und Hofes der
Khaleesi aufgestiegen. Und ist es gar nicht so einfach, einem so
seelen- und emotionslosen Gesichtsausdruck wie du ihn permanent
fabrizierst zur selben Zeit auch Gewicht zu verleihen. Aber deine stoische Attitüde
hat etwas Faszinierendes.
Und dein Dilemma ist bewegend. Im Zuge
deiner Werdung zum gefühlslosen Soldaten wurdest du als junger Spund
nicht nur deiner Männlichkeit beraubt, sondern auch emotional total
abgestumpft, sodass aus dir die erbarmungslose Kampfmaschine geworden
ist, du du heute bist. Umso frustrierender ist es jetzt mit
anzusehen, wie nach langer Zeit der Emotionslosigkeit nun doch ein
paar Gefühle in dir keimen. Missandei ist dein Objekt der Begierde,
und es teilweise herzzerreißend zu beobachten, mit welchem Verlangen
du sie beäugst. Nicht nur sexuell, auch mit der Absicht, einfach zu
lieben, ohne überhaupt zu wissen, wie das geht und was man dabei
empfindet.
Man wünscht dir von ganzen Herzen eben
diese Gefühle, beziehungsweise die Fähigkeit, solche zu entwickeln
und nachvollziehen zu können. Und es scheint dir ja tatsächlich zu
gelingen, gleichzeitig steigt die Frustration immer mehr,
manifestieren sich nicht nur Emotionen, sondern auch ein körperliches
Verlangen deinerseits, welches nie in seiner Gänze erfüllt werden
kann. Das macht dich zu einer äußerst tragischen Figur. Nicht nur,
weil du als Kastrat sexuell ohnehin stark eingeschränkt bist,
vielmehr, dass du vielleicht zur Erkenntnis kommst, kein ganzer Mann zu sein und
dich damit selbst nur runterziehst.
Dabei ist das doch eigentlich Quatsch.
Und ich bin auch guter Dinge, dass du einer emotionalen Erfüllung,
welche wiederum lange Zeit absolut undenkbar und unmöglich erschien,
Schritt für Schritt näher kommst. Und so wird aus dem Wirbelwind,
der uns zuvor schon mit seinen großartigen Kampfkünsten
beeindrucken konnte, dem treuen Untergebenen und pflichtbewussten
Vertreter der Unsullied vielleicht doch noch ein Liebender, ein
Gegenprodukt dessen, zu was er als Sklave gemacht wurde. Bleib dran,
Grey Worm. Es gibt wohl keinen einzigen Zuschauer, der sich genau das für dich erhofft.
Mit besten Grüßen,
Felix.
Grey Worm. Oder auch Torgo Nudho. Will lieben.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Der Schock saß sicherlich tief, als
einige Fans in den letzten Tagen feststellen mussten, dass die vierte
Staffel von Game of Thrones aufgrund des Memorial Days eine
einwöchige Pause einlegt. Auch hier auf bommebastisch.blogspot.com
setzte die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros kurz aus, was einzig und allein auf meine
Faulheit zurückgeht. Und auf ein paar andere Sachen. Aber als hätten
die Serienmacher von meiner Zeitnot gewusst, gewährte man mir ein
Woche länger Zeit, um ein paar Worte zu Episode Mockingbird zu
verfassen. Und getreu dem Motto, wahrlich nur die Helden bzw.
Antihelden im Hintergrund zu beleuchten, darf sich selbst Lysa Arryn
diese Woche nicht über einen persönlichen Brief meinerseits freuen.
Vielmehr wird einem alten Bekannten diese Ehre zu teil. Dieser ist
jetzt tatsächlich schon seit der ersten Staffel mit dabei und hat
es sich verdient, hier Erwähnung zu finden. Auch weil er so brav an
seinen Brotbackkünsten gearbeitet hat. Diese Sätze sind für dich,
Hot Pie.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Hot Pie,
Es ist immer wieder schön, auf
bekannte Gesichter zu treffen. Viele Figuren haben bis zu diesem
Zeitpunkt ihr Leben lassen müssen, doch du bleibst eine Konstante,
die bis jetzt in jeder Staffel von Game of Thrones ihren Auftritt
feiern durfte. Hot Pie, die Donnerkugel, ein wortwörtlicher
Pfundskerl – in der aktuellen siebten Episode der vierten Staffel
hast du mit Sicherheit dem einen oder anderen ein kleines Lächeln
auf die Lippen gezaubert, als du plötzlich die Bewirtung für
Brienne und Podrick übernahmst und ihnen einen ausführlichen
Vortrag darüber hieltest, wie man denn den perfekten Kidney Pie
zubereiten würde. Und wie schwer und wichtig zugleich doch die
Zubereitung einer Bratensoße ist, welche ihresgleichen sucht!
Aber auch du hast eine Entwicklung
durchgemacht, wertes Dickerchen. Anfangs bist du ein äußerst
nerviges Kleinkind gewesen, ein Bully, der ein viel zu großes
Mundwerk hatte, aber schnell den Schwanz einzog, wenn es brenzlig
wurde. Als dann irgendwann dein Weggefährte Lommy ein unschönes
Schicksal ereilte und du mit Arya und Gendry in Gefangenschaft
geraten bist, war deinem vorlauten Benehmen ein für alle Mal ein
Ende gesetzt. Du machtest schon fast einen mitleidigen Eindruck, so
ungelenk wie du durch die Ruinen von Harrenhal gewatschelt bist, ständig in der Befürchtung, jeder Moment könnte dein letzter sein. Ach
Hot Pie.
Du bist viel herumgekommen, dass muss
man dir lassen. Ein Waisenjunge aus King's Landing, dann ging es nach
Harrenhal, weiter durch die Riverlands, wo du wiederum von der
Brotherhood Without Banners gefangen genommen und an eine uns allen bekannte Taverne,
das Inn at the Crossroads, weiterverkauft wurdest. Ein passendes
Örtchen für dich, dass hattest du sogar selbst so gesagt.
Hier könntest du deine Fähigkeiten als Bäckerlehrling einbringen,
die du dir in deiner Zeit als Bäckergehilfe in King's Landing
angeeignet hattest. Außerdem hättest du hier eine sichere Bleibe.
Nicht mehr durch die Büsche hüpfen, ständig in der Angst, jemand
schlitzt dir an der nächstbesten Weggabelung die Kehle auf. Ich
verstand das. Arya verstand das. Und ein Platz in unseren Herzen
hattest du dir spätestens dann gesichert, als du ihr ein
selbstgebackenes Brot in Form eines Direwolfs, dem Wappentier des
Hauses Starks, überreichtest. Ach Hot Pie.
Und jetzt bist du wieder zurück!
Zumindest für einen kurzen Augenblick. Und dabei freut man sich
schon ein wenig, wenn man sieht, wie freudig du gestimmt bist. Das
Inn at the Crossroads mag zwar inmitten der kriegszerrütteten
Ländereien von Westeros liegen, doch dir ist es dort anscheinend gut
ergangen. Gleichzeitig stellst du auch noch ein paar wichtige
Informationen für Brienne und Podrick bereit, welche diese beiden
endlich auf die richtige Fährte führen könnten. Nicht nur in
Sachen Sansa, sondern auch in Bezug auf Arya, von welcher seit
Monaten ausgegangen wird, dass sie schon längst tot sei. Und dann
schaffst du es schon wieder, Hot Pie. Erneut zauberst du ein Brot
hervor, das du eigenhändig angefertigt hast. Erneut ist es ein
Direwolf, ein Präsent für Arya, dass Brienne und Podrick ihr
überbringen sollen. Und wie wundervoll dieses Brot aussieht,
detailverliebt und schmackhaft zugleich. Ach Hot Pie.
Ich möchte mich soweit aus dem Fenster
lehnen zu behaupten, dass du es in den Olymp der Figuren in Game of
Thrones geschafft hast, welche einem über kurz oder lang sehr ans
Herz gewachsen sind, so selten man sie auch zu sehen bekommt und so
unbedeutend sie erscheinen mögen. Aber auch wenn diese nicht oft
auftreten, ein Charaktertod würde von der Fangemeinde schwer
bedauert werden. Und so hoffe ich, dass es dir gut ergehen wird, Hot
Pie. Jedoch beschleicht mich auch ein mulmiges Gefühl, dass dir in
den letzten Episoden der vierten Staffel noch etwas zustoßen könnte.
Gerade weil dein Tod ungeahnte Trauersprüche der Zuschauerschaft
hervorrufen würde und die Serienmacher uns so ein kleinen Schlag in
die Magengrube verpassen könnten, jetzt, wo Hot Pie endlich Frieden
gefunden hat und wir den moppeligen Bäckerburschen nur das Beste
wünschen. Und wir würden um den so unwichtigen Hot Pie trauern, das
verspreche ich Euch. Ach Hot Pie.
Mit den besten Wünschen und Grüßen,
Felix.
Good guy Hot Pie. Wer braucht schon einen richtigen Namen?
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
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Episode 6 der vierten Staffel von Game
of Thrones ist passé und alle Welt redet über Peter Dinklages
hervorragende Leistung, die er in eben jener mit seinem finalen
Monolog erbrachte. Da scheint es fast unmöglich, sich eine Randfigur
aus The Laws of God and Men herauszupicken, welche diese Woche meinen Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros erhält. Bevor ich diesen aber an Mark Gatiss in der Rolle eines pragmatischen Bänkers, an einen glücklosen Ziegenhirten
aus der Gegend um Meereen oder gar an dessen geröstetes Vieh
adressiere, welches wiederum so furchtbar von Drogon gerissen wurde,
geht der Brief heute an eine Dame raus, die eigentlich gar nicht so
unbekannt und unbedeutet ist. Jedoch wird sie so behandelt, was vor
allem am Handlungsaufbau von Game of Thrones liegt. Stellvertretend
für alle unterrepräsentierten Ironborn geht der heutige Letter of Ice and Fire an
Yara, Theons beziehungsweise Reeks entschlossene Schwester aus dem Hause Greyjoy.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Liebe Yara,
Oder auch Asha. Das war ja damals schon
so eine Sache, als man für die Serie einfach so deinen Namen aus den
Büchern von Asha in Yara änderte, damit dich ja auch zumindest namentlich
niemand mit der Wildling-Braut Osha verwechseln würde. Um dich jedoch mit
besagter Osha verwechseln zu können, müsste man sich erst einmal an
dich erinnern. Seit deinem ersten Auftritt zu Beginn der zweiten
Staffel, welcher durchaus amüsant gewesen ist, durftest du dich bis
zum jetzigen Zeitpunkt gelegentlich mal blicken lassen. Obwohl das
vielleicht sogar schon ein wenig übertrieben ist, dann oft bekommt
man den Eindruck, dass du, dein Vater Balon und die Ironborn der
kargen Felsinseln von Pyke gar nicht existent seid.
