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Mittwoch, 22. Februar 2012

Hugo

Hugo

Last but not least, Hugo Cabret. Martin Scorsese's neuester Film wurde ähnlich wie The Artist ordentlich abgefeiert und der 69-jährige Altmeister konnte sich so schon im Januar über eine Auszeichnung in Form eines Golden Globes für die beste Regie in einem Film freuen. Ich selbst wollte mir Hugo schon vor gut zwei Wochen gleich zum Kinostart ansehen, jedoch kam immer wieder etwas dazwischen, sodass ich erst gestern Abend dazu kam. Meine Erwartungen waren recht hoch, weil man nur Gutes über diesen Film lesen konnte. Und Hugo ist gut. Sehr gut sogar. Und vor allen Dingen schön. Ein wunderbares Gesamtpaket.

Paris, Anfang der 1930er. Wir sehen eine prunkvolle Pariser Bahnhofsanlage, hier tummeln sich tausende Menschen, es gibt etliche kleine Läden, aus der einen Ecke tönt stilvolle Musik, an den Gleisen fahren gewaltige Dampflokomotiven ein. Hier lebt der kleine Hugo (Asa Butterfield), ein neugieriges Kerlchen und nachdem sein Vater (Jude Law) verstorben ist ein Waise, welcher sich darum kümmert, dass die Uhren in diesem Bahnhof auch richtig funktionieren. Doch den Tod seines Vaters, einst Uhrenmacher, hat er noch lange nicht verkraftet und so schöpft er ein klein wenig Hoffnung, als er mühsam eine eigenartige Apparatur, eine Art mechanischer Mensch, zusammensetzt, da er sich sicher ist, dass sein Vater in deren Konstruktion für ihn eine Nachricht hinterlassen hat. Er trifft auf die junge Isabelle (Chloë Grace Moretz), Patentochter des mysteriösen Spielzeugladenbesitzers Georges (Ben Kingsley) und gemeinsam wollen sie den Geheimnissen jener einzigartigen Maschine auf den Grund gehen, nichts ahnend, was dieses Abenteuer und ihre Suche nach Antworten ans Licht bringen werden...

Scorsese bediente sich bei der Umsetzung von Hugo am gleichnamigen Roman "Die Entdeckung des Hugo Cabret" von Brian Selznick und Hugo war von Beginn an ein Herzensprojekt für den erfahrenen Regisseur. Ebenso ist es auch Scorsese's erster 3D-Film. Ein neues Terrain und das in diesem Alter? Pah. Scorsese liefert hier wahrlich eine wunderbare Regiearbeit und einen hervorragenden Film ab. Hugo sieht von der ersten bis zur letzten Minute grandios aus, der 3D-Effekt wird genau richtig eingesetzt und verleiht dem Film buchstäblich seine visuelle Tiefe. Den Szenenbilder sind imposant und bemerkenswert, Hugo fühlt sich echt und zugleich malerisch an. Ein Fest für die Augen.

Die Geschichte mag anfangs noch etwas lahm und zögerlich wirken (hier liegt in meinen Augen auch eine der weniger Schwächen des Films) doch wird die Entwicklung der Story eben langsam vorangetrieben und macht mehr und mehr Spaß, birgt Spannung und präsentiert schließlich ein märchenhaftes Ende. Pluspunkt hier ist vor allem der mysteriöse Charakter des Films. Es ist ein großes Puzzle, welches Protagonisten sowie Zuschauer Stück für Stück zusammensetzen müssen und einen bei der Stange hält. Oft wirkt es gar ein wenig zu undurchsichtig und schleierhaft, doch fängt sich Hugo schnell wieder und funktioniert bis zum Ende außerordentlich gut.

Wenn Scorsese ruft, kann man schwer nein sagen, für Hugo hat man eine beeindruckende Schar ein Schauspielern versammelt. Die beiden jungen Darsteller Asa Butterfield und Chloë Grace Moretz wissen mehr als zu überzeugen, zwar habe ich sehr oft Probleme mit kindlicher Naivität in Filmen, doch machten mir diese beiden Jung-Schauspieler Spaß. Für die Lacher ist Sacha Baron Cohen als penibler Bahnhofsvorsteher zuständig. Viele Charaktere, wie auch der von Baron Cohen, wirken derartig überzeichnet, dass es einen schon wieder große Freude macht, sie zu beobachten. Jude Law mimt für kurze Zeit Hugo's Vater und Sir Christopher Lee spielt eine kleine Nebenrolle, doch büßt er deswegen keineswegs seine gigantische Strahlkraft ein. Sir Ben Kingsley heimst hier den Großteil der Lorbeeren ein, ein fabelhafter Auftritt, der Brite ist einer der ganz Großen seiner Zunft und das beweist er mit seiner Rolle als rätselhafter Spielzeugladenbesitzer zum wiederholten Male eindrucksvoll. Zu dessen Rolle möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Das würde einiges kaputt machen.