Es ist ja auch nicht so, dass du zu
Beginn der Bücher die allergrößte Rolle spielen würdest, eher im
Gegenteil. Erst mit Fortschreiten der Handlung rückst du etwas mehr
ins Geschehen. Dennoch ist es recht erstaunlich, wie unbedeutend du
bisher für die Serienadaption bist. Und selbst wenn du mal wieder
einen kurzen Auftritt feiern darfst, bist du dann plözlich gleich
schon wieder weg. „Stimmt ja, es gibt ja noch diese Typen mit dem
Kraken, Theons Anhang. Die kommen noch dran, nur Geduld.“
Ich sehe ja auch ein, warum man hier
und da Abstriche machen muss. Und warum sollte man wertvolle
Handlungszeit mit diesen Ironborn verschwenden? Bei denen passiert
doch eh nichts. Obwohl, in der Episode The Laws of God and Men
durftest du tatsächlich mal wieder in Erscheinung treten.
Heldenhaft haben sich du und deine Soldaten dem Bastard Ramsay Snow
gestellt, um so deinen kleinen Bruder Theon zu befreien. Oder
besser: Reek. Der hatte aber wenig Lust darauf, gerettet zu werden,
ist er doch mittlerweile vom Bolton-Scheusal Ramsay komplett
gebrochen worden. Da haben wir den Salat. Alles für umsonst.
Und nun? Theon ist tot, du hast selbst
gesagt, werte Yara. Du und dein übriggebliebener Anhang haben die
Flucht ergriffen und machen sich jetzt wohl zurück auf den Weg nach
Pyke. Und so rechne ich schon ein wenig damit, dass das alles gewesen
sein könnte, was man diese Staffel von den Ironborn zu sehen
bekommen hat. Kurz eine Festung gestürmt, die Misson misslint, schnell die Beine in die Hände genommen und fertig.
Es schert sich nun einmal niemand um euch. Und das liegt gar
nicht so sehr daran, dass ihr übertrieben uninteressant seid, sondern daran, dass
ihr in dieser Welt einfach keine große Rolle spielt. Also bis jetzt. Vielleicht
machen wir diese Staffel nochmal einen kleinen Abstecher zu den
Greyjoys. Mit Blick auf die Buchvorlage würde sich das sicherlich
anbieten. Und dann heißt es für euch bzw. für dich Yara vielleicht
alsbald doch: Bühne frei. Mehr von den Kraken-Leuten. Ich würde es
mir schon ein wenig wünschen. Denn in dieser Ecke von Westeros
schlummert noch die eine oder andere große Überraschung. Bis dahin,
halt die Ohren steif, unerschrockene Yara. Ich denk' an dich.
Mit verbindlichen Grüßen,
dein Felix.
Yara Greyjoy. Irgendwann schlägt ihre große Stunde. Ganz bestimmt.
(c) HBO
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Halbzeit in der vierten Staffel von
Game of Thrones, Halbzeit bei der Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Auch diese Woche
war es nicht ganz einfach, einen Kandidaten für die Kategorie Unsung
Hero / Anti-Hero auszuerkiesen. Doch da sich hier auf die Fahnen
geschrieben wurde, den Figuren im weit entferntenn Hintergrund eine
Plattform zu geben, fiel die Entscheidung gegen das Offensichtliche.
Robin Arryn? Der schreckliche Karl Tanner aus der Gin Alley in Flea Bottom zu King's Landing? Weit
gefehlt. Bühne frei für die namenlose Frau von Craster, welche in First of His Name Jon
Snow das Leben rettete.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Liebe Frau / Tochter / Enkelin von
Craster,
Du hast keinen Namen bekommen und
selbst deinen Verwandtschaftsgrad zum Wildling-Scheusal Craster ist
mir nicht klar, wie du sicherlich an meiner Anrede hast erkennen
können. Dabei ist das überhaupt nicht despektierlich gemeint. Du
und deinesgleichen mussten unter der Fuchtel Crasters ein Martyrium
ertragen. Und selbst nach dessen Tod wurde es nicht besser, ganz im
Gegenteil sogar, euer Leid wurde noch viel größer.
Die Deserteure der Night's Watch
übernahmen unter der Führung des Psychopathen Karl Tanner Craster's
Keep und eine neue furchtbare Leidenszeit brach für euch an. Diese
war noch viel scheußlicher als das erbarmungslose Regime Crasters,
ich als Beobachter fühlte mich nahezu angewidert ob der grässlichen
Taten, welche an euch verbrochen wurden. Euch traf von allen die
geringste Schuld und dennoch seid ihr die Leidtragenden gewesen, die
von Karl und seinem Anhang geschunden und misshandelt wurden.
Aber jetzt ist Schluss damit! Karl
Tanner und seine widerwärtigen Mitstreiter wurde das unschöne Ende
bereitet, welches sie sich verdient haben. Man könnte jetzt sagen,
dass Jon Snow und seine Mannen euch befreit haben, und zweifellos
hatten sie großen Anteil daran, dass eure Leidenszeit beendet wurde.
Dennoch hallt ein kleiner Augenblick in mir nach, welcher geradezu
symbolische Bedeutung in sich trägt.
Und jetzt kommst du ins Spiel, werte
namenlose Frau. Während Jon Snows Chancen im Zweikampf mit Karl
Tanner immer mehr zu schwinden schienen, hast du dir ein Herz gepackt
und einen Dolch im Rücken des unheimlichen Anführers der Night's
Watch-Deserteure versenkt. Nicht nur, dass du damit wohlmöglich
einen in Bedrängnis geratenen Jon Snow zur Hilfe geeilt bist, auch die
Aktion selbst kann als ein finales Aufbäumen deiner Schwestern und dir
selbst gewertet werden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das
psychopathische Ekel zu Fall zu bringen und stellvertretend für alle
Frauen in Craster's Keep, welche unter ihm und seinen Männern haben
leiden müssen, hast du diesen Schritt gewagt. Bravo. Dein Angriff mag
zwar nicht tödlich gewesen sein, doch er verschaffte Jon Snow
genügend Zeit, sich wieder aufzurappeln und Karl Tanner hinterrücks
sein wohlverdientes und äußerst blutiges Ende zu verpassen.
Deswegen nicht nur ein Dank an Jon Snow
und Co., dass sie Karl Tanner und seinem Gefolge den Garaus gemacht
haben, auch dir sollte ein wenig Anerkennung entgegengebracht werden.
Was du und deine Mitstreiterinnen erlebt haben und durchleben
mussten, war furchtbar. Und die Initiative, dem ein Ende zu setzen, ging auch von dir aus. Jetzt ist Craster's Keep, der Ort so vielen
Schreckens, niedergebrannt. Ein Leben an der Wall? Nein danke, mit
der Night's Watch habt ihr auch nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht.
Wo führt euer Weg also hin? Weiter gen Norden, wo Gefahren wie die
White Walker auf euch lauern? Aber halt, immerhin habt ihr über
Jahre die „Opfergaben“ für diese bereitgestellt, eure Söhne
wurden zu White Walkern gemacht. Könntet ihr gar in der Gunst der frostigen Fabelwesen stehen? Trotzdem, mich beschleicht mich ein
dunkles Gefühl ob eurer Zukunft. Ich drücke euch jedenfalls die
Daumen.
Mit aufrichtigen Grüßen,
euer Felix.
Die Namenlose. Rammte Karl Tanner ein Dolch in den Rücken. Go girl.
(c) HBO
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Die vierte Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros, und diese
Woche wird es ganz speziell. Es gab nicht sehr viele Kandidaten,
welche sich in der aktuellen vierten Episode der vierten Staffel von
Game of Thrones, namentlich Oathkeeper, angeboten haben. Die
Entscheidung viel dann auf einen eher frostigen Zeitgenossen, der
selbst mich kalt erwischte. Diesen und dessen Bedeutung für die
weitere Handlung von Game of Thrones kann wohl noch niemand so
richtig einschätzen. Aber genug mit den schlechten Wortspielen,
kommen wir endlich zum Punkt! Diese Woche geht der Brief aus Eis und
Feuer an das gefrorene Etwas aus der letzten Aufnahme der aktuellen
Episode. Ihr wisst schon, dieser anscheinend sehr wichtige White
Walker mit einer Krone auf dem Kopf und den tiefblauen Augen zum Dahinschmelzen. (Ich
weiß. Verzeiht mir.) Wer oder was, und wieso überhaupt –
vielleicht findet Ihr ein paar Antworten in den folgenden Zeilen
meinerseits.
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Liebes Eisding-White
Walker-Oberboss-Wesen,
Das war ja mal ein Auftritt. Damit
hätte wohl kaum einer gerechnet. Selbst viele Buchleser hat es aus
deren Bahnen geworfen, denn auch für diese bist du ein absolutes
Novum. Es gibt nämlich nun mal keine vergleichbare Szene in der
Buchreihe A Song of Ice and Fire von George R.R. Martin, geschweige
denn ein konkreter Hinweis darauf, wer oder was du eigentlich bist.
Vielleicht ist an dieser Stelle sogar
eine Art Dankeschön angebracht, denn in gewisser Art und Weise ist
dein Auftritt so zu werten, dass die Verantwortlicher durchaus ihren
eigenen Weg gehen wollen und sich nicht zwangsläufig bedingungslos
auf die literarische Vorlage verlassen möchten. Kleinere bis
mittelgroße Veränderungen zwischen Buch und TV-Serie konnte man
schon zur Genüge beobachten, doch die Einführung von diesem neuen
Element zeigt, dass man auch als alleswissender Buchleser nicht vor
Überraschungen gefeit ist, was wiederum äußerst positiv ist.
Umso schöner ist es jetzt miträtseln
zu können, was es überhaupt mit der ganzen Sache auf sich hat und
wer du eigentlich bist, wertes Eiswesen. Anscheind bist du ja
wirklich der Oberguru der gefürchteten White Walkers. Die eisigen
Spitzen, welche deinem glatten Schädel entspringen, könnten einer
Krone ähnlicher kaum sein. Und tatsächlich geistern im Netz auch
schon einige interessante Theorien zu deiner Identität umher, welche
HBO wohlmöglich selbst noch einmal befeuert hat. Eine offizielle Episodenbeschreibung zu Oathkeeper, welche kurze Zeit später wieder
offline genommen wurde, verpasst dir die Bezeichnung Night's King.
Für den gemeinsam Zuschauer ist das sicherlich eine ganz nette
Information, doch bei manch aufmerksamen Buchlesern klingeln hier
eventuell sofort die Alarmglocken. Mit der Einführung deiner Figur
wird hier ein sehr interessanter Weg eingeschlagen, der auch für
Leser der Bücher einige unerwartete Entwicklungen
bereithalten könnte.
Dabei stöhnen viele gleich schon
wieder, weil du dann vielleicht doch zu viel Fantasy mit dir bringst. Auch ich
war anfangs irritiert. Aber es ist nun mal auch eine Fantasy-Serie,
uns wird dieser Aspekt hier zwar mit der Brechstange serviert, aber
neben meiner Irritation ging von deinem Auftritt auch eine Art
Faszination auf mich über. Was soll das? Wer bist du? Was hat das
für die weiteren Verlauf der Serie zu bedeuten? Viele Fragen, über
deren Beantwortung ich mich ehrlich gesagt sehr freue. Als Buchleser
genießt man die TV-Umsetzung, doch eine jüngfräuliche
Erwartungshaltung ist einfach nicht möglich. Das hat sich nun ein
wenig geändert. Und du trägst großen Anteil daran, ehrenwerter
Night's King. Diesen Brief hast du dir verdient.
Ehrfurchtgebietend,
dein Felix.
Der Night's King. Oder doch nicht? Egal. Diese Augen...
(c) HBO
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immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
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hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Neue Runde, neues Glück. In der
dritten Ausgabe von A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros widme ich mich dieser Woche einem noblen
Helden, welchen wir bereits zu Beginn der zweiten Staffel von Game of
Thrones kennegelernt hatten. In der vierten Staffel feierte er nun
sein Comeback und schob sich in Breaker of Chains mit einer glorreichen Tat in den
Vordergrund. Bühne frei für Ser Dontos Hollard, einst ein
angesehener Ritter, dann The King's Fool, Sansas Retter in der Not und
letztendlich ein glückloser Tropf, dessen Schicksal schon sehr lange besiegelt gewesen war.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe
vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen.
Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor
allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Ser Dontos Hollard,
Du Narr. Verflucht noch einmal Dontos, wie
konntest du nur so blauäugig sein? Du armer Schlucker. Diese Zeilen
werden sich wohl eher wie eine Grabrede lesen lassen, denn du bist bereits von uns gegangen. Und dabei hattest du
eigentlich eine sehr gute Tat vollbracht, als du Sansa
schnellstmöglich von der königliches Hochzeit wegbrachtest. Fort von
dem Ort, wo gerade unser aller Lieblingstyrann seinen letzten Atemzug
vollzog. Durch die engen Gassen King's Landings bist du und das
Stark-Mädchen geflüchtet, zu einem kleinen Boot, mit welchem du die
verwirrte Sansa in Sicherheit brachtest.
Dein Auftraggeber, Lord Petyr Baelish,
war hocherfreut, dass alles so reibungslos verlief und du, werter
Dontos, du warst dir deiner Belohnung gewiss. Fürstlich sollte
diese ausfallen, doch du warst eben jener Narr, zu welchem dich King
Joffrey einst ernannt hatte. Und so wurdest du unschön von zwei
Armbrustbolzen durchbohrt, einer davon mitten ins Gesicht. Deinem Leben wurde ein Ende gesetzt und somit
dem letzten Nachfahren des ehemals so ehrfürchtigen Hauses Hollard
der Garaus gemacht.
Manch einer wird sich an dich erinnern,
Dontos. Damals, als wir das erste Mal auf dich trafen und du kurz
davor standest, zu Ehren von Joffrey und dessen Namentags im Einzelkampf
gegen Ser Lothor Brune anzutreten. Doch du hattest dich schamlos
betrunken und den Rest deiner und deines Familiennamens Würde
weggeworfen. Der König hätte dich für dieses despektierliche
Verhalten beinahe hinrichten lassen, hätte sich die gütige Sansa
Stark nicht für dich und dein Leben eingesetzt. So wurdest du
verschont und zum Hofnarren ernannt. Kein schönes Leben, aber du
sagtest es ja kürzich erst selbst, immerhin warst du noch am Leben.
Dann wurde es still um dich. Doch auf einmal bist du wieder in Erscheinung getreten und forderste
sogleich unser Mitleid für dich ein. Immer noch den Alkohol verfallen,
ein Tunichtgut wie er im Buche steht, übergabst du Sansa eine
schlichte Kette, welche sich angeblich seit Jahren im Besitz deiner
Familie befand. Eine Lüge, wie wir nun herausfunden mussten. Du
hattest zweifellos deinen Teil dazu beigetragen, dass Sansa die
Flucht aus King's Landing gelang. Vielleicht sogar mehr als nur das,
du warst wohlmöglich eines der vielen kleinen Rädchen in einem
gigantischen Komplott, Westeros von seinem aktuellen König zu
erlösen. Ach Dontos, du warst dir nicht einmal bewusst, in welche große
Verschwörung du dich hineinmanövriert hattest.
Und jetzt liegst du da leblos in diesem
kleinen Boot. Die junge Sansa hatte noch einmal einen kleinen
Schimmer Hoffnung in dein von Ale und Wein zersetztes Herz gebracht. Vielleicht ging es dir wirklich nur um Geld, als du ihr im Auftrag Littlefingers
die Flucht von der königliches Hochzeit ermöglicht hattest. Doch
vielleicht steckte auch mehr dahinter. Du warst ein gescheiterter
Ritter, ein bemitleidenswerter Trunkenbold, und auch wenn du deine Naivität
bitter hast bezahlen müssen, deine letzte Tat war von Gewicht. Deine
Geschichte ist bei Weitem kein Heldenlied, dennoch hast du dir eine
Erwähnung an dieser Stelle verdient.
Gute Überfahrt und sicheres Geleit,
dein Felix.
Ser Dontos Hollard. Gone and quickly forgotten.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April
immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the
Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung
der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen
hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Die zweite Ausgabe meiner wöchentlich erscheinenden Game of Thrones-Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros, ein Titel, der eigentlich viel zu lang ist, um wirklich im Kopf des Lesers hängenzubleiben. Egal, merkt Euch einfach, dass das einer der vielen Blogbeiträge im Netz zu Game of Thrones ist, von einem Typen, der halt über die vierte Staffel von Game of Thrones schreibt. Das macht die Sache doch gleich viel einfacher. Diese Woche im Fadenkreuz: Mace Tyrell, das ehrenwerte Familienoberhaupt der Tyrells, ein neues, rundliches Gesicht in der vierten Staffel von Game of Thrones und verkörpert von dem britischen Darsteller Roger Ashton-Griffiths. Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung zur aktuellen Episode The Lion and the Rose und ein kurzer Brief an den guten Mace. Und ab dafür.
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Mace Tyrell,
Du kleine dicke Puderquaste. Bis jetzt
haben wir von dir noch nicht sehr viel gesehen, aber gerade dein
erster Eindruck in der zweiten Episode der vierten Staffel von Game
of Thrones ist mir gut in Erinnerungen geblieben.
Ich erinnere mich daran, wie deine werte
Mutter, Olenna Tyrell bzw. die Queen of Thorns, dich immer wieder mal
erwähnte. Essen, das könne er gut, der rundliche Sohnemann.
Trinken, auch das sei eine Spezialität des Oberhaupts der Familie
Tyrell aus dem fernen Highgarden. Ob er ein großer Kämpfer und
Stratege sei oder jemals war? Nein, nicht wirklich. Mace Tyrell war
mit Messer und Gabel schon immer weitaus gewandter als mit Schwert
und Schild.
Und jetzt sehen wir dich zum
allerersten Mal in deiner ganzen Pracht. Da stehst, mitten in den
Gärten der Red Keep, wo King Joffrey gerade etliche Geschenke ob der
anstehenden Vermählung zwischen ihm und deiner Tochter Margaery
Tyrell annimmt. Du schenkst ihm einen prunkvollen Kelch, wahrlich
gigantisch und wundervoll verziert. Noch ein paar warme Worte, und dann ist dieses Äquivalent zur geläufigen
Salatschüssel, welche in unsere Welt gerne mal als Hochzeitsgeschenk
in Frage kommt, auch schon überreicht. "Nett, diese
Salatschüssel, respektive dieser Kelch. Vielen Dank. Und jetzt setz
dich wieder hin, Mace."
Kräftig und gewaltig bist du, Mace
Tyrell. Also diplomatisch ausgedrückt. Andere, darunter wohl auch
deine eigene Mutter, würden dich als eher fett und plump
beschreiben, auch wenn fein gekleidet. Deine kugelrunde Plauze ist
Hinweis genug, dass es sich bei dir um einen guten Esser handelt.