Hugo wird von vielen Kritikern als Hommage an das Filmemachen bezeichnet. Und ja, ähnlich wie bei The Artist bekommt man dieses Gefühl, man spürt die wachsende Bedeutung des Mediums Film zu dieser Zeit (20er, 30er Jahre), wie es die Menschen begeistern, fesseln und verzaubern kann. Hugo ist ein ehrlicher Kniefall Scorsese's vor den bedeutenden Machern des Films, welche diese Kunstform auf ihren Weg gebracht, groß gemacht und Scorsese selbst stark beeinflusst haben. Dies wird nicht nur über unzählige Anspielungen im Film, sondern auch direkt in der zweiten Hälfte von Hugo Cabret deutlich. Wer Kino erleben und ein rundum mehr als gelungenes Gesamtpaket, gerne mit der Familie oder Freunden, sehen möchte, für den ist Hugo definitiv etwas. Ein toller, sehr charmanter Film, der nicht nur sehr gut aussieht, sondern auch sehr tiefgründig ist und mit Bestimmtheit nachhaltig bedeutsam sein wird.




Damit sind die neun Filme in der Oscar-Kategorie Bester Film komplett. Morgen folgt dann meine Prognose zu neun von mir persönlich ausgewählten und in meinen Augen auch wichtigsten Kategorien der Oscarverleihung 2012.

Donnerstag, 19. Januar 2012

The Help / Anonymous

Ein guter und ein schlechter Film. Welchen von den beiden sollte man sich wohl im Kino anschauen? Auf jeden Fall nicht Anonymous. The Help schon eher.

The Help

Nachdem The Help bei den Golden Globes (mein Senf zu der Verleihung) in einigen Kategorien nominiert wurde und großer Wahrscheinlichkeit nach auch bei den Oscars eine (in meinen Augen eher kleinere) Rolle spielen wird, hab ich mir diesen äußerst sozialkritischen Film und zugleich Umsetzung des gleichnamigen Romans der Schriftstellerin Kathryn Stockett angesehen. Und ich fand ihn gut.

Kurz zum Inhalt: Wir befinden uns in der 60er Jahren Amerikas, genauer Jackson, Mississippi. Hier arbeiten zigtausend farbige Dienstmädchen für ihre weißen Arbeitgeber, erziehen deren Kinder, kümmern sich um den Haushalt, erfahren für diese Arbeit keine Anerkennung und werden zusätzlich spärlich dafür entlohnt. Den Dienstmädchen wird, trotz ihren mühseligen Aufgaben und Bewältigung dieser, keine große Bedeutung zugewiesen. Doch das möchte eine ändern. Die junge Journalistin Eugenia "Skeeter" Phelan (Emma Watson) möchte ein Buch über diese Mädchen schreiben, zeigen, was sie wirklich durchmachen müssen, wie ihr Leben aussieht und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Dafür brauch sie aber Hilfe. Und die bekommt sie von Aibileen (Viola Davis) und ihrer Freundin Minny (Octavia Spencer), zwei erfahrene Dienstmädchen, welche zusammen mit "Skeeter" der großen Masse endlich die Augen öffnen wollen, was für ein Leben Aibileen, Minnie und ihre Zunft wirklich führen...