Warum denn auch nicht, du hast zweifelsohne die Position inne, dich
etwas gehen zu lassen. Doch ich möchte mich nicht zu sehr mit deinen
Ess- und Trinkgewohnheiten befassen, lieber Mace. Ein anderer Aspekt
erscheint mir da viel wichtiger.
Nach der kleinen Feierlichkeit zum Frühstück
streifen die Hochzeitsgäste durch die anliegenden Gärten. Darunter
sind auch Tywin Lannister und die Queen of Thorns, welche wie so oft
einige wichtige Details besprechen müssen. Und wer kommt da die
steinige Treppe hinuntergewatschelt? Genau, niemand anderes als du,
lieber Mace. Imposant holst du Luft, um das Wort an Tywin Lannister
zu richten, doch noch bevor du einen Laut machen kannst, fährt dir
deine Mutter in die Parade, winkt ab und sagt dir auf mehr oder
minder (eher minder) freundliche Art und Weise, dass es jetzt
unpassend ist und du besser weiterwatscheln solltest. Mace Tyrell,
der Herr von Highgarden, Warden of the South – auch du stehst unter
der Fuchtel der omnipotenten Queen of Thorns. Wie bezeichnend doch
dieser kleine Augenblick für deinen gesamten Charakter ist.
Aber ich möchte nicht zu früh über
dich urteilen, die aktuelle Staffel ist ja noch sehr jung. Du
bekommst vielleicht noch die Möglichkeit ein wenig zu glänzen oder
eindrucksvoll nach einem Stück Kuchen zu greifen. Irgendetwas musst
du ja haben, Mace, wenn man bedenkt, was oder besser wer deinen
Lenden entsprungen ist. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal
gewesen sein, dass wir dich gesehen haben. Immerhin haben wir dich schon einmal sprechen gehört. Und nachdem, was jetzt passiert ist, kommst du eventuell demnächst auch mal richtig zu Wort. Aber wie sagt man so schön: Für
den ersten Eindruck bekommt man nun mal keine zweite Chance.
Dir nur das Beste,
dein Felix.
Mace Tyrell. Vater der heißesten Braut in ganz Westeros.
(c) HBO
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Die vierte
Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf
HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and
Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel
von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Da ist es. A Letter of Ice and Fire to the Unsung
Heroes and Anti-Heroes of Westeros. Hätte man sich ja denken können. Hier werde ich mich von nun an im wöchentlichen Rhythmus den mehr oder minder unbedeutenden Nebenfiguren des gewaltigen Game of Thrones-Universums widmen. Und zwar in Form eines liebevollen Briefes, der in Euch vielleicht noch einmal die eine oder andere Erinnerung wecken wird. Die wichtigsten Charaktere der Show kriegen ja an anderer Stelle ihr Fett weg, hier dominiert der Bodensatz von King's Landing, hundsgemeine Bastarde, stille Helden und lässige Springinsfelde, welche den Arrivierten gerne mal die Schau stehlen. Trottel, Huren, Trunkenbolde, Fahnenschwinger, die einfachsten Lakaien, in A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros kann jeder glänzen. Oder eben auch auf den Deckel bekommen. Wie zum Beispiel in dieser ersten Ausgabe zur ersten Episode der vierten Staffel von Game of Thrones, namentlich Two Swords. Heute mit: Janos Slynt. "Janos wer?", werdet Ihr Euch vielleicht jetzt fragen (oder auch nicht). Lasst mich Euch auf die Sprünge helfen.
(Es folgt eine obligatorische Spoilerwarnung. Ich bin zwar mit den Büchern der A Song of Ice and Fire-Reihe vertraut, werde aber nur auf die Handlung der TV-Serie Bezug nehmen. Dadurch können sich natürlich trotzdem einige Spoiler einschleichen, vor allem zu der jeweiligen Episode der vierten Staffel von Game of Thrones.)
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Lieber Janos Slynt,
Du bist weitgekommen. Wirklich. Wenn
man bedenkt, dass du einst der Oberbefehlshaber der Stadtwache von
King's Landing gewesen bist und du dich jetzt im brutalen Norden an der
Wall in einer führenden Position innerhalb der Night's Watch
wiederfindest, ist das schon eine beachtliche Entwicklung, die du
durchgemacht hast. Oder besser: Durchmachen musstest.
Viele erinnern sich eher ungern an dich
zurück. Du warst mir von Anfang an suspekt, als du ohne zu zögern
jeden Befehl von Queen Cersei oder auch Littlefinger ausführtest. Die
richtige Art der Bezahlung bestimmte dein Handeln, für die Gunst
der Königsfamilie hast du die furchtbarsten Dinge getan. Was ist mit
Eddard Stark, der doch tatsächlich dachte, dass er auf dich und
deine Gold Cloaks zählen könnte, und welchen du dann doch
hinterhältig betrogen hast? Seine Männer wurden abgeschlachtet, der
ehemalige Warden of the North in ein dunkles Verließ geschmissen und
später zu Unrecht enthauptet, während du entspannt in deiner Nase
bohrtest.
Oder King Roberts Bastardkinder, deren Auslöschung du und deine Soldaten übernahmen. Befehle hin, Befehle
her, wie kann man so etwas mit seinem Gewissen vereinbaren? Ein
Neugeborenes vor den Augen seiner Mutter abstechen, als wäre es das
Einfachste der Welt. Janos, was sollen wir nur mit dir machen?
Doch dein Plan ging auf. Loyal sei er,
der Janos Slynt. Der Krone treu ergeben. Deine Belohnung folgte auf
dem Fuße, denn so durftest du dein eigenes Haus proklamieren, House
Slynt, mit dir an seiner Spitze. Ein tolles Gefühl, oder? Und natürlich, die malerische Ruine Harrenhal ging ja auch
noch in deinen Besitz über. Du Glückspilz. Ein verfluchtes Wrack
von einem Schloss, mittendrin im Krieg der fünf Könige,
unerreichbar für dich loyalen Diener der Krone. Aber was man hat,
das hat man, nicht wahr? Wer bekommt vom König von Westeros schon
einen Titel und ein altehrwürdigen Sitz geschenkt?
Aber die Rechnung kommt immer zum
Schluss, lieber Janos. Von dem guten Tyrion in Rage gebracht hast du ihn, wie viele andere
zuvor auch schon, als Gnom bezeichnet. Doch dieser Imp, zum Zeitpunkt des
Gesprächs zwischen dir und ihm noch Hand of the King, durchschaute
dich schnell und sprach wahre Worte. Janos Slynt und Ehre? Das passe
genauso gut zusammen wie Robert Baratheon und ein Leben in absoluter
Abstinenz von Wein und leichten Dirnen.
"Schaut mich an, ich bin Janos Slynt,
Oberhaupt des Hauses Slynt! Du kannst mir nichts, du kleiner Wicht!" Anscheinend
doch, denn du, lieber Janos, bist doch nur eine von vielen
austauschbaren Variablen in dieser schnelllebigen Welt. Wie wäre es
mit einem Szenenwechsel? Das täte dir doch sicherlich gut.
Harrenhal? Das übernimmt Littlefinger, denn du wirst an der Wall und
im Dienst der Night's Watch sicherlich keine Verwendung mehr dafür
haben. Ja genau, die Night's Watch. Dort führt dich deine neue
Aufgabe hin. Und weil wir gnädig sind, bekommst du dort sogar einen Posten von Format, als Handlanger von Ser Alliser Thorne, obwohl wir uns eigentlich ziemlich sicher sind, dass du diese Position nicht
verdient hast. Aber bevor sich der König echauffiert, lassen wir dir
zumindest diesen kleinen Wermutstropfen.
Und da sitzt du nun neben dem grantigen
Ser Alliser Thorne und dem fragilen, aber weisen Maester Aemon. Du
hälst dich immer noch für ein hohes Tier, du, der mit dafür
verantwortlich war, den "Verräter" Eddard Stark zur
Strecke zu bringen. Jetzt thronst du an dieser hölzernen Tafel und
urteilst über Jon Snow, den Bastardsohn von Eddard Stark. Und Du
machst dich ein wenig lächerlich. You know nothing Janos Slynt.
Riesen? Da lacht er nur. Ein unsicherer Blick in Richtung Thorne und
dem Maester und sein ungläubiges, abschätziges Grunzen verstummt sofort. Janos, du hast ja keine Vorstellung, wo du hier gelandet
bist. Wo dich deine Reise hinführen wird? Ehrlich zugegeben, den
meisten ist es wohl egal, warum sollten wir auch unsere Gedanken an dich
verschwenden. Wie bereits geschrieben, lieber Janos, die Rechnung
kommt immer zum Schluss. Und vielleicht hast du gerade erst damit
angefangen, diese zu bezahlen.
Hals- und Beinbruch, werter ehemaliger
Lord Janos Slynt, Herr des berühmt-berüchtigten Haus Slynts mit
vormaligen Sitz in Harrenhal. Es mag zwar sehr kalt an der Wall sein,
doch wenn einer an diesen erbarmungslosen Ort gehört, dann du,
lieber Janos.
Nur das Beste, Dein Felix.
Ser Janos Slynt. Ein feiner Kerl.
(c) HBO
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Die vierte Staffel von Game of Thrones läuft seit dem 6. April immer sonntags auf HBO. Die Artikelreihe A Letter of Ice and Fire to the Unsung Heroes and Anti-Heroes of Westeros begleitet die Ausstrahlung der vierten Staffel von Game of Thrones, neue Ausgaben dazu erscheinen hier auf bommebastisch.blogspot.com immer wöchentlich wenige Tage nach der Ausstrahlung der aktuellen Episode. Kritik, Anregungen und Kommentare sind selbstredend erwünscht.