The Help ist zwar ein äußerst softer und unspektakulärer Film, doch macht er wirklich viel richtig. Da wäre das brisante Thema der Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe in den USA der 60er Jahre samt Bürgerrechtsbewegungen. Man bekommt einen tiefen Einblick in das Leben farbiger Dienstmädchen zu dieser Zeit, wie mit ihnen umgegangen wird und wie sich ihre Arbeitgeber verhalten. Zwar wirkt es anfangs noch wie mit der Keule eingeprügelt, dass die Weißen, insbesondere die Frauen (hier angeführt von Bryce Dallas Howard's Hilly Holbrook), ihre Dienstmädchen fast wie Sklaven behandeln. Doch ändert sich während und bis zum Ende von The Help die Wahrnehmung der farbigen Bediensteten, man erkennt den Hauch, vielleicht den Anfang eines gedanklichen sozialen Wandels, welcher wohlmöglich dann auch zum Schluss mit der Veröffentlichung des Buches "The Help" selbst einzutreten scheint. Dabei werden glücklicherweise auch nicht alle Weißen über einen Kamm geschoren, ob nun die entschlossene Protagonisten Eugenia Phelan, bestimmt und keck von Emma Watson verkörpert, oder die zwar etwas dümmlich-naive, aber herzensgute Figur der Celia Foote (Jessica Chastain, smokin' hot!), die Geschichte bleibt abwechslungsreich und verflacht nicht zu einem Don Quijote-artigen Kampf der schwarzen Bevölkerung Jacksons gegen Diskriminierung. Ein Großteil der weißen Bevölkerung, gerade in den Südstaaten, war noch von altmodischen gesellschaftlichen Konventionen geblendet, aber dennoch gab es auch Menschen, die, bewusst oder unbewusst, keine Unterschiede zwischen schwarz oder weiß machten. Viola Davis und Octavia Spencer (Golden Globe für beste Nebendarstellerin) machen ihre Sache als "revoltierende" Dienstmädchen sehr gut und präsentieren sich eindrucksvoll sowie glaubwürdig als tiefgründige Charaktere, besonders letztere sorgt für einige herzhafte Lacher.

Mit etwas mehr als zwei Stunden zieht sich The Help ein klein wenig hin und vielleicht wirkt es am Ende dann doch etwas zu schmalzig, vorhersehbar und predigend. Doch kann man Regisseur Tate Taylor und Crew kaum einen Vorwurf machen, das Thema kann schwer auf eine andere Art und Weise angegangen werden. Und es ist gut, dass es angegangen wurde. Wieder einmal, stöhnt jetzt der ein oder andere, auch ich tue mich oft mit "moralapostelonischen", anprangernden Filmen schwer, doch haben solche definitiv ihre Daseinsberechtigung, insbesondere wenn sie so gut gemacht und intelligent verpackt sind wie The Help. Ich empfehle ihn weiter.





Anonymous

Oh Gott, muss ich wirklich? Ok, ganz kurz (mehr oder weniger...):

Jaja, wie wir alle wissen machte Roland "blow up anything" Emmerich vor einer Weile von sich reden, als er mit Anonymous einen Film ins Kino brachte, der so gar nicht zu ihm passte. Im Mittelpunkt: Shakespeare. Emmerich stürzte sich auf den unsterblichen Barden und machte eine der größten, verschwörerischesten Theorien der Literatur zu einem Film: War William Shakespeare ein Schwindler? Hat er je ein Stück, ein Sonett, ein Gedicht selbst verfasst oder ließ ihm jemand diese literarischen Werke zukommen, sodass Shakespeare sie nur noch zu veröffentlichen brauchte? Ziemlich reißerisch, aber es gibt genügend Fachleute, die mit Emmerich d'accord gehen und weit früher solche Theorien publik machten. Trotzdem hätte es Anonymous an sich in keinster Weise gebraucht. So ein unnötiger, belangloser Film.

Ich möchte auch eigentlich gar nichts weiter zur Story schreiben, weil sie größtenteils dermaßen hanebüchen und verwirrend war, dass der Versuch einer Zusammenfassung jener schwerer sein würde, als es vermutlich das Schreiben vom Drehbuch zum Film selbst war. Shakespeare wird im Film von Anfang an, sofern man ihn denn mal zu sehen bekommt, als ständig betrunkener Schauspieler dargestellt. Aber wen interessiert es eigentlich, er spielt wahrlich keine große Rolle in diesem Film und wenn, dann gibt es Overacting at it's best. Das trifft nicht nur auf die arme Seele zu, welche Shakespeare verköpern durfte, nein, wirklich jede Figur in diesem Film, besser gesagt jeder Schauspieler, hält sich anscheinend für den Allergrößten. Warum muss sich denn ein jeder in diesem Film so unglaublich übertrieben darstellen? Da merkt man es wieder, clevere Dialoge, subtile Rollen, dass ist nichts für Emmerich. Der Waliser Rhys Ifans ist ein toller Schauspieler, er gibt hier wohl noch die beste Figur ab, obwohl auch er unfassbar exzessiv dramatisch-künstlich vor sich hin schwadroniert. Das gefiel mir überhaupt nicht, Emmerich hatte hier wohl in die Trickkiste gegriffen und wollte mit derartigen Perfomances punkten. Nicht bei mir.