Auf mich ist Verlass. Schon immer
gewesen. Naja, nicht immer. Zum Beispiel hier auf diesem kleinen
Blog. In mehr unregelmäßigen als regelmäßigen Abständen benutze
ich diese Plattform hier, um mich mitzuteilen. Jetzt war hier eine
ganze Weile lang nicht wirklich viel los, wofür es (wie immer) viele Gründe
gibt, die an dieser Stelle keine Rolle spielen sollen. Ich hasse
übrigens diese Art von Blogbeiträgen, in denen man sich erklärt
und darauf hinweist, dass auf dem jeweiligen Blog eine ganze Weile nicht wirklich viel losgewesen
ist.
Nachdem ich wöchentlich die erste
Hälfte der finalen fünften Staffel von Breaking Bad hier
rezensierte und dann hochmotiviert die zweite Hälfte eben jener
finalen fünften Staffel ins Visier genommen hatte, habe ich dann
kurz vor dem Ende von Breaking Bad die Segel gestrichen. Im
Nachhinein war das ziemlich doof von mir und deswegen ist eine
Entschuldigung angebracht an all diejenigen, welche hier mitgelesen
hatten und die ich vielleicht enttäuscht habe. Generell habe ich das
Blog sehr vernachlässigt, wie mir gerade auffällt. Diese
sprunghafte "Jetzt mache ich wieder was für drei Monate, dann
lass ich das Ding für ein dreiviertel Jahr lang ruhen."-Mentalität
gefällt mir selbst nicht. Zum bazillionsten Male Besserung zu loben
wäre jedoch auch Quatsch. Ihr kennt mich. Oder auch nicht.
Genug der Heucheleien, welche gesagt
werden mussten und ich in Wirklichkeit eh nicht ernst meine. (Natürlich meine ich sie ernst, ich möchte nur cool wirken.) Zum
eigentlich Anliegen der Blog-Wiederbelebung. Ich hatte vor kurzem mal
wieder eine Idee, und diese Idee gefiel mir persönlich so gut, dass
ich sie gerne mit dem Internet teilen möchte.
Ich weiß nicht, ob Ihr es mitbekommen
habt (bestimmt nicht), doch diese Woche Sonntag startet ja die vierte
Staffel von Game of Thrones. Ich möchte dazu keine
Reviews und Rezensionen schreiben, denn davon gibt es im Internet
genug bzw. wird es demnächst sicherlich wieder mehr als genug zu finden geben.
Ich habe mir eine andere Sache überlegt,
eine unbedeutende Kleinigkeit, die dem einen oder anderen vielleicht
ein wenig Spaß machen könnte. Die neue Artikelreihe, welche sich
hier auf bommebastisch.blogspot.de der vierten Staffel von Game of
Thrones widmen wird, trägt das äußerst knackige Kürzel
ALoIaFttUHaAHoW. Was sich dahinter verbirgt? Tja, ich werde den Teufel
tun und Euch das jetzt an dieser Stelle verraten. Wer will, kann ja
raten. So viele verschiedene Möglichkeiten gibt es ja nicht.
Der erste Beitrag zu dem Themenkomplex
ALoIaFttUHaAHoW kommt dann nach dem 6. April und der Ausstrahlung der
ersten Folge der vierten Staffel von Game of Thrones. Da ich mich bis
Dienstag noch im Urlaub befinde, kann es passieren, dass die erste
Ausgabe von ALoIaFttUHaAHoW erst am Mittwoch erscheint. Und weil
ALoIaFttUHaAHoW so schön von der Hand geht, schreibe ich es glatt
noch einmal: ALoIaFttUHaAHoW.
Kreative Einfälle, was sich hinter
ALoIaFttUHaAHoW verstecken könnte bitte in den Kommentarbereich.
Ansonsten liest man sich in gut einer Woche. Haltet mir die Treue.
Die neuseeländische TV-Miniserie Top
of the Lake feierte nicht nur auf diversen Film-Festivals dieses Jahres
ihre große Premiere, darunter das Sundance Film Festival und die Berlinale
2013, auch die internationale TV-Ausstrahlung der siebenteiligen (bzw. sechsteiligen) Kriminal-Serie
konnte viel Kritikerlob einheimsen. Zu Recht, denn schaffen es Serienschöpfer
Jane Campion und Gerard Lee nicht nur eine spannende und geheimnisvolle
Geschichte zu erzählen, ihnen gelingt es auch einen packenden Mikrokosmos rund
um das kleine neuseeländische Städtchen Laketop und seine Bewohner zu kreieren,
welcher wiederum nur einer von vielen Gründen ist, warum sich Top of the Lake von den altbekannten
Serien-Einheitsbrei klar abhebt.
In Top of the Lake dreht sich anfangs alles um das 12jährige Mädchen
Tui, von dessen Selbstmordversuch wir bereits in der ersten Episode des Formats
Zeuge werden. Nach der Rettung des äußerst stillen und verschlossenen Mädchens
wird die Polizeibeamtin Robin Wright (Elisabeth Moss, Mad Men) zu Rate gezogen,
welche eigentlich in Sydney tätig ist und nur in ihre Heimatstadt Laketop
zurückgekehrt ist, um bei ihren schwerkranken Mutter zu sein. Wright ist
Expertin im Umgang mit traumatisierten Kindern, welche Opfer von Gewalt wurden,
und sogleich beginnt sie auch die Ermittlung bezüglich Tui und dem Geheimnis,
welches diese umgibt, denn wie sich herausstellt ist die junge Tui bereits im
fünften Monat schwanger. Wright vermutet das Schlimmste. Bei ihren
Nachforschungen muss sie sich nicht nur mit dubiosen Arbeitskollegen, darunter
auch dem örtlichen Polizeichef Al Parker (David Wenham), sowie dem Vater von
Tui und heimlichen Strippenzieher illegaler Geschäfte in Laketop Matt Mitcham
(Peter Mullan) herumschlagen, sie taucht auch in eine Welt ein, welcher sie
bereits vor langer Zeit den Rücken gekehrt hatte und eigentlich nie wieder
betreten wollte…
Eine der großen Stärken von Top of the Lake ist ohne Frage das
unverbrauchte Setting. Jane Campion und Gerard Lee entführen den Zuschauer in
eine für ihn relativ unbekannte Welt, fernab bekannter amerikanischer
Großstädte, die in den letzten Jahren immer wieder als Schauplätze für
TV-Serien herhalten mussten. In Top of
the Lake wird einem die Natürlichkeit Neuseelands von ihrer schönsten Seite
gezeigt, lange Helikopteraufnahmen fangen die Unberührtheit als auch
Zurückgezogenheit des Terrains großartig ein, und mehr als nur einmal fühlt man
sich an die wunderschönen Aufnahmen Peter Jackson aus seiner The Lord of the Rings-Trilogie erinnert.
Darüber hinaus arbeitet Top of the Lake
mit einer sehr kühlen Bildsprache, welche passend zum Thema der Miniserie die
oft sehr unangenehme und geheimnisvolle Atmosphäre der Serie untermauert und
visuell in jeder Hinsicht zu überzeugen weiß.
Betrachtet man den
dramaturgischen Aspekt von Top of the
Lake, wird auch hier schnell auffällig, dass sich Serienmacher an einer
sehr ruhigen und oft behäbig wirkenden Erzählweise orientiert haben. Dies passt
natürlich ins Gesamtkonzept, doch wäre es auch nicht verwunderlich, wenn der
eine oder andere Zuschauer seine Probleme mit dem schleichenden Erzähltempo
hätte. Top of the Lake nimmt sich all
die Zeit, die die Serie braucht, und dabei wird nicht nur der Hauptfall rund um
das kleine Mädchen Tui vorangetrieben, sondern auch ein genauer Blick auf die
Protagonistin Robin Wright geworfen. Campion und Lee gehen sogar so weit, dass
sie die eigentliche Hauptgeschichte auf der Hälfte der Strecke vernachlässigen
und sich voll und ganz Wright und ihrer Hintergrundgeschichte widmen. Das mag
auf den ersten Blick ein wenig befremdlich wirken, doch gelingt es den Autoren auch
auf starke und eindringliche Weise, die verschieden Handlungsstränge zu
verbinden, für den Zuschauer frei interpretierbare Metaphern und Analogien
bereitzustellen, als auch mit so mancher schockierender Enthüllung aufzuwarten,
welche durch Mark und Bein gehen und einen gespannt die Handlung
weiterverfolgen lassen.
Mit verantwortlich dafür sind
natürlich auch die einzelnen Darsteller in Top
of the Lake, wobei Hauptdarstellerin Elisabeth Moss wohl am meisten
auftrumpfen kann. Moss gehört spätestens seit ihrer Rolle der Peggy Olson in Mad Men zu den talentiertesten
Schauspielerinnen im Serien-Geschäft, und auch in Top of the Lake liefert sie eine teilweise überragende Leistung ab.
Für Moss scheint es wie ein Kinderspiel, die Zielstrebigkeit als auch
Unsicherheit ihrer Figur wiederzugeben. Mit jeder weiteren Entwicklung, die ihr
Charakter durchmacht, entwickelt auch Moss ihr Schauspiel weiter, sodass wir
als Zuschauer nicht nur vollends von der Stärke Robin Wrights, sondern auch von
ihrer Verletzlichkeit überzeugt sind. So verwundert es auch keinesfalls, dass
Moss für ihre Darbietung in Top of the
Lake eine Nominierung für den diesjährigen Emmy-Award im Bereich der besten
weiblichen Hauptdarstellerin erhalten hat. Doch auch die Nebendarsteller wissen
zu überzeugen. Das schließt nicht nur die junge Jacquelin Joe in der Rolle der
Tui ein, sondern zum Beispiel auch Peter Mullan, welcher sich ebenfalls über
eine Emmy-Award-Nominierung für den besten männlichen Nebendarsteller freuen
durfte. Mullan verkörpert Tuis Vater Matt Mitchum, dessen psychopathischen
Ausbrüche und unheimlichen Charakterzüge der schottische Schauspieler Mullan
gekonnt wiedergibt. Ebenso nachhaltig kann sich der in Australien geborenen
David Wenham, bekannt aus The Lord of the
Rings oder 300, präsentieren.
Seine Figur des Polizeichefs Al Parker umgibt wie fast jeden in Laketop etwas
Geheimnisvolles. So richtig trauen möchte man ihm nicht, und doch fügt Wenham
seinem Charakter einen gewissen Charme zu, welcher es selbst Hauptfigur Robin
Wright schwer macht, ihn richtig einzuschätzen.
Natürlich ist in Top of the Lake nicht alles Gold was
glänzt. So dreht sich die komplizierteste Nebengeschichte in Top of the Lake um eine Gruppe von
Frauen, welche in der Nähe von Laketop an einem Ort namens Paradise ihr Lager
aufgeschlagen haben. Diese Frauen werden von der bis zur Unkenntlichkeit mit
Make-Up und Prosthetics bearbeiteten Holly Hunter angeführt und befinden sich
augenscheinlich auf einem spirituellen Trip, der sie von all dem lösen soll,
was sie in ihrem bisherigen Leben belastet und runtergezogen hat. Immer wieder
kehren wir zu dieser Gruppe von Frauen zurück, immer wieder treffen die
einzelnen Charaktere auf diese etwas seltsam anmutende Gesellschaft. Campion
und Lee lassen dem Zuschauer hinsichtlich dieses Elements ihrer Serie viel
Freiraum zur Interpretation, immer wieder ertappt man sich bei dem Versuch,
diesen Aspekt mit dem Gesamtkonstrukt von Top
of the Lake in Verbindung zu setzen. Doch ist dies oft weitaus schwerer als
man denken würde, unter anderem aufgrund sehr doppeldeutiger und kryptischer
Dialoge. Dies kann wiederum abschrecken und verwirrend sein, doch entpuppt es sich
auch als ein sehr einzigartiges und oft äußerst tiefsinniges Charakteristikum
von Top of the Lake.
So bleibt am Ende nur noch zu
sagen, dass die Neuseeländerin Jane Campion und der Australier Gerard Lee mit Top of the Lake vor allen Dingen etwas
sehr Eigenes geschaffen haben. Die Szenerie, die Charaktere, der gelegentlich
schwer verständliche neuseeländische Akzent, dass alles und viel mehr trägt zu
der Einzigartigkeit von Top of the Lake
bei. Es ist ein ruhiges, unspektakuläres Format, das den Zuschauer Folge für
Folge immer mehr in seinen Bann zieht. Man taucht tief in die Umgebung des Orts
Laketop als auch in die Gedankenwelt der einzelnen Figuren, allen voran der von
Elisabeth Moss’ Robin Wright, ein. Top of
the Lake baut nicht auf Effekthascherei, es ist eine konsequente und
bodenständige Serie, die genau in den richtigen Momenten das Tempo anzuziehen
und den Zuschauer schwer verdauliche Überraschungen zu präsentieren weiß. Die
Miniserie wird wahrscheinlich nicht als Meisterwerk in die Fernsehgeschichte
eingehen, doch ist es ohne Frage ein sehr sehenswertes als auch originelles Format,
welches nicht zu Unrecht in sechs bzw. acht (zählt man die Creative Arts Emmy
Award dazu) Kategorien bei der diesjährigen Emmy-Verleihung im September
nominiert wurde.
(Und wer Lucy "Xena" Lawless wiedererkennt, bekommt ein Extra-Sternchen von mir.)
Am 07. November zeigt der deutsch-französische Sender ARTE ab 20:15 Uhr die ersten drei Folgen von Top of the Lake, eine Woche später am 14. November folgen dann zur selben Zeit die restlichen drei Episoden. ARTE übernimmt hier dieselben Schnittfassungen, welche bereits im Juli bzw. August dieses Jahres von BBC Two in Großbritannien ausgestrahlt wurden. Die siebenteilige Fassung wurde in dieser Form z.B. auf dem Sundance Filmfestival gezeigt. Jedoch nehmen sich beide Fassungen inhaltlich nichts.
Wenn ihr es euch anschaut, dann lasst mich doch bitte wissen, wie euch Top of the Lake gefallen hat. Eure Meinung, eure Kritik (auch an meinem Beitrag), euer Feedback bitte in den Kommentarbereich.
Es folgen etwas verspätet meine gesammelten und wie so oft äußerst
umfangreichen Gedanken zur 14. Episode der fünften Staffel von Breaking Bad, Ozymandias.
ACHTUNG, SPOILERWARNUNG!!! WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR!!!
Opening
Nachdem wir letzte Woche in einem für Walt als auch den
Zuschauer äußerst ungünstigen Moment eingehalten haben, wartet die Eröffnung
von Ozymandias eher entspannt und gar ein wenig idyllisch auf. Wir befinden uns
nach wie vor in To’hajiilee und bekommen einen Rückblick zu sehen. Walt (Bryan
Cranston) und Jesse (Aaron Paul) sind ganz am Anfang ihrer Geschichte und
stellen in ihrem RV Crystal Meth her. Die (Arbeits)Beziehung zwischen den
beiden ist noch ziemlich frisch, Walt kleinlich wie eh und je, und Jesse so
vorlaut und frech wie wir ihn in den ersten Folgen von Breaking Bad kennen
gelernt hatten. Dennoch ist es für den Zuschauer ein interessanter Blick zurück
in die gute, alte Zeit. Dabei wurde nicht nur die Optik der ersten Folgen von
Breaking Bad gut eingefangen, auch die Szene an sich funktioniert als ein
wunderbarer Reminder, um es mal ganz neudeutsch auszudrücken. Man bekommt noch einmal vor Augen geführt, welch krasse
Entwicklung Breaking Bad und insbesondere Walter White genommen hat. Ein kurzes
Telefongespräch zwischen ihm und Skyler erinnert uns daran, dass er eigentlich
ein ganz liebenswerter Familienvater war, optimistisch, dass er seine schwere
Erkrankung besiegen kann, auch wenn er dafür illegale Geschäfte betreiben muss.
Etwas mehr als ein Jahr später hat er eine Entwicklung genommen, die er sich
wohl hätte nie vorstellen können.
Do what you got to do
Nach dem Opening setzen wir unmittelbar in der finalen Szene
der letzten Folge (To’hajiilee) ein. Dabei gibt es einen schönen Übergang
zwischen dieser und der vorangegangenen Szene, da wir uns praktisch an ein und
demselben Ort befinden, wo Jesse und Walt im Opening noch zum ersten Mal
gemeinsam Meth gekocht haben und wo sich nun der Showdown zwischen Walt, Hank und
Jack abspielt. Der Kugelhagel verstummt und langsam lichtet sich das Feld. Hank
(Dean Norris) ist am Bein getroffen, sein Blick geht auf seinen Kollegen und
guten Freund Gomez (Steven Michael Quezada), der nicht so glimpflich
davongekommen ist und leblos auf dem sandigen Wüstenboden liegt. Von Jesse ist
keine Spur, er scheint Reißaus genommen zu haben. Hank versucht noch mit
letzter Kraft Gomeys Schrottflinte zu erreichen, doch steht Jack (Michael
Bowen) schon parat und unterbricht diesen Versuch. Jack fackelt auch nicht
lange und will Hank sogleich von seinen Leiden erlösen, wäre da nicht Walt, der
auf der Rückbank des zerschossenen SUVs Deckung suchen musste und jetzt
hervorschnellt, um Jack davon abzuhalten, Hank hinzurichten. Walt glaubt daran,
dass er Hank irgendwie retten bzw. dass sein Schwager verschont werden kann. Er
bittet Jack eindringlich, Hank nicht zu töten und bietet ihm das Geld an,
welches hier in To’hajiilee unter der Erde versteckt liegt. 80 Millionen
US-Dollar. „That’s a hell of an offer.“ Da staunt selbst Jack nicht schlecht.
Und was hält Hank von diesem Angebot? „My name is ASAC Schrader. And you can go fuck yourself.“
Walt versucht, Hank zu beschwichtigen. Hier ist noch nichts
verloren, doch Hank ist sich längst bewusst, wie diese Situation enden wird. „You’re the smartest guy I ever met
and you’re too stupid to see. He [Jack] made up his mind ten minutes ago.“ (Hank
zu Walt) So einfach, wie sich Walt das vorstellt, geht es nicht, 80 Millionen
hin oder her. So blickt Hank Jack noch einmal fest ins Gesicht. „Do what you
got to do.“ Und Jack drückt ab, unmittelbar nachdem Hank diesen Satz von sich
gegeben hat. Walt. Stille. Walts Gesicht verzieht sich zu einer Grimasse des
Leidens, er bricht zusammen und schlägt auf dem Boden auf. Sein
Gesichtsausdruck hat fast etwas Gespenstisches. Hank ist tot. Und Walt hat
großen Anteil daran, er hat dieses Unheil über Hank und somit über seine gesamte Familie gebracht.
Bevor es weitergeht muss ich mich natürlich kurz zu diesem
Abschnitt im Speziellen äußern. Tja, das war’s. Ich und bestimmt auch viele
andere hatten nach den letzten Episoden etwas in diese Richtung erwartet, doch dachte
ich, dass man sich Hank wirklich bis zum Schluss aufhebt. Falsch gedacht. Weiterhin
ziehen Vince Gilligan und Co. konsequent ihr Ding durch. Und Walt ist machtloser
als je zuvor. Es gibt einfach keinen glorreichen, interfamiliären Zweikampf
zwischen Hank und Walt. Breaking Bad bleibt real, hart und verteilt gnadenlos
Schläge in die Magengrube. Und das gefällt mir sehr gut. Eure Eindrücke bitte
in den Kommentarbereich, wir hatten da letzte Woche schon eine ähnliche
Diskussion, die man anhand dieser Szene sicherlich noch einmal aufgreifen
könnte.