Die Idee, dieser Mythos rund um die Frage, ob Shakespeare wirklich ein Schwindler war und ob nicht der Earl von Oxford (im Film Rhys Ifans) das eigentliche literarische Genie gewesen ist, scheint gar nicht so uninteressant. Aber Emmerich macht es uninteressant. Mit öden, politischen Verschwörungstheorien, absehbaren Intrigen und mehrfachen "Oh mein Gott, nicht wirklich oder?"-Twists, welche man von Beginn an erwartet und wenn sie denn kommen auch schon längst durchschaut hat.

Muss man nicht gesehen haben. Wirklich. Der Film ist ja zum Glück auch schon längst wieder aus den meisten deutschen Kinos raus. Bei mir lief er für 3,90 € im Programmkino um die Ecke, und selbst das war eigentlich noch zu viel. Hey, das London und Szenenbild an sich im Film sah ganz nett aus. Kann man als positiven Punkt vermerken. Ansonsten viel unbedeutener, langweiliger Nonsens, Logikfehler inklusive. Mies.




Montag, 16. Januar 2012

Golden Globe Awards 2012

Die Golden Globes haben sich in den letzten Jahren wirklich gemausert, für manch einen haben sie die Oscars in Sachen Unterhaltungswert längst überholt. Das wurde insbesondere im vorangegangenen Jahr deutlich, als der grandiose Ricky Gervais mit einer eher unkonventionellen und überaus amüsanten Leitung der Globes für Furore sorgte und wenige Wochen später Anne Hathaway (welche noch die Bessere war) und James Franco die Oscarverleihung 2011 in den Augen vieler gegen die Wand fuhren. Die Golden Globes sind über die Zeit unterhaltsamer, abwechslungsreicher und weitaus lockerer als die Oscars (Hugh Jackman bei den Oscars 2009 mal ausgenommen, das war klasse) geworden, was nicht nur daran liegt, dass auch Awards für TV-Serien und ihre Darsteller vergeben werden.

Dieses Jahr wurde Ricky Gervais erneut die Ehre zu Teil (er selbst würde es wohl kaum als Ehre bezeichnen), die Golden Globe Awards 2012 zu moderieren. Jubelstürme brachen aus, denn im Vorjahr lieferte Gervais wirklich eine hervorragende Show ab. Und auch dieses Jahr legte er wieder ordentlich los und war sich nicht zu Schade dafür die Hollywood Foreign Press Association (für die Globes verantwortlich), NBC oder die versammelte Belegschaft durch den Kakao zu ziehen. Die Pointen saßen, Rücksicht wurde keine genommen, die F-Bombe ist hochgegangen, ich habe mich köstlich amüsiert. Sein Einstiegsmonolog sei an dieser Stelle nocheinmal verlinkt.


ABER, irgendwie haben sie den Gervais für meinen Geschmack etwas ausgebremst. Der Einstieg war glänzend, danach wurde er ein klein wenig gezügelt. Zwar machten die jeweiligen Laudatoren einen grundsoliden Eindruck, (Seth Rogen hatte mit einer "massive erection" zu kämpfen, bekam es dann aber doch noch irgendwie hin) der Ricky Gervais vom letzten Jahr war es jedoch nicht ganz. Man hatte den Host wohl mit Absicht etwas mehr zurückgehalten. Ganz spurlos scheinen die Golden Globes im Jahr zuvor doch nicht an der Hollywood Foreign Press Association vorbeigegangen zu sein, obwohl gerade dadurch ordentlich Publicity gemacht werden konnte. Aber Ricky Gervais wäre nicht Ricky Gervais, wenn er sich nicht trotzdem ständig im Grenzbereich bzw. hart am Limit bewegen würde. Und die Unterschiede zwischen den Globes 2011 und den diesjährigen waren insgesamt allen in allen nicht allzu groß und wenn überhaupt minimal. So war es bezüglich des Unterhaltungsfaktors erneut eine sehr gute Verleihung.