No hard feelings
Es findet zwar kein Szenenwechsel statt, doch teile ich
diese Sequenz lieber in zwei verschiedene Abschnitte. Walt liegt am Boden, vollständig geschockt. Jack wiederum zählt relativ schnell zwei
und zwei zusammen, er ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Die Koordinaten, die
ihm Walt gab, sind doch schon ziemlich genau, also muss hier doch irgendetwas
versteckt liegen. Und nach einer kurzen Buddeleinlage stoßen Jack und seine
Mannen auch auf Walts Geldversteck. Walt liegt derweil nach wie vor regungslos
im Sand, das Gesicht grässlich verzogen. Nur Todd (Jesse Plemons) sieht man
etwas Mitleid für Walt an. Natürlich fragt man sich, was jetzt passieren könnte. Walt
verliert gerade alles, erst wird Hank vor seinen Augen umgebracht, jetzt wird
ihm sein Geld weggenommen, auch wenn ihm dies in diesem Moment nicht wirklich
beschäftigt, ist er doch mit seinen Gedanken bei Hank. Dank Todds Fürsprache
überlässt Jack Walt zumindest ein Fass mit Geld, und schlägt vor, die ganze
Sache einfach zu vergessen. Walt scheint sich langsam wieder zu sammeln und
schlägt ein.
Doch eine Sache wäre da noch: „Pinkman.“ (Walt) Walt
projeziert seine gesamte Wut nun auf Jesse, der Hank theoretisch ja an diesen
Ort geführt und eine Mitschuld trägt. Jack soll sich noch um Jesse kümmern.
Kein Problem, sagt Jack, sobald Walt Jesse auftreiben kann und gefunden hat,
kümmert er sich darum. „I found
him.“ (Walt) Die Kamera schwenkt auf Walts Wagen. Schon vorher gab es in
dieser Folge einen Moment, in dem Walt das Fahrzeug entschlossen mit seinen Augen fixierte. Jetzt wird deutlich warum. Unter dem Wagen versteckt sich nämlich Jesse. Der wird prompt
hervorgezogen und so scheint auch sein letztes Stündchen gezählt zu haben. Das
Verrückte daran ist, dass ich mir wirklich vorstelle, dass Jesse jetzt einfach
hingerichtet werden könnte, weil es den Machern von Breaking Bad schlicht und einfach zuzutrauen
wäre. Doch springt abermals Todd dazwischen. Er schlägt vor, dass man Jesse
erst einmal ausfragt, was er Hank denn erzählt hat, bevor man ihn um die Ecke
bringt. Jack ist damit einverstanden, und auch Walt nickt es ab, doch hat er
bevor Jesse abgeführt noch etwas zu sagen. „I watched Jane (Krysten Ritter, Staffel 2) die. I was there. I watched
her overdose and choked to death. I could have saved her. But I didn’t.”
(Walt zu Jesse) Walt drückt Jesse noch einmal richtig einen rein. So wie Jesse
Hank auf dem Gewissen hat (so sieht es zumindest Walt in diesem Moment), hat
auch Walt jemanden auf dem Gewissen, der Jesse sehr viel bedeutete. Jesse ist
wiederum von dieser Offenbarung äußerst hart getroffen und sackt kraftlos
zusammen. Jesse wird ihn ein Auto verfrachtet, Jack und Co. fahren ab und Walt
steht allein und zurückgelassen in der Wüste. Noch einmal gibt es den
bildhaften Verweis auf das Opening. Damals, heute, die Unterschiede könnten
nicht größer und dramatischer sein.
Times Are Gettin' Hard
Walt steigt in seinen Wagen ein und will diesen
verhängnisvollen Ort verlassen. Interessanterweise setzen jetzt auch erst die
Credits ein, man hat wohl ganz bewusst in den intensiven 20 Minuten zu Beginn
der Folge darauf verzichtet, die Namen der Darsteller einzublenden. Walt ist
ziemlich mitgenommen, er blickt noch einmal in den Rückspiegel, eine kleine
Referenz bezüglich der zehnten Episode der fünften Staffel, Buried, als er
auch in den Rückspiegel blickte und Hank dort stehen sah. Hier in To’hajiilee
liegt nun sein Schwager ver- bzw. begraben, in dem Loch, wo Walt in Buried noch sein
Geld versteckte. Walt macht sich auf den Weg, kommt aber nicht weit, ist der
Tank seines Fahrzeuges doch beschädigt. Also rollt er das Fass voller Geldbündel durch
die karge Wüstenlandschaft New Mexicos, dazu bekommen wir den melodisch eher leichten Song Take
My True Love By The Hand von The Limeliters zu hören, was erst ein wenig
unpassend und bizarr wirkt, aber nicht wirklich überraschend ist, kennt man
solche untypischen Einlagen doch nur zu gut von Breaking Bad. Walt kommt
schließlich an einer Hütte an, aus welcher ein indianischer Ureinwohner
Amerikas tritt. Walt möchte dessen Pick-Up erwerben und bekommt diesen auch
nachdem er ein fettes Bündel Geldscheine zückt. Mit dem Fass auf der Ladefläche
geht es nun erst einmal Richtung Albuquerque.
Tell him
Marie (Betsy Brandt) betritt die Waschanlage der Familie
White und wirkt äußerst erleichtert. Skyler (Anna Gunn) versucht derweil Walt
zu erreichen, aber ohne Erfolg. Marie erklärt ihr in einem Vier-Augen-Gespräch
auch sogleich, woran das liegt. Hank hat Walt nämlich festgenommen, der Spuk
ist endgültig vorbei. Es fühlt sich wie eine Art Siegesrunde von Marie an, auch
wenn das Gefühl von Euphorie eher durch Erleichterung ersetzt wird. Natürlich weiß sie nichts
von dem schrecklichen Schicksal ihres Gatten. Skyler wiederum sieht während des
gesamten Gesprächs sehr betroffen und aufgewühlt aus. Marie hofft, dass sich Skyler jetzt bessern
wird und die Vergangenheit hinter sich lassen kann. Sie kann auf jeden Fall mit
ihrer und Hanks Unterstützung rechnen. Doch es gibt Bedingungen. Zum einen muss
das Video, dass Walt und Skyler angefertigt hatten, um Hank zu schaden, samt
aller bestehenden Kopien vernichtet werden. Zum anderen muss Skyler Junior (RJ
Mitte) erzählen, wer sein Vater wirklich ist. Das kommt für Skyler nicht in
Frage, doch lässt Marie ihr keine andere Wahl. „You tell him or I will!“ (Marie
zu Skyler)
Let’s cook
Für Jesse sieht es nicht so gut aus. Er ist eingekerkert und
wurde ordentlich zu gerichtet. Die „Befragung“ durch Todd hat ihre Spuren
hinterlassen, körperlich als auch geistig. So ist Jesse auch sehr verängstigt,
als Todd ihn aus seinem Gefängnis holen will. Jesse hat anscheinend schon
längst gesungen, was wollen sie jetzt noch von ihm? Eigentlich gibt es da ja
nur noch eine Sache… Doch bleibt Jesse (vorerst?) am Leben und wird von Todd in die Lagerhalle geführt, in welcher
sich das Drogenlabor befindet. Er blickt sich um und wird sogleich von Todd wie
ein Hund (rabid dog?) an die Leine gelegt. Sein Blick wird auf ein Bild gelenkt,
das an einer dünnen Metallstange hängt. Da er sich relativ frei bewegen kann,
nähert er sich diesen Bild und erkennt darauf Andrea und Brock. Ein
Druckmittel. Jack hat ihn in der Hand, und sollte er nicht spuren, wird er
Andrea und Brock etwas antun. Todd tritt wieder in Erscheinung. „Let’s cook.“
(Todd zu Jesse) Jesse ist jetzt das Laboräffchen und ihm bleibt keine andere
Wahl, als zu gehorchen. Was in dieser Szene und gerade am Ende sehr auffällt
sind die beiden verschiedenen Gesichtshälften Jesses, welche irgendwie an das
unrühmliche Ende von Gustavo Fring (Giancarlo Esposito) erinnern, ob gewollt
oder nicht (sicherlich gewollt).
Liar
Zurück im Büro der Waschanlage erzählt Skyler in Anwesenheit
von Marie ihrem Sohn Junior von seinem Vater. Junior kann es nicht glauben und
ist sehr aufgebracht. Er ist kaum zu beruhigen und bezichtigt seine Mutter und
sein Tante, Lügnerinnen zu sein. Für Junior ist sein Vater ein aufrichtiger
Mensch, er hat ihn über die Jahre idealisiert, diese Geschichten über ihn
können nicht stimmen. Toll zu sehen, dass auch RJ Mitte ein guter Schauspieler
ist. Seine Auftritte sind ja eher reserviert und bestehen größtenteils daraus,
dass er Frühstück isst, doch hier bringt er seine Aufgebrachtheit sehr gut rüber.
Auch Skyler hat ihre Probleme, mit der Situation umzugehen und bricht in Tränen
aus. Junior stürmt aus dem Büro und Marie rät Skyler, mit ihm erst einmal nach Hause
zu fahren, er wird sich schon beruhigen.
We are family
Walt ist zu Hause angekommen und packt jetzt hektisch
Koffer, hier können er und seine Familie nicht bleiben. Zur gleichen Zeit
fahren Skyler und Junior (und Holly) vor. Junior ist logischerweise immer noch sehr aufgebracht. „If all this is
true and you knew about it, than you’re as bad as him.” (Junior zu
Skyler) Korrekt. Und das weiß auch Skyler selbst. Skyler bemerkt den Pick-Up in
der Einfahrt und prompt tritt auch Walt aus dem Haus heraus. Er hat es eilig
und will, dass Skyler und Junior schnellstmöglich ihre Sachen packen, sie
müssen weg von hier. Junior löchert seinen Vater mit Fragen, doch dieser
wimmelt ihn ab. Skyler ist verwundert, dass Walt hier ist, erzählte ihr doch
Marie, dass Hank ihn festgenommen hat. „Where is Hank?“ fragt sie ihn, Walt
versucht auszuweichen, hat aber selbst mit sich und seinen Emotionen zu
kämpfen. Man merkt Skyler schon eine gewisse Ahnung an. Wieder fragt sie ihn. „Where is Hank?“ Walt redet
auf Skyler ein, sie haben viel Geld, sie müssen einfach nur noch fort von hier und alles hinter sich lassen. Dann
spricht es Skyler aus. „You killed him. You killed Hank.“ Es folgt die totale Eskalation.
Während Walt sich Juniors unzähligen Fragen stellen muss,
bekommen wir eine verhängnisvolle Aufnahme zu sehen. Auf dem Küchentresen steht
sowohl ein Telefon als auch ein Messerblock, im Hintergrund nähert sich
Skyler langsam diesen beiden Gegenständen. Sie könnte die Polizei rufen, doch
greift sie nach einem Messer und schon im nächsten Moment stellt sich schützend
vor ihren Sohn und bedroht Walt mit der vorgehaltener Klinge. „Get out.“ Es reicht. Bis
hierhin und nicht weiter. Walt versucht sie zu beruhigen, doch wie aus dem
nichts greift Skyler an! Walt reißt die Hände hoch und bekommt einen
ordentlichen Schnitt an seiner rechten Hand verpasst. Jetzt eskaliert die
Situation endgültig. Walt und Skyler ergeben sich in ein wildes Getümmel, das
Küchenmesser mittendrin, während Junior versucht die Gemüter zu beruhigen. Doch gerade dieses Küchenmesser lässt mich einfach nicht
los, ich sehe vor meinem geistigen Auge schon Junior mit dem Messer im Bauch auf dem Teppichboden liegen
Walt gewinnt die Oberhand und drückt Skyler zu Boden, Junior
springt beherzt dazwischen und stellt sich schützend vor seine Mutter. „What the
hell is wrong with you! We are family!“ brüllt Walt Skyler entgegen. Ja aber, what the hell is wrong with
you Walt? Er hat komplett die Beherrschung verloren und hätte beinahe
vor den Augen Juniors Skyler wohlmöglich etwas Unverzeihliches angetan. Junior
greift zum Telefon und ruft die Polizei. Langsam realisiert Walt, was er getan
hat. Er schnappt sich Holly und flieht, Skyler rennt ihm hinterher und versucht
ihn aufzuhalten, jedoch ohne Erfolg. Walt biegt mit seinem Wagen um die Ecke,
Skyler sackt völlig aufgelöst auf der offenen Straße zusammen und so endet
dieser äußerst packende und dramatische Moment in Ozymandias, der einen etwas
fassungslos hinterlässt.
No mama
Walt hat erfolgreich die Flucht ergriffen und kümmert sich
erst einmal um Baby Holly, deren Windeln gewechselt werden müssen. Der kleinen
Holly kommen dann ein paar herzzerreißende Worte über die Lippen. „No mama.“ Walts
Blick sagt mehr als tausend Worte. Alles ist im Argen. So weit hat er es
getrieben, er ist praktisch für Hanks Tod verantwortlich und er hat seine Frau, die Mutter seiner Kinder angegriffen. Hier gibt es nichts mehr zu kitten. Der Tiefpunkt.
Do not cross me
Wieder zurück im White-Haus ist bereits die Polizei vor Ort,
ebenso wie Marie. Die stammelt ungläubig ein paar Dinge vor sich hin, man hat
ihr anscheinend von Hanks Tod erzählt. Das Telefon klingelt. Walt ist am
anderen Ende der Leitung und verlangt von Skyler, dass sie abhebt. Manch einer
würde eventuell mit einer Entschuldigung Walts rechnen, aber weit gefehlt. Er
rechtfertigt sich gegenüber Skyler, was arg seltsam anmutet. Er hatte sie
gewarnt, was passieren würde, wenn man ihm zu nahe kommen würde. Walt wirkt
sehr angefressen und redet Tacheles, harte Formulierung („You stupid bitch!“,
Walt zu Skyler) und Drohungen inbegriffen. Skyler erkennt, wie gefährlich Walt
gerade in diesem Moment ist, außerdem hat er ihre Tochter, also spielt sie mit.
Walt meint es todernst, so hört es sich zumindest für Skyler an. Könnte sie ihn
sehen, wusste sie, wie schwer es ihm fällt, diese Worte auszusprechen. Natürlich
kommen sie auf Hank zu sprechen, und es ist wie es ist, Hank ist tot. „You never gonna see Hank again. He
crossed me. You think about that. Family or no. You let that sink in.” (Walt
zu Skyler) Harte Worte, doch sehen wir auch, wie unglaublich schwer sich Walt
tut, diese Fassade aufrechtzuerhalten. Nicht nur Marie und Skyler haben Tränen
in den Augen, auch Walt selbst ist emotional sehr betroffen. Ein letztes Mal
bittet Skyler Walt, ihr Holly zurückzubringen und selbst nach Hause zu kommen. Mit
brüchiger Stimme antwortet er ihr: „I’ve still got things left to do.“ Dann
legt er auf. Unter Tränen zerstört er das Mobiltelefon und blickt in seinen
Wagen, wo sich Holly befindet. Er hat längst erkannt, dass er alles verloren hat.
Im Hintergrund sehen wir eine Feuerwehrwache. Die
Feuerwehrleute darin werden auf einmal aufmerksam, als in der Garage die
Signallichter eines Löschfahrzeugs aufleuchten. Ein Feuerwehrmann schaut sich
das etwas genauer an und findet im besagten Löschfahrzeug Holly sitzen, die von
Walt dort zurückgelassen wurde. Gut so Walt.
Interessant ist eventuell noch der Blick auf das Schachspiel
zwischen zwei Feuerwehrmännern, welches man kurz vorher zu sehen bekommt. Der
weiße König (My name is Ozymandias, king of kings...) wird hinter zwei weißen Bauern in Sicherheit gebracht, im
Hintergrund sieht man noch einen weißen Springer und mehrere schwarze
Spielfiguren. Ein schönes kleines und vor allem symbolträchtiges Detail. Es
sieht schlecht aus für den weißen König. Er scheint noch eine minimale Chance zu haben,
doch hat er eigentlich jede bedeutende Spielfigur verloren. Nur noch zwei Bauern
bleiben ihm und wer weiß, wie lange diese ihn noch schützen können.
Adios
Walt sitzt an derselben Stelle, wo wir in Jesse noch in
Confessions haben sitzen sehen. Offensichtlich ist Walt mit Saul in Kontakt
getreten und hat nun selbst den Kerl angeheuert, der Jesse aus Albuquerque
schaffen sollte. Mit ein paar Koffern und dem Plastikfass voller Geld steigt er in
den vorfahrenden Wagen. Ein kurzer Blick in den Seitenspiegel und weg ist er. Ein
herumstreunender Hund (rabid dog? #2) überquert die Straße. Das war Ozymandias.
Gesamteindruck
Hart und gnadenlos. Mit dem Tod Hanks hatte man ja irgendwie
gerechnet, ich auf jeden Fall, dass er jetzt „schon“ kam überraschte mich
ein wenig. Wenn man jedoch kurz überlegt dann verwundert es nicht wirklich. So
ist nun mal Breaking Bad. In Ozymandias gab es wirklich viel, was mir sehr gut
gefiel. Erstens, der endgültige Tiefpunkt Walter Whites, dieser gefühlt endgültige
Abschluss seiner Entwicklung. Auch die Familie ist im letztendlich komplett
entglitten, jetzt gibt es nur noch ihn. Zweitens, die Darsteller, obwohl das
eigentlich immer zutrifft. Bryan Cranston macht das fantastisch, aber auch Anna
Gunn gefiel mir außerordentlich gut. Generell muss man sagen, dass sehr viel mit
Nahaufnahmen gearbeitet und viel Augenmerk auf die Mimik der Darsteller gelegt
wurde. Wenn man dann noch Leute wie Cranston, Gunn, Dean Norris, Aaron Paul,
Betsy Brandt oder RJ Mitte hat, kann eigentlich nur etwas sehr gutes dabei
herumkommen, wie man ja dann auch schlussendlich sehen konnte. Rian Johnson, unter
anderem Regisseur vom sehr guten Looper und welcher bereits bei der für meinen Geschmack
wahnsinnig guten Folge Fly in der dritten Staffel (S03E10) und Fifty-One (S05E01) Regie führte, hat Ozymandias meiner Meinung nach ganz hervorragend inszeniert,
mit vielen kleinen Details und Verweisen, mit sehr ausführlichen und intensiven
Szenen und vor allem mit einer großartigen Eindringlichkeit. Sehr gut.
Wie geht’s nun weiter? Natürlich hat man Zauselbart-Walt und
sein Maschinengewehr aus der ersten Folge der fünften Staffel (Live Free or Die) im Hinterkopf. Zieht
sich Walt nun erst einmal zurück, um dann mit geballter Ladung
zurückzuschlagen? Und was ist mit Jesse? Ich bin sehr gespannt, was als
nächstes passieren wird. Zwei Folgen noch, Freunde. Aber erst einmal interessiere ich mich für eure
Meinung über Ozymandias. Wie hat’s euch gefallen, was hat euch überrascht, was
war in euren Augen nicht so gut? Was kommt jetzt auf uns zu? Vielleicht ein
kleiner Zeitsprung? Läuft Walt demnächst Amok, eventuell schon nächste Woche?
Eure Vermutungen, Ideen, Kritik und gerne auch Feedback in den
Kommentarbereich. Dicken Dank dafür und die Beteiligung in den letzten Wochen. So macht mir das hier doch gleich viel mehr Spaß.
Ja, nächste Woche. Da gibt es dieses Problem. Urlaub. Ein Woche lang. Ob die auf
Mallorca Internet haben? Da ich erst nächste Woche Samstag wieder im Lande bin,
verschiebt sich die Veröffentlichung der Rezension der nächsten Folge,
namentlich Granite State, ein wenig nach hinten. Tja. Das kommt davon, wenn man
in seiner Urlaubsplanung das Serienfinale von Breaking Bad nicht berücksichtigt. Aber ich liefer es nach, versprochen. Bis dahin.