Zum Bereich Film:

Die Erkenntnis der Globes: The Artist und The Descendants gingen als Gewinner der Veranstaltung hervor und sind wohl somit auch große Kandidaten im Rennen um die Oscars. The Artist holte sich gleich drei Globes, bester Film Komödie/Musical, bester Hauptdarsteller Komödie/Musical mit dem charmanten Franzosen Jean Dujardin und die beste Filmmusik. Ein Stummfilm sorgt heutzutage eben für reichlich Wirbel und avanciert so schnell zum Kritikerliebling. Ich freue mich auch schon sehr auf den Kinobesuch, am 26. Januar ist deutschlandweiter Kinostart. George Clooney (der sich wunderbar mit Brad Pitt die Bälle zu spielte) heimste den Golden Globe für den besten Darsteller in einem Drama ab, The Descendants wurde außerdem noch zum besten Film im Bereich Drama gekürt. Eine weitere Empfehlung, The Descendants läuft ebenfalls am 26. Januar 2012 an.


Altmeister Martin Scorsese wurde für Hugo Cabret mit der besten Regiearbeit ausgezeichnet, auch hier darf man sich wohl auf einen wunderschönen Tribut an das Kino per se samt Verbeugung freuen, die Kritiker sind voll des Lobes, ab 09. Februar im Kino. Meryl Streep bekam den Globe für ihre Darbietung als Margaret "The Iron Lady" Thatcher, ich hätte mich für Rooney Mara sehr gefreut, aber Streep kann man ihre Klasse schwer übel nehmen, auch wenn The Iron Lady eher durchschnittlich aufgenommen wurde. In Deutschland erst post-Oscars ab 01. März zu sehen. Es war eine bunte Mischung, bis auf Clooney's Ides of March, Moneyball mit Brad Pitt und David Fincher's Girl with the Dragon Tattoo konnte sich jeder der vorher auserkorenen Favoriten einen Golden Globe sichern. Woody Allen war nicht anwesend und bekam trotzdem für sein Midnight in Paris die Auszeichnung für das beste Drehbuch. Genehmigt. Octavia Spencer (The Help) und Michelle Williams (My Week with Marylin) bekamen den Preis für die beste Nebendarstellerin im Bereich Drama bzw. die beste Hauptdarstellerin in einer Komödie/Musical. Steven Spielberg schaute mit War Horse vorerst in die Röhre, durfte sich dann aber doch noch über den Globe für The Adventures of Tintin freuen. Das fand ich sehr gut, auch für mich vor Rango der beste Animationsfilm des Jahres. Schauspiel-Veteran Christopher Plummer holte sich seinen verdienten Preis für seine Nebenrolle in Beginners ab und der iranische Film A Seperation, über den ich auch nur gutes gehört habe, wurde als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Ach ja, Madonna bekam auch irgendein Preis, but who cares?

Insgesamt gab es wenig Überraschungen, die Auswahl war buntgemischt und qualitativ stark. The Artist und The Descendants stehen wohl auch für die Oscars hoch im Kurs. Dahinter kann alles passieren. Man darf gespannt sein.

Kurz zum Bereich Serie:

Hier hatte ich jetzt nicht wirklich den ganz großen Überblick. Gefreut habe ich mich für Peter Dinklage und Idris Elba. Ersterer wurde für seine ausgezeichnete Darbietung in HBO'S Game of Thrones in der Rolle des Tyrion Lannister (Imp!) geehrt und das völlig verdient. Idris Elba bekam den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Mini-Serie für Luther. Auch sehr gut, in Luther sollte man mal allein wegen Idris Elba reingeschaut haben. Zooey Deschanel und ihre neue Serie New Girl sind leider leer ausgegangen, auch wenn es wirklich ein erfrischend komisches Format ist. Gegen das grandiose Modern Family hat man es eben Jahr für Jahr immer wieder sehr schwer. Homeland stach Serien wie das fabelhafte Boardwalk Empire oder Game of Thrones aus und sicherte sich den Golden Globe für die beste Serie in Bereich Drama. Auch in Homeland sollte man mal reinschauen, ich werd's die nächsten Wochen mal versuchen in Angriff zu nehmen und dann berichten. Und Bryan Cranston (Breaking Bad) und Steve Buscemi (Boardwalk Empire) mussten sich letztendlich Kelsey Grammer (Boss, ehemals Frasier) in Sachen bester Serien-Hauptdarsteller Drama geschlagen geben.

Morgan "God of Voices" Freeman wurde dann obendrein noch der Cecil B. DeMille Award für sein Lebenswerk überreicht. Ein wunderbarer Schauspieler, der auch zu meinen persönlichen Favoriten zählt.


Gut acht Wochen und die Oscarverleihung 2012 steht auf dem Plan. Eddie Murphy und Brett Ratner sind nach etwas Hickhack und desletzteren homophoben Äußerungen nicht mehr dabei, Billy Crystal springt dafür (bereits zum neunten Mal) in die Bresche. Doch bis dahin wird noch einiges an Zeit vergehen und ich werde mir einige Filme ansehen, denn wieder einmal haben die Golden Globes als Oscar-Preview ihren Soll erfüllt (es ist doch so...) und mich in vielen Fällen sehr neugierig gemacht.


PS: Was war mit Ryan Gosling? Was war mit Drive? Gerade Drive, jener Film, welcher dermaßen abgefeiert wird. Freitag bin ich in der Vorpremiere, es folgt eine Kritk und vielleicht eine Antwort (aber wohl eher ein lauter Aufruf des Entsetzens, warum dieser Film nicht nominiert wurde) auf diese Fragen.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Alles neu macht 2012

Reboot. Restart. Was auch immer, man kann es nennen, wie man will. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende zu und ich habe Bilanz gezogen. Gut vor einem Jahr habe ich mich daran gemacht, einen Blog über Film und Kino ins Leben zu rufen bzw. dann auch am Leben zu erhalten. Das lief in meinen Augen auch gar nicht so schlecht, hauptsächlich verfasste ich diverse Reviews von Kinofilmen des Jahres. Ab und an war mal eine Preview dabei, gar der Versuch, einen Podcast an den Mann/ die Frau zu bringen. Ich hatte meinen Spaß, habe mich versucht, mal etwas mehr, mal etwas weniger Zeit dafür gehabt. Und nach einem Jahr fragt man sich dann natürlich, ob man auch selbst mit seiner Arbeit zufrieden ist. Und an dieser Stelle muss ich sagen: Joa. Nö. Och. Irgendwie. Nicht. 

Das Schreiben von Reviews kann viel Spaß machen, doch kostet es auch viel Zeit. Besonders, weil ich, wenn ich etwas über einen Film schreibe, das auch sehr gerne sehr ausführlich tue. Und wenn man dann drei Mal die Woche ins Kino rennt, bleibt für das Verfassen von Beiträgen zwischen Uni-Stress, Verpflichtungen und sonstige Freizeitbeschäftigungen nicht viel Zeit. Und ich selbst möchte nicht das Gefühl haben, mit irgendetwas im Verzug sein zu müssen.

Deshalb wird nach einem Jahr Bommebastisch!Blog auch schon wieder umgebaut und quergedacht. Back to the roots sozusagen, kein gefühlt reiner Review-Blog über Kinofilme. Nein, es wird wieder mit Gefühl gebloggt. Schreiben um des Schreibens willen. Die Prämisse wurde jetzt um TV und Serien erweitert, Themen rund um Kino und Film werden hier nachwievor auf der Tagesordnung stehen. Doch behalte ich mir vor, ob es nun nur ein kleiner Kommentar zu einem Trailer, ein feine Neuigkeit der Branche oder vielleicht doch ein Empfehlung/Review eines zuletztgesehenen Filmes sein wird. Ebenso kann es auch mal ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, sich unbedingt diese oder jene Serie anzuschauen, im TV vielleicht an manch einer Stelle mal etwas genauer hinzusehen. Da halte ich mir alles offen und freue mich jetzt schon über den ein oder anderen Gedanken, der mir zu Kino, Film, Serien und TV durch den Kopf schießen wird. 

Von der Optik hat sich augenscheinlich auch einiges geändert. Weniger ist mehr lautet hier das Motto. Da ich selbst einige verschiedene Blogs lese, lernt man so natürlich dazu. Und immer wieder fallen mir dann einfache und minimalistische Layouts auf. Und das gefällt mir. So wird es sich auch hier gestalten, klassisch, (hoffentlich) mehr Inhalt, weniger überladenes Design. 

Die letzten Wochen kam ich gar nicht mehr zum Schreiben, Studium, Arbeit und Vorweihnachtsstress hielten Einzug. Das soll sich mit dem Jahreswechsel (und vielleicht gar schon mit der Weihnachtszeit) wieder ändern. Man hat ja immer irgendetwas zu tun, da sich dieser Blog nun aber ein wenig anders gestalten soll und ich wirklich nur noch schreibe, wenn ich auch die Lust und Muße dazu habe, sollte das mehr als machbar sein. 

Soweit erst einmal von mir. Diese Woche wird hier noch ein klein wenig was passieren, die ersten richtigen Posts, ein bisschen Footage, ein bisschen Meinung. Seid gespannt